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Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Singphoniker: Georg Kreisler (Oehms Classics)

Die Lieder von Georg Kreisler kommen eigentlich ganz harmlos daher, hört man nur auf die Melodie. Doch der Text ist hier entscheidend – und der trieft geradezu von raben- schwarzem Humor. Die Singphoniker haben bekannte Werke des Wiener Originals für ihr Ensemble arran- giert; das Programm ist jüngst bei Oehms Classics auf CD erschienen. 
Ein bisschen enttäuscht wird man feststellen: Das klingt alles sehr zahm, sehr brav und sehr glatt, gerade weil es brillant gesungen wird. Wer Georg Kreisler schätzt, der sollte sich diese Aufnahme nicht unbedingt antun – wer aber die Sing- phoniker hören möchte, der wird sicherlich begeistert sein. 

Montag, 1. April 2013

di Lasso: Hymnus; Singphoniker (cpo)

Da wir gerade bei Orlando di Lasso waren: Als 1579 nach dem Tode seines Dienstherrn, des bayeri- schen Herzogs Albrecht V., dessen Sohn Wilhelm V. die Regierung übernahm, folgte er den Weisun- gen des Konzils von Trient und wechselte vom bisherigen Ritus des Bistums Freising zum römi- schen Ritus. In diesem Zusammen- hang gab er Orlando di Lasso den Auftrag, einen kompletten Zyklus von Hymnen zu komponieren. Dieses Hymnar war für den Ge- brauch bei Hofe bestimmt. Eine Auswahl daraus haben Die Singphoni- ker nun für cpo eingesungen. Der Zuhörer wird bald feststellen, dass es offenbar zwei verschiedene Typen von Hymnen-Kompositionen gibt. Der eine folgt der traditionellen  Alternatim-Praxis - die Stro- phen werden also abwechselnd ein- und mehrstimmig vorgetragen. Im Kontrast dazu hat Orlando di Lasso Hymnentexte aber auch in Form von großangelegten Motetten vertont. 
Beide Varianten klingen prächtig - und die Singphoniker erweisen sich einmal mehr als großartige Sänger. Markus Geitner, Daniel Schreiber, Henning Jensen, Michael Mantaj und Christian Schmidt haben sich für einige Stücke Unterstützung geholt: Gerhard Hölzle wirkt gelegentlich als dritter Tenor mit, und er passt sich so perfekt in den Gesamtklang ein, dass dies gar nicht auffällt. Das Ensemble, das vor drei Jahrzehn- ten von Studenten der Musikhochschule München gegründet wurde, beeindruckt durch seine farbenreiche, feinsinnige und präzise Inter- pretation. Eine Aufnahme, die Maßstäbe setzt - bravi! 

Donnerstag, 25. August 2011

Die Singphoniker - ...just songs! (Oehms Classics)

Was?! die werden im kommenden Jahr bereits 30??? Wer diese CD anhört, der wird allerdings keiner- lei Altersschwäche feststellen. Die Singphoniker klingen noch immer frisch und schwungvoll, und an keiner Stelle des ebenso umfang- reichen wie anspruchsvollen Pro- gramms wirkt ihr Gesang routiniert oder gar gelangweilt. 
Markus Geitner, Countertenor, Daniel Schreiber und Henning Jensen, Tenor, Michael Mantaj, Bassbariton, Christian Schmidt, Bass und Berno Scharpf am Piano zünden ein musikalisches Feuer- werk, das seinesgleichen sucht. Dabei wechseln sie zwischen Hits aus der jüngeren Vergangenheit und aus der Renaissance hin und her - und weil sie gerade so schön beim Falalala waren, gibt's dann mitten- drin noch zwei ganz besondere Schmankerln, die sie nicht weniger temperamentvoll zelebrieren. Immer wieder gern gehört: Rossinis Ouverture zur Oper Wilhelm Tell - hier als Vokalise -, La Bataille de Marignan oder Alla cazza, mit besten Grüßen an die King's Singers, denen die Singphoniker zwar vom Klang her ähneln. Doch beim Re- pertoire setzen sie dann doch sehr eigene Akzente. 
Leider hat diese CD eher das internationale Liedgut im Blick. Man würde sich freuen, die Singphoniker auch einmal mit jenen Werken zu hören, die von den deutschen Männergesangsvereinen üblicherweise traktiert werden - ein Erbe, dem der historisch-kritische Blick, eine gewisse Qualität des Vortrages sowie die Neigung der Sänger zur Ironie ebenfalls gut bekommen würden. Aber bis zum Jubiläum ist ja noch reichlich Zeit - warten wir ab, womit die Singphoniker ihr Publi- kum dann überraschen werden.