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Montag, 29. Juni 2020

Tartini: Sonatas for Solo Violin (Dynamic)

Mit dieser 3-CD-Box komplettiert Črtomir Šiškovič seine Einspielung der Sonaten von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) für Solo-Violine. Dabei orientiert er sich an einem Manuskript mit einunddreißig undatierten Kompositionen, das sich heute im Archiv der Veneranda Arca del Santo in Padua befindet. 
Sie sind vermutlich zwischen 1745 und 1750 entstanden; etliche davon sind in verschiedenen Abschriften überliefert. Šiškovič hat diese Varianten sorgsam studiert und jeweils diejenige ausgewählt, die er als die beste ansieht. 
Auch diese Einspielung des Tartini-Spezialisten erfreut, weil sie jede Menge musikalische Überraschungen bietet – und weil Šiškovič phantastisch musiziert. Bei Tartini gibt es keine endlosen Sequenzen, mit vorhersehbarem Finale, keine vordergründige Virtuosität und keine Wendungen, die sich beständig wiederholen. Jedes Stück ist anders, und es gibt viel zu entdecken. Gewiss, drei CD sind mehr als zweieinhalb Stunden Geige pur. Doch ich habe jede einzelne Minute genossen.

Samstag, 2. Juli 2016

Tartini's Violin (Dynamic)

Auf Tartinis Violine musiziert Črtomir Šiškovič, begleitet von Luca Ferrini an Cembalo und Orgel. Das ist keine geringe Ehre: Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) gehört zu den großen Violinvirtuosen; mehr noch als seine Werke prägte aber sein Wirken als Musikpädagoge Generationen von Instrumentalisten. 1728 gründete er in Padua seine Geigenschule. Dort unterrichtete er Studenten aus ganz Europa – was Tartini den Beinamen „il maestro delle nazioni“ eintrug. 
Über die Biographie des Musikers wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle berichtet. Er stammt aus Piran, im äußersten Südwesten Sloweniens; sein Geburtshaus ist heute ein Kulturzentrum. Dort gibt es auch einen Tartini-Raum mit Gegenständen, die an den Musiker erinnern. Zu sehen sind unter anderem ein Porträt, Linienzieher und Totenmaske des Musikers, diverse Handschriften und Dokumente – und vor allem Tartinis Geige. 
Črtomir Šiškovič, geboren ganz in der Nähe im italienischen Triest, hat bei Dynamic bereits Sonaten Tartinis für Violine solo sowie eine CD mit Werken der Schüler des maestros veröffentlicht. Auf Tartinis Geige spielt er vier bekannte Sonaten seines berühmten Kollegen: Die Sonate in g-Moll op. 1 Nr. 10 „Didone abbandonata“, die Teufelstrillersonate, die Sonate in A-Dur „Pastorale“ und die Sonate in B-Dur „Staggion bella“. Šiškovič und Ferrini musizieren exzellent, und auch der Klang von Tartinis Geige beeindruckt. Das ist nicht selbstverständlich, denn Instrumente, die nur in der Vitrine (oder aber im Tresor) liegen, lassen sich teilweise überhaupt nicht mehr spielen. Tartinis Instrument ist glücklicherweise spielbar, und es klingt verblüffend hell und strahlend. Die Tiefe hingegen ist nicht ganz so ausdrucksstark, wie man sich das heute wünschen würde. 
Man staunt ein wenig, denn im Beiheft zu dieser CD findet man zwar Texte über Tartinis Schaffen sowie über die beiden Musiker – über diese Geige aber findet sich dort keine Zeile. Das hat seinen Grund: Man weiß über diese Geige auch fast nichts; abgesehen davon, dass sie einst Tartinis Instrument war. Experten vermuten, dass sie von dem Geigenbauer Nicola Amati angefertigt worden ist; ein Zettel im Inneren jedenfalls soll besagen, dass sie aus Bologna kommt. 

Dienstag, 17. September 2013

Tartini: Sonatas for solo violin (Dynamic)

Einunddreißig undatierte Sonaten von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) enthält ein Manuskript, das sich heute im Archiv der Vene- randa Arca des Santo in Padua befindet. Sie sind vermutlich zwischen 1745 und 1750 entstan- den; Tartini hat sie zudem immer wieder überarbeitet, wie zahl- reiche Korrekturen auf den Seiten zeigen. 
15 dieser Werke für Violine solo stellt Crtomir Siskociv auf dieser Doppel-CD vor. Der Triester Geiger hat sich mit dem Schaffen seines berühmten Kollegen intensiv auseinandergesetzt. So macht er hörbar, dass Tartini – obwohl er gar nicht weit von Venedig entfernt lebte und wirkte – eine gänzlich andere Musik komponierte als sein Zeitgenosse Vivaldi. Um es auf den Punkt zu bringen: Seine Werke sind abwechslungsreich, aber auch stolz und ein bisschen verwegen. Simple Wiederholungen, Modulatio- nen ohne Überraschung oder die vordergründige Zurschaustellung von Virtuosität wird man in diesen Sonaten nicht finden. Wer daran sein Vergnügen hat, der wird diese Aufnahme lieben – zumal Siskovic wirklich hinreißend musiziert. 

Sonntag, 7. Juli 2013

The Pupils of Tartini (Dynamic)

Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) war nicht nur ein berühmter Geiger, er unterrichtete auch selbst Musiker aus ganz Europa. Die Violinschule, die um Tartini und seine Schüler entstand, genoss im Europa des 18. Jahrhunderts weithin einen ausgezeichneten Ruf, und der Violinvirtuose wurde bald gerühmt als Maestro delle Nazio- ni
Das lag auch mit daran, dass sich um ihn nicht nur die Musiker scharten. Auch viele andere Gäste besuchten Tartini – der Adel, Kaufleute, Wissenschaftler, Diplomaten, Schriftsteller, bildende Künstler. So verbreitete sich sein Ruf von Spanien bis Schweden und von Böhmen bis England. 
Crtomir Siskovic, Violine, und Luca Ferrini am Cembalo stellen auf dieser CD Violinsonaten vor, die Schüler Tartinis komponiert haben. Die Werke von Michele Stratico, Domenico Dall'Oglio, Antonio Nazari, Ignazio Gobbi und Pietro Nardini brennen  sämtlich ein Feuerwerk an musikalischen Ideen ab. Schöne Melodien, sangliche Linien, und eine ansprechende harmonische Gestaltung machen diese Sonaten zu einem Hörvergnügen – und die beiden Solisten präsentieren fünf Werke in Weltersteinspielung gekonnt und sehr ansprechend. Bravi!