Aus aller Welt stammen die Sängerinnen und Sänger, die alljährlich im Berlin zu einer ganz besonderen Veranstaltung auftreten: Spenden sammeln und Gutes tun, lautet das Motto der Festlichen Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung, die nunmehr zum 25. Male in der Deutschen Oper Berlin stattgefunden hat.
Auch in diesem Jahr wieder hat das Label Naxos einen Mitschnitt veröffentlicht, um dieses Anliegen zu unterstützen. Die Liste der Mitwirkenden ist lang, die Stimmen sind imposant, und das Programm wurde auch diesmal wieder mit Liebe zusammengestellt: Vom Blütenduett aus Léo Delibes Oper Lakme über das berühmte Casta diva aus Vincenco Bellinis Norma bis zum ebenso populären Dein ist mein ganzes Herz aus Franz Lehárs Operette Das Land des Lächelns bietet die Operngala viel Abwechslung. Man staunt immer wieder, aber es wird auch im 25. Jahr nicht langweilig, die beiden CD anzuhören.
Das liegt natürlich auch mit an Moderator Max Raabe, der mit lakonisch-launigen Anmerkungen durch das Geschehen führt. Einen gewichtigen Part haben zudem einmal mehr Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Enrique Mazzola. Das Orchester eröffnet das Programm mit der Ouvertüre aus Leichte Kavallerie von Franz von Suppé, und es setzt mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauss auch schwungvoll den Schlusspunkt. Und der Chor der Deutschen Oper hat ebenfalls Gelegenheit, sich stimmstark zu präsentieren. Wer die Doppel-CD erwirbt, der kann nicht nur einen exzellenten Opernabend genießen, er unterstützt damit auch die Arbeit der Deutschen Aids-Stiftung.
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Freitag, 28. Juni 2019
Freitag, 19. Januar 2018
24. Festliche Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)
Eine Auswahl schöner Stimmen bietet alljährlich im Spätherbst die Deutsche Oper Berlin für ein ganz besonderes Benefiz-Event auf: Die Festliche Operngala sammelt Spenden für die Deutsche Aids-Stiftung – 2017 schon zum 24. Male. Und erneut hat Naxos den Live-Mitschnitt umgehend auf zwei CD veröffentlicht. Wer sie erwirbt, der leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Spendensumme.
Eröffnet wurde die Operngala am 4. November 2017 durch das Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Giacomo Sagripanti; es erklingt allerdings die Ouvertüre zu Nabucco von Giuseppe Verdi und nicht, wie es auf dem Cover zu lesen ist, La gazza ladra von Giacomo Rossini. Das bleibt aber die einzige Panne, die zu vermelden ist.
Die Liste der Mitwirkenden ist, wie üblich, lang. Zu hören sind Sofia Fomina, Salome Jicia, Alisa Kolosova, Lisette Oropesa, Annika Schlicht, Golda Schultz, Iván Ayón Rivas, Thomas Blondelle, Ismael Jordi, Vitalij Kowaljow, Thomas Lehman, Jorge De León, Christoph Pohl und Alexander Vinogradov, und natürlich der Chor der Deutschen Oper Berlin.
Die Moderation übernahm einmal mehr Max Raabe. Er fasst zwischen den einzelnen Stücken die Opernhandlungen in wenigen Sätzen zusammen, und sorgt damit immer wieder für Lacher im Publikum. Oper ist halt eine ernste Angelegenheit – aber nicht nur.
Eröffnet wurde die Operngala am 4. November 2017 durch das Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Giacomo Sagripanti; es erklingt allerdings die Ouvertüre zu Nabucco von Giuseppe Verdi und nicht, wie es auf dem Cover zu lesen ist, La gazza ladra von Giacomo Rossini. Das bleibt aber die einzige Panne, die zu vermelden ist.
Die Liste der Mitwirkenden ist, wie üblich, lang. Zu hören sind Sofia Fomina, Salome Jicia, Alisa Kolosova, Lisette Oropesa, Annika Schlicht, Golda Schultz, Iván Ayón Rivas, Thomas Blondelle, Ismael Jordi, Vitalij Kowaljow, Thomas Lehman, Jorge De León, Christoph Pohl und Alexander Vinogradov, und natürlich der Chor der Deutschen Oper Berlin.
Die Moderation übernahm einmal mehr Max Raabe. Er fasst zwischen den einzelnen Stücken die Opernhandlungen in wenigen Sätzen zusammen, und sorgt damit immer wieder für Lacher im Publikum. Oper ist halt eine ernste Angelegenheit – aber nicht nur.
Dienstag, 21. Februar 2017
23. Festliche Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)
Ein Festival der schönsten Stimmen erleben und zugleich die Arbeit der Deutschen Aids-Stiftung unterstützen – dazu lädt alljährlich im Spätherbst die Deutsche Oper Berlin ein. Wer keine Gelegenheit hatte, 2016 die festliche Operngala mitzuerleben, der kann sich nun den Live-Mitschnitt dieser Veranstaltung anhören. Die 23. Operngala, dokumentiert einmal mehr bei Naxos, kann immer noch überraschen. So gelingt es Max Raabe in seiner Moderation, Opernhandlungen in Kürzestform zusammmenzufassen – mit bewährt staubtrockenem Humor. Er setzt damit eine Tradition fort, die sein hochverehrter Amtsvorgänger Vicco von Bülow, bekannter unter seinem Künstlernamen Loriot, einst begründet hat.
Große Stars sind in diesem Jahr nicht unter den Mitwirkenden; man muss aber feststellen, dass die Sängerinnen und Sänger wirklich gut sind. Und unter den ausgewählten Arien findet sich Populäres, wie die berühmte Auftrittsarie des Figaro aus dem Barbier von Sevilla, gesungen von Mattia Olivieri, neben weniger Bekanntem, wie dem Duett Au fond du temple saint aus Georges Bizets Oper Die Perlenfischer, vorgetragen von Michael Spyres und Edwin Crossley-Mercer. Zu hören sind zudem Lise Davidson, Maria Kataeva, Teresa Iervolino und Patrizia Ciofi, Levy Sekgapane, Gezim Myshketa und Stefano La Colla. Generell dominieren die Männerstimmen diesmal in dem sorgfältig zusammengestellten Programm.
Das Orchester der Deutschen Oper unter Leitung von Ivan Repušić eröffnet die Gala mit einer Ouvertüre von Ferdinand Hérold – eine Entdeckung; zwar ist die Ballettmusik des elsässischen Komponisten zu La Fille mal gardée heute noch sehr präsent, aber seine einst sehr erfolgreiche Oper Zampa gehört mittlerweile zumindest auf deutschen Bühnen zu den Rari- täten. Das Finale gestaltet traditionell der Chor der Deutschen Oper – mit Carl Orffs Carmina Burana endet die Operngala einmal mehr mitreißend. Das Programm insgesamt ist so umfangreich, dass es nicht auf eine CD passte. Und wer die Doppel-CD erwirbt, der erhöht damit zugleich die Spendensumme, die auf der Veranstaltung eingeworben wurde. Eine gute Gelegenheit also, gute Musik zu hören, und damit zugleich Gutes zu tun.
Große Stars sind in diesem Jahr nicht unter den Mitwirkenden; man muss aber feststellen, dass die Sängerinnen und Sänger wirklich gut sind. Und unter den ausgewählten Arien findet sich Populäres, wie die berühmte Auftrittsarie des Figaro aus dem Barbier von Sevilla, gesungen von Mattia Olivieri, neben weniger Bekanntem, wie dem Duett Au fond du temple saint aus Georges Bizets Oper Die Perlenfischer, vorgetragen von Michael Spyres und Edwin Crossley-Mercer. Zu hören sind zudem Lise Davidson, Maria Kataeva, Teresa Iervolino und Patrizia Ciofi, Levy Sekgapane, Gezim Myshketa und Stefano La Colla. Generell dominieren die Männerstimmen diesmal in dem sorgfältig zusammengestellten Programm.
Das Orchester der Deutschen Oper unter Leitung von Ivan Repušić eröffnet die Gala mit einer Ouvertüre von Ferdinand Hérold – eine Entdeckung; zwar ist die Ballettmusik des elsässischen Komponisten zu La Fille mal gardée heute noch sehr präsent, aber seine einst sehr erfolgreiche Oper Zampa gehört mittlerweile zumindest auf deutschen Bühnen zu den Rari- täten. Das Finale gestaltet traditionell der Chor der Deutschen Oper – mit Carl Orffs Carmina Burana endet die Operngala einmal mehr mitreißend. Das Programm insgesamt ist so umfangreich, dass es nicht auf eine CD passte. Und wer die Doppel-CD erwirbt, der erhöht damit zugleich die Spendensumme, die auf der Veranstaltung eingeworben wurde. Eine gute Gelegenheit also, gute Musik zu hören, und damit zugleich Gutes zu tun.
Freitag, 15. April 2016
22. Festliche Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)
Auch in diesem Jahr wieder erscheint bei Naxos ein Mitschnitt der Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung in der Deutschen Oper Berlin. Im November 2015 lockte diese Veranstaltung bereits in ihrer 22. Folge Opernfreunde und Spendenwillige. Geboten wird, in der bewährt launigen Moderation durch Max Raabe, ein Programm, das erstaunlicherweise nie langweilig wird. Das Erfolgsrezept: Neben bewährten Hits erklingen weniger bekannte Melodien aus bekannten Opern, und dazu einige Arien, die zwar ebenfalls das Publikum begeistern könnten, aber leider aus Werken stammen, die nur selten auf dem Spielplan zu finden sind.
Auf der Liste der mitwirkenden Sänger finden sich weniger die großen Namen als vielmehr die vielversprechenden Talente. 2015 haben Dinara Alieva, Javier Camarena, Vincenzo Costanzo, Elsa Dreisig, Carmen Giannattasio, Margarita Gritskova, David Hansen, Nadia Krasteva, Alexey Markov und Roberto Tagliavini gesungen – großartig! Zu hören ist zudem Midori Seiler, Professorin für Barockvioline und -viola am Salzburger Mozarteum. Einen ebenso gewichtigen wie klangvollen Part haben einmal mehr Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der bewährten Leitung von Donald Runnicles. Wer die Doppel-CD erwirbt, der kann sich nicht nur über ein hinreißendes Gala-Programm freuen, er unterstützt damit auch die Arbeit der Deutschen Aids-Stiftung.
Auf der Liste der mitwirkenden Sänger finden sich weniger die großen Namen als vielmehr die vielversprechenden Talente. 2015 haben Dinara Alieva, Javier Camarena, Vincenzo Costanzo, Elsa Dreisig, Carmen Giannattasio, Margarita Gritskova, David Hansen, Nadia Krasteva, Alexey Markov und Roberto Tagliavini gesungen – großartig! Zu hören ist zudem Midori Seiler, Professorin für Barockvioline und -viola am Salzburger Mozarteum. Einen ebenso gewichtigen wie klangvollen Part haben einmal mehr Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der bewährten Leitung von Donald Runnicles. Wer die Doppel-CD erwirbt, der kann sich nicht nur über ein hinreißendes Gala-Programm freuen, er unterstützt damit auch die Arbeit der Deutschen Aids-Stiftung.
Samstag, 25. Januar 2014
20. Jubiläums-Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)
Auch in diesem Jahr wieder ver- öffentlicht Naxos den Mitschnitt
der Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung. Es ist die
Jubiläums-Gala, denn zum 20. Male wurden am 20. November 2013 in der
Deutschen Oper Berlin Spenden zugunsten von Projekten der Deut- schen
Aids-Stiftung gesammelt. Es erklangen Melodien aus Opern von Wagner,
Mozart, Puccini, Verdi, Donizetti, Mozart, Massenet, Bellini und
Offenbach, schwungvoll vorgetragen durch Chor und Or- chester der
Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Donald Runnic- les, und etliche
herausragende Solisten. In diesem Jahr beteiligten sich an der
Operngala Atalla Ayan, Joyce DiDonato, Simone Kermes, Bejun Mehta,
Olga Peretyatko, Massimiliano Pisapia, Adam Plachetka, Elena
Tsallagova, Alexander Tsymbalyuk und Sonya Yoncheva. Und wenn noch
nicht jeder Name dem geschätzten Publikum vertraut ist – man darf
davon ausgehen, dass die jungen Sänger, die auf dieser CD zu hören
sind, am Beginn einer großen Karriere stehen. Bei so vielen schönen
Stimmen ist es schwer, einzelne Höhepunkte hervorzuheben; zu nennen
sind hier aber vielleicht der Auftritt von Simone Kermes mit einer
Arie aus der Oper I Masnadieri von Giuseppe Verdi, das zauberhafte O
mio babbino caro von Elena Tsallagova oder die Gänsehaut-Stimme des
Countertenors Bejun Mehta. Durch das Programm führte einmal mehr Max
Raabe, der sich mit seinen Anmerkungen als ein würdiger Nachfolger
des großen Vicco von Bülow erweist.
Sonntag, 17. März 2013
Kaufmann Wagner (Decca)
Schon in jungen Jahren war Jonas Kaufmann mit der Musik Richard Wagners vertraut. "Mein Groß- vater sitzt am Klavier und spielt Wagner", schildert der Sänger im Beiheft zu dieser CD Kindheits- erinnerungen. "Er war ein echter Wagnerianer, hatte von allen Wagner-Opern Klavierauszüge, und wenn er daraus spielte, sang er alle Partien mit, vom Hagen bis zur Brünnhilde. Da wir im gleichen Haus wohnten, gehörte Wagner quasi zu meinem Alltag; ich bin mit dieser Musik groß geworden, ich fand es faszinierend, in den Klavierauszügen meines Großvaters zu blättern. Das waren liebevoll gestaltete Ausgaben, schön illustriert mit alten Bühnenbildern und mit Übersicht der Leitmotive. Auf diese Weise lernte ich die Magie von Wagners Musik quasi spielerisch kennen."
Heute gilt Kaufmann als der Wagner-Tenor schlechthin. Doch der Sänger hatte bereits in seinem ersten Engagement in Saarbrücken bemerkt, dass der Beruf durchaus Gefahren mit sich bringt - insbe- sondere das Risiko, die Stimme zu überfordern und zu schädigen. So wird man also beim Anhören dieser CD erstaunt feststellen, dass es etliche Wagner-Partien gibt, die Kaufmann auf der Bühne noch nicht gesungen hat. Das gilt beispielsweise für den Tannhäuser. "Als eher vorsichtiger Sänger habe ich bislang alle Angebote, die Partie auf der Bühne zu singen, ausgeschlagen", berichtet Kaufmann. "Deshalb war ich mir anfangs nicht sicher, ob ich die Romerzählung über- haupt aufnehmen sollte. Doch je länger ich mich mit dem Stück beschäftigte, desto mehr fand ich, dass ich stimmlich viel näher dran bin, als ich dachte."
Heute gilt Kaufmann als der Wagner-Tenor schlechthin. Doch der Sänger hatte bereits in seinem ersten Engagement in Saarbrücken bemerkt, dass der Beruf durchaus Gefahren mit sich bringt - insbe- sondere das Risiko, die Stimme zu überfordern und zu schädigen. So wird man also beim Anhören dieser CD erstaunt feststellen, dass es etliche Wagner-Partien gibt, die Kaufmann auf der Bühne noch nicht gesungen hat. Das gilt beispielsweise für den Tannhäuser. "Als eher vorsichtiger Sänger habe ich bislang alle Angebote, die Partie auf der Bühne zu singen, ausgeschlagen", berichtet Kaufmann. "Deshalb war ich mir anfangs nicht sicher, ob ich die Romerzählung über- haupt aufnehmen sollte. Doch je länger ich mich mit dem Stück beschäftigte, desto mehr fand ich, dass ich stimmlich viel näher dran bin, als ich dachte."
Wie Kaufmann hier die Emotionen des nach Eisenach zurückgekehr- ten Pilgers gestaltet, von tiefer Verzweiflung über die Auflehnung hin zur Ekstase beim Ertönen der Venus-Musik, das ist großes Kino. Die Einwürfe des Wolfram steuert präzise Markus Brück bei. Von einer Reise singt aber auch Lohengrin in der sogenannten Gralserzählung. Kaufmann hat sich hier für die vollständige, zweistrophige Fassung entschieden. "Zwar kann ich nachvollziehen, warum Wagner in letzter Minute die zweite Strophe gestrichen hat", meint der Sänger: "Offenbar fürchtete er, dass die Konzentration im Publikum nach- lassen könnte. Dennoch finde ich es schade, sie wegzulassen. Erstens erklärt sie einen wichtigen Teil der Handlung, und zweitens ist es sehr schöne Musik."
Erzählt wird auch in dem Ausschnitt aus den Meistersingern, den Kaufmann ausgewählt hat: Walther von Stolzing berichtet im ersten Akt den in der Singschul versammelten Meistern davon, wie ein altes Buch seinen Sinn für die Poesie erweckt hat. Die Kommentare der braven Nürnberger sind in dieser Version nicht mit enthalten; wer den Gesang des Ritters ohne die Einwürfe anhören möchte, der kann dies hier also und wird sich an der Eleganz erfreuen, mit der Kauf- mann diese Figur ausstattet.
Auf der Opernbühne hat er diese Partie gleichfalls noch nicht ge- sungen: "Wenn ich mal Zeit hatte, gab es keine passende Produktion und umgekehrt", bedauert der Sänger. Aber falls sich dies einmal doch ergeben sollte, dann wird das Publikum Kaufmann ganz sicher einmal mehr feiern - zumal er nicht nur über ein sehr ansprechendes Timbre, enorme Musikalität sowie eine bewundernswerte Kondition verfügt, sondern obendrein sehr gut aussieht, und seine Rollen nicht nur hervorragend singt, sondern auch überzeugend spielt. Damit dürfte er in seinem Fach derzeit weltweit konkurrenzlos dastehen - zumal ziemlich viele Opernfreunde heutzutage besser sehen als hören. Das kann man allerdings nicht dem Sänger ankreiden.
Kaufmann zeigt mit seinem Wagner-Album auch die Entwicklung des Komponisten auf. Auf die Feen hat er dabei verzichtet; ein Stück aus Rienzi hingegen hat er mit eingesungen. "Rienzis Gebet ist wie eine klassische italienische Arie aufgebaut, und man muss sich als Sänger ein Konzept überlegen, um diese Musik lebendig zu machen", erläu- tert er. "Die Musik des Siegfried ist ein völlig anderer Stil, durchweg rezitativisch. Statt Arioso und Legato nun hauptsächlich Parlando. Und es sollte so selbstverständlich klingen wie gesprochene Sprache. (...) Dieses Parlando muss immer aus der Musik entwickelt werden, es hat quasi einen einzigen riesigen Legatobogen über dem Text. Das erschließt sich nicht auf den ersten Blick, da muss man sich erst reinarbeiten."
Und zum Siegfried (Dass der mein Vater nicht ist) gesellt er den Siegmund aus der Walküre. Hier entschied sich Kaufmann für den Schwert-Monolog, der nicht zuletzt mit seinen Wälse-Rufen ein Prüfstein ist für jeden Wagner-Sänger. "Dass nach langen Strecken in der Baritonlage immer wieder hochliegende Phrasen kommen, macht die besondere Schwierigkeit der Partie aus", meint der Tenor, der damit aber hervorragend zurecht kommt. Das tiefe Register liegt Kaufmann, dessen Stimme ohnehin eher baritonal gefärbt ist als heldisch-metallisch.
Mit dem Orchester sowie dem Chor der Deutschen Oper Berlin unter Donald Runnicles stand Kaufmann bei den Aufnahmen ein in Sachen Dramatik versiertes Ensemble zur Seite. "Wir waren von der ersten Note an in 'Bühnenstimmung', und das hat unglaublich geholfen", sagt der Sänger. Und so wagte Kaufmann eine weitere Ergänzung seines Wagner-Programms - durch die Wesendonck-Lieder, ge- schrieben eigentlich für eine Frauenstimme. Nach all den großen Helden, die mit der Welt so ihre Schwierigkeiten haben, ist dies ver- blüffenderweise nicht wirklich ein Kontrast.
Erzählt wird auch in dem Ausschnitt aus den Meistersingern, den Kaufmann ausgewählt hat: Walther von Stolzing berichtet im ersten Akt den in der Singschul versammelten Meistern davon, wie ein altes Buch seinen Sinn für die Poesie erweckt hat. Die Kommentare der braven Nürnberger sind in dieser Version nicht mit enthalten; wer den Gesang des Ritters ohne die Einwürfe anhören möchte, der kann dies hier also und wird sich an der Eleganz erfreuen, mit der Kauf- mann diese Figur ausstattet.
Auf der Opernbühne hat er diese Partie gleichfalls noch nicht ge- sungen: "Wenn ich mal Zeit hatte, gab es keine passende Produktion und umgekehrt", bedauert der Sänger. Aber falls sich dies einmal doch ergeben sollte, dann wird das Publikum Kaufmann ganz sicher einmal mehr feiern - zumal er nicht nur über ein sehr ansprechendes Timbre, enorme Musikalität sowie eine bewundernswerte Kondition verfügt, sondern obendrein sehr gut aussieht, und seine Rollen nicht nur hervorragend singt, sondern auch überzeugend spielt. Damit dürfte er in seinem Fach derzeit weltweit konkurrenzlos dastehen - zumal ziemlich viele Opernfreunde heutzutage besser sehen als hören. Das kann man allerdings nicht dem Sänger ankreiden.
Kaufmann zeigt mit seinem Wagner-Album auch die Entwicklung des Komponisten auf. Auf die Feen hat er dabei verzichtet; ein Stück aus Rienzi hingegen hat er mit eingesungen. "Rienzis Gebet ist wie eine klassische italienische Arie aufgebaut, und man muss sich als Sänger ein Konzept überlegen, um diese Musik lebendig zu machen", erläu- tert er. "Die Musik des Siegfried ist ein völlig anderer Stil, durchweg rezitativisch. Statt Arioso und Legato nun hauptsächlich Parlando. Und es sollte so selbstverständlich klingen wie gesprochene Sprache. (...) Dieses Parlando muss immer aus der Musik entwickelt werden, es hat quasi einen einzigen riesigen Legatobogen über dem Text. Das erschließt sich nicht auf den ersten Blick, da muss man sich erst reinarbeiten."
Und zum Siegfried (Dass der mein Vater nicht ist) gesellt er den Siegmund aus der Walküre. Hier entschied sich Kaufmann für den Schwert-Monolog, der nicht zuletzt mit seinen Wälse-Rufen ein Prüfstein ist für jeden Wagner-Sänger. "Dass nach langen Strecken in der Baritonlage immer wieder hochliegende Phrasen kommen, macht die besondere Schwierigkeit der Partie aus", meint der Tenor, der damit aber hervorragend zurecht kommt. Das tiefe Register liegt Kaufmann, dessen Stimme ohnehin eher baritonal gefärbt ist als heldisch-metallisch.
Mit dem Orchester sowie dem Chor der Deutschen Oper Berlin unter Donald Runnicles stand Kaufmann bei den Aufnahmen ein in Sachen Dramatik versiertes Ensemble zur Seite. "Wir waren von der ersten Note an in 'Bühnenstimmung', und das hat unglaublich geholfen", sagt der Sänger. Und so wagte Kaufmann eine weitere Ergänzung seines Wagner-Programms - durch die Wesendonck-Lieder, ge- schrieben eigentlich für eine Frauenstimme. Nach all den großen Helden, die mit der Welt so ihre Schwierigkeiten haben, ist dies ver- blüffenderweise nicht wirklich ein Kontrast.
Montag, 4. Februar 2013
19. Festliche Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)
Auch in diesem Jahr führte wieder Max Raabe mit seinen notwendi- gen Bemerkungen zu dramati- schen Musikbeispielen - die ebenso von Sachverstand zeugen wie von einer gewissen Ironie - durch das Programm. Die Deutsche Aids-Stiftung hatte zur mittlerweile
19. Festlichen Operngala geladen - und das Publikum ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den Kunstgenuss mit einer Spende für den guten Zweck zu verbinden.
Die Solisten-Liste ist lang. Etliche der Sängerinnen und Sänger sind ausgesprochen renommiert - und auch die weniger prominenten sind hervorragend. Zu hören sind mit überwiegend sehr bekannten Opernarien Norah Amsellem, Thiago Arancam, Anna Bonitatibus, Pavol Breslik, Michael Fabiano, Vesse- lina Kasarova, Simone Kermes, Kristin Lewis, Sonia Prina, Artur Rucinski und Rachel Willis-Sörensen. Auch der Chor der Deutschen Oper Berlin unter William Spaulding leistet einen eigenständigen Beitrag - in diesem Jahr erklingt der berühmte Wach auf!-Chor aus Richard Wagners Meistersingern von Nürnberg. Und es musiziert das Orchester der Deutschen Oper Berlin, geleitet von Alain Altinoglu. Die vorliegende Doppel-CD vermittelt einen guten Eindruck davon, wie man mit Glanz und Glamour Gutes tun kann - und wer sie kauft, der leistet auch selbst einen Beitrag dazu. Denn wie in jedem Jahr fließt ein Teil der Einnahmen zur Unterstützung von Hilfsprojekten der Deutschen Aids-Stiftung in Berlin und Umgebung sowie in Südafrika.
19. Festlichen Operngala geladen - und das Publikum ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, den Kunstgenuss mit einer Spende für den guten Zweck zu verbinden.
Die Solisten-Liste ist lang. Etliche der Sängerinnen und Sänger sind ausgesprochen renommiert - und auch die weniger prominenten sind hervorragend. Zu hören sind mit überwiegend sehr bekannten Opernarien Norah Amsellem, Thiago Arancam, Anna Bonitatibus, Pavol Breslik, Michael Fabiano, Vesse- lina Kasarova, Simone Kermes, Kristin Lewis, Sonia Prina, Artur Rucinski und Rachel Willis-Sörensen. Auch der Chor der Deutschen Oper Berlin unter William Spaulding leistet einen eigenständigen Beitrag - in diesem Jahr erklingt der berühmte Wach auf!-Chor aus Richard Wagners Meistersingern von Nürnberg. Und es musiziert das Orchester der Deutschen Oper Berlin, geleitet von Alain Altinoglu. Die vorliegende Doppel-CD vermittelt einen guten Eindruck davon, wie man mit Glanz und Glamour Gutes tun kann - und wer sie kauft, der leistet auch selbst einen Beitrag dazu. Denn wie in jedem Jahr fließt ein Teil der Einnahmen zur Unterstützung von Hilfsprojekten der Deutschen Aids-Stiftung in Berlin und Umgebung sowie in Südafrika.
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