Jakub Jan Ryba (1765 bis 1815) war der Sohn eines Lehrers, der - wie in Böhmen damals weithin üblich - zugleich auch Kantor und Organist war. Sein Vater unterrich- tete ihn an Geige, Klavier und Orgel - und in Latein und Griechisch, denn der Sohn sollte zum Gymna- sium gehen, und dann studieren. Das begehrte Stipendium aber erhielt Ryba nicht. Und so nahm ihn ein Onkel mit nach Prag, damit er dort lerne und studiere. Mit Musizieren verdiente sich Ryba Geld dazu. Doch das reichte offenbar nicht, um die Ausbildung abzusichern. Als Ryba erfuhr, dass in seiner Heimat eine Stelle zu vergeben sei, kehrte er zurück, und arbeitet zunächst als Lehrer- gehilfe, später als Kantor.
Sein bekanntestes Werk ist die Weihnachtsmesse Hej mistre. Sie ist in Tschechien bis heute überaus populär, und gehört dort zum Weih- nachtsfest wie bei uns die Christmette oder das Krippenspiel. Diese CD enthält zudem noch eine Missa pastoralis, eine Hirtenmesse, die lateinische und tschechische Texte kombiniert, und die liturgische Strenge durch die Gesänge der Hirten abmildert. Die Solisten sind Dagmar Vankátová, Pavla Ksicová, Vladimír Dolezal und Václav Sibera. Es musizieren zudem der Tschechische Madrigalchor - der Kammerchor des traditionsreichen Gesangsvereins Hlahol Prag - und das vereinseigene Kammerorchester unter Leitung von Frantisek Xaver Thuri, einem ausgewiesenen Barock-Experten. Die Sänger sind durchweg exzellent. Leider ist die Aufnahme technisch nicht beson- ders gelungen; so erscheint insbesondere die Lautstärke, mit der die einzelnen Instrumentengruppen und die Sänger zu hören sind, sehr wechselhaft und unausgewogen. Schade.
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Mittwoch, 24. November 2010
Donnerstag, 19. November 2009
Jakub Jan Ryba: Czech Christmas Mass (Deutsche Grammophon)
"Ich hatte gerade mein Studium beendet, es war eine wunderbare Zeit in meinem Leben. Ich reiste durch die Lande, sang in wunder-schönen Schlössern und Kirchen, darunter auch die, in der wir diese CD aufnahmen", erinnert sich Magdalena Kozena. 1998 spielte sie zusammen mit der Sopranistin Gabriela Eibenova, Tenor Jaroslav Brezina und Bass Michael Pospisil sowie der Capella Regia Musicalis unter Robert Hugo drei Pastorellas von Jakub Jan Ryba ein - und seine Böhmische Hirtenmesse, in Tschechien zur Weihnachtszeit so unverzichtbar wie bei uns Bachs Weihnachtsoratorium.
Die Sänger - durchweg solide "klassisch" ausgebildet - nehmen sich zurück, und das bekommt dem Werk ungemein gut: "Man muss die Messe schlicht und ohne Vibrato singen, wie ein Volkslied", erläutert Kozena. Begleitet wird schwungvoll auf historischen Instrumenten.
Diese Aufnahme begeistert durch ihre ungeheure Musikalität und Musizierlust. Wer den Geist der Weihnacht sucht - beim Anhören dieser CD bekommt er eine Ahnung davon, warum dieses Fest immer noch etwas ganz besonderes ist. Und man möchte mit den böhmischen Hirten zur Krippe eilen...
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