Auf dieser CD spürt das Ensemble Profeti della Quinta unterschiedli- chen Entwicklungen des italienischen Madrigals nach. Dazu haben sie ein Programm zusammengestellt, das neben Werken von Cipriano de Rore (1515/16 bis 1565) Kompositionen von Luzzasco Luzzaschi (1545 bis 1604), Carlo Gesualdo (1566 bis 1613), Scipione Lacorcia (um 1590 bis 1620), Giovanni Girolamo Kapsber- ger (um 1580 bis 1651) und Claudio Monteverdi (1567 bis 1643) enthält.
Ori Harmelin, Renaissancelaute und Erzlaute, sorgt mit zwei Instrumentalstücken für eine Atempause im ansonsten recht turbulenten musikalischen Geschehen. Denn die Madrigale jener Zeit erweisen sich als anspruchsvolle Kompositionen, die die Spielräume des theoretisch Zulässigen mitunter ziemlich verwegen ausloten.
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Dienstag, 14. Mai 2019
Mittwoch, 4. März 2015
Rotem: Rappresentatione di Giuseppe e i suoi fratelli (Pan Classics)
Dieses Musical drama in three acts ist ein Kuriosum. Es klingt, als hätte es Claudio Monteverdi gemeinsam mit Salamone Rossi geschrieben. Warum der Titel dieses Werkes in italienischer Sprache steht, bleibt ein Rätsel. Denn die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern wird in biblischem Hebräisch erzählt. Das wiederum ist kein Zufall – die Profeti della Quinta wurden von Elam Rotem in Galiläa gegründet. Derzeit studieren aber laut Beiheft alle Mitglieder des israelischen Ensembles in der Schweiz, an der Schola Cantorum Basiliensis.
Rotem beschäftigt sich dort intensiv sowohl mit Generalbass als auch mit der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Für die fünf Sänger sowie eine Handvoll Instrumentalisten hat er nun dieses Musikdrama im Geiste der frühen Oper komponiert. Er kehrt damit den Prozess, den man gemeinhin mit dem Stichwort „historische Aufführungspraxis“ beschreibt, um. Denn in diesem Falle ist kein in uralter Notation mehr oder minder flüchtig skizziertes Werk zu erkunden; es galt vielmehr, neue Musik so zu kompo- nieren und so aufzuführen, dass sie klingt, als wäre sie Jahrhunderte alt. Das ist ein spannendes Experiment, allerdings bin ich nicht Experte genug, um einschätzen zu können, ob dieses 16.-Jahrhundert-Mimikry wirklich bis in die letzte Wendung perfekt ist. Es klingt erstaunlich gut, auch wenn die hohen Männerstimmen seinerzeit garantiert von Kastraten gesungen worden wären, und nicht von Countertenören.
Rotem beschäftigt sich dort intensiv sowohl mit Generalbass als auch mit der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Für die fünf Sänger sowie eine Handvoll Instrumentalisten hat er nun dieses Musikdrama im Geiste der frühen Oper komponiert. Er kehrt damit den Prozess, den man gemeinhin mit dem Stichwort „historische Aufführungspraxis“ beschreibt, um. Denn in diesem Falle ist kein in uralter Notation mehr oder minder flüchtig skizziertes Werk zu erkunden; es galt vielmehr, neue Musik so zu kompo- nieren und so aufzuführen, dass sie klingt, als wäre sie Jahrhunderte alt. Das ist ein spannendes Experiment, allerdings bin ich nicht Experte genug, um einschätzen zu können, ob dieses 16.-Jahrhundert-Mimikry wirklich bis in die letzte Wendung perfekt ist. Es klingt erstaunlich gut, auch wenn die hohen Männerstimmen seinerzeit garantiert von Kastraten gesungen worden wären, und nicht von Countertenören.
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