Arien und Duette aus
französischen Opern des 19. Jahrhunderts präsentiert Jonas Kaufmann
auf seinem jüngsten Album. Der Sänger hat dafür nicht nur bekannte
Melodien und große Szenen ausgewählt, sondern vor allem auch Werke
und Rollen, die für ihn Schlüsselerlebnisse waren: „Ein solches
hatte ich mit der Partie des Wilhelm Meister, meiner ersten großen
französischen Rolle, 2001 in Toulouse“, erzählt Kaufmann im
Beiheft. „Zu diesem Zeitpunkt war mein Französisch noch so
dürftig, dass ich mich in Gegenwart des Regisseurs Nicolas Joel, der
alle Sprachen beherrscht, ziemlich schämte und dachte: Das muss
unbedingt besser werden!“
Den Werther sang
Kaufmann dann neun Jahre später zum ersten Mal – „an der Pariser
Oper“, so der Tenor, „in der Höhle des Löwen, umgeben von
lauter französischen Sängern und vor einem Publikum, das keinen
Spaß versteht, wenn du nicht halbwegs idiomatisch klingst.“ Zu
diesem Zeitpunkt lobte die Kritik dann bereits sein perfektes
Französisch.
Im Repertoire kennt sich Kaufmann inzwischen ebenfalls bestens aus, wie
seine Auswahl beweist. Und er singt noch immer wunderbar, begeistert
auch bei dieser Einspielung mit betörender Technik und
gestalterischer Intelligenz. Die beiden Duo-Partner, Sopranistin
Sonya Yoncheva in Massenets Manon und Bariton Ludovic Tézier im
berühmten Duett aus Bizets Perlenfischern, harmonieren mit Kaufmann
bestens. Den Instrumentalpart übernahm das vielfach ausgezeichnete
Bayerische Staatsorchester unter Bertrand de Billy – und es liefert
weit mehr als nur eine Begleitung. Prächtig!
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Donnerstag, 28. September 2017
Montag, 22. August 2016
Mozart: Le nozze di Figaro (Deutsche Grammophon)
Bei der Deutschen Grammophon ist nun die vierte Aufnahme der von Rolando Villazón und Yannick Nézet-Séguin initiierten Mozart-Opern-Reihe erschienen – sieben sind ins- gesamt geplant. Nach Don Giovanni, Così fan tutte und Die Entführung aus dem Serail ist nun Le Nozze di Figaro zu hören, aufgezeichnet im Juli 2015 in Kooperation mit dem Festspielhaus Baden-Baden.
Die Oper wurde konzertant, in italie- nischer Sprache, ungekürzt und in der von Mozart vorgegebenen Abfolge aufgeführt; somit erklingt Le nozze di Figaro auch im Mitschnitt in voller Länge. Auf den drei CD gibt es daher einiges zu entdecken; Rolando Villazón beispielsweise, der den Musikmei- ster Basilio singt, ist hier mit der Arie In quegli anni in cui val poco zu erleben, die üblicherweise gestrichen wird. Was er aus der eher peinlichen Erzählung macht, das ist schon große Komödie.
Sonya Yoncheva übernahm wohl recht kurzfristig anstelle von Diana Damrau die Rolle der Gräfin. Die Leidenschaft, mit der sie ihre Figur ausstattet, überrascht beinahe ein wenig – und ihre Technik ist eine Offenbarung, jede Phrase ein Genuss. Fabelhaft ist auch Christiane Karg in der Partie der Susanna; keck und beweglich in den Rezitativen, schlank und silbrig in den Arien. Man fragt sich allerdings einmal mehr, was sie an diesem Figaro findet, den Luca Pisaroni hier ziemlich rauhbeinig auftreten lässt. Dafür gestaltet Thomas Hampson seinen Grafen Almaviva enorm differenziert; man spürt seine Liebe zum Liedgesang. Allein die Koloraturen wollen ihm nicht recht gelingen. Klanglich sind sich Herr und Diener verblüffend ähnlich.
Als Cherubino ist Angela Brower zu hören, als Marcellina Anne Sofie von Otter, als Bartolo Maurizio Muraro, als Barbarina Regula Mühlemann, als Richter Don Curzio Jean-Paul Fouchécourt und als Gärtner Antonio Philippe Sly. Ein besonderes Lob verdient hat das Vocalensemble Rastatt, das die Chorpassagen hinreißend interpretiert.
Die Instrumentalisten können leider nicht ebenso überzeugen. Das Chamber Orchestra of Europe lässt unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin in der Ouvertüre die Sektkorken knallen – doch Rasanz allein ersetzt noch keine Raffinesse. Das zeigt sich auch im weiteren Verlauf des Abends, wo das Orchester zwar historisch informiert, aber insgesamt doch sehr brav aufspielt. Man freut sich auf prickelnden Champagner, doch dann gibt's lauwarmen Schaumwein. Eine Referenzaufnahme ist das nicht; schade.
Die Oper wurde konzertant, in italie- nischer Sprache, ungekürzt und in der von Mozart vorgegebenen Abfolge aufgeführt; somit erklingt Le nozze di Figaro auch im Mitschnitt in voller Länge. Auf den drei CD gibt es daher einiges zu entdecken; Rolando Villazón beispielsweise, der den Musikmei- ster Basilio singt, ist hier mit der Arie In quegli anni in cui val poco zu erleben, die üblicherweise gestrichen wird. Was er aus der eher peinlichen Erzählung macht, das ist schon große Komödie.
Sonya Yoncheva übernahm wohl recht kurzfristig anstelle von Diana Damrau die Rolle der Gräfin. Die Leidenschaft, mit der sie ihre Figur ausstattet, überrascht beinahe ein wenig – und ihre Technik ist eine Offenbarung, jede Phrase ein Genuss. Fabelhaft ist auch Christiane Karg in der Partie der Susanna; keck und beweglich in den Rezitativen, schlank und silbrig in den Arien. Man fragt sich allerdings einmal mehr, was sie an diesem Figaro findet, den Luca Pisaroni hier ziemlich rauhbeinig auftreten lässt. Dafür gestaltet Thomas Hampson seinen Grafen Almaviva enorm differenziert; man spürt seine Liebe zum Liedgesang. Allein die Koloraturen wollen ihm nicht recht gelingen. Klanglich sind sich Herr und Diener verblüffend ähnlich.
Als Cherubino ist Angela Brower zu hören, als Marcellina Anne Sofie von Otter, als Bartolo Maurizio Muraro, als Barbarina Regula Mühlemann, als Richter Don Curzio Jean-Paul Fouchécourt und als Gärtner Antonio Philippe Sly. Ein besonderes Lob verdient hat das Vocalensemble Rastatt, das die Chorpassagen hinreißend interpretiert.
Die Instrumentalisten können leider nicht ebenso überzeugen. Das Chamber Orchestra of Europe lässt unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin in der Ouvertüre die Sektkorken knallen – doch Rasanz allein ersetzt noch keine Raffinesse. Das zeigt sich auch im weiteren Verlauf des Abends, wo das Orchester zwar historisch informiert, aber insgesamt doch sehr brav aufspielt. Man freut sich auf prickelnden Champagner, doch dann gibt's lauwarmen Schaumwein. Eine Referenzaufnahme ist das nicht; schade.
Samstag, 25. Januar 2014
20. Jubiläums-Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung (Naxos)
Auch in diesem Jahr wieder ver- öffentlicht Naxos den Mitschnitt
der Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung. Es ist die
Jubiläums-Gala, denn zum 20. Male wurden am 20. November 2013 in der
Deutschen Oper Berlin Spenden zugunsten von Projekten der Deut- schen
Aids-Stiftung gesammelt. Es erklangen Melodien aus Opern von Wagner,
Mozart, Puccini, Verdi, Donizetti, Mozart, Massenet, Bellini und
Offenbach, schwungvoll vorgetragen durch Chor und Or- chester der
Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Donald Runnic- les, und etliche
herausragende Solisten. In diesem Jahr beteiligten sich an der
Operngala Atalla Ayan, Joyce DiDonato, Simone Kermes, Bejun Mehta,
Olga Peretyatko, Massimiliano Pisapia, Adam Plachetka, Elena
Tsallagova, Alexander Tsymbalyuk und Sonya Yoncheva. Und wenn noch
nicht jeder Name dem geschätzten Publikum vertraut ist – man darf
davon ausgehen, dass die jungen Sänger, die auf dieser CD zu hören
sind, am Beginn einer großen Karriere stehen. Bei so vielen schönen
Stimmen ist es schwer, einzelne Höhepunkte hervorzuheben; zu nennen
sind hier aber vielleicht der Auftritt von Simone Kermes mit einer
Arie aus der Oper I Masnadieri von Giuseppe Verdi, das zauberhafte O
mio babbino caro von Elena Tsallagova oder die Gänsehaut-Stimme des
Countertenors Bejun Mehta. Durch das Programm führte einmal mehr Max
Raabe, der sich mit seinen Anmerkungen als ein würdiger Nachfolger
des großen Vicco von Bülow erweist.
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