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Montag, 4. Oktober 2021

Bach: Harpsichord Concertos transcribed for Mandolin (Dynamic)


 „Risulta facile pensare come qualunque musicista desideri studiare ed eseguire la musica di Johann Sebastian Bach“, schreibt Davide Ferella im Beiheft zu dieser CD. Doch wer Mandoline spielt, der hat nicht das Glück, einfach Originalrepertoire aus dem Notenschrank nehmen zu können. 

Aus diesem Grunde hat Ferella geeignete Werke herausgesucht und transkribiert; seine Wahl fiel dabei auf die Cembalokonzerte des verehrten Meisters: „Il lavoro di transcrizione e rielaborazione è basato sugli originali per clavicembalo perché molto più adatti all’esecuzione con il mandolino. Basti pensare all’emissione sonora che in entrambi gli strumenti avviene mediante il pizzico della penna; ciò fa sì che la scrittura risulti particolarmente confacente allo strumento esaltandone peculiarità espressive oltre che tecniche.“ 

Die Cembalokonzerte, von Davide Ferella und den Musikern des Ensembles Profili Barocchi virtuos und mit Spielfreude vorgetragen, sind im Klang dem Original tatsächlich verblüffend ähnlich. Zu hören sind die Concerti BWV 1052 und 1055. Das Concerto BWV 1059 hat Ferella nach Kantatensinfonien aus Geist und Seele sind verwirret BWV rekonstruiert, wobei er den langsamen Satz aus dem Concerto BWV 1056 übernommen hat. 

Besonderes Highlight der Einspielung: Das Concerto 1060, für zwei Cembali; ursprünglich waren die Solo-Instrumente wahrscheinlich Oboe und Violine. Hier musiziert Ferella gemeinsam mit Dorina Frati. Rundum gelungen! Diese CD erfreut nicht nur Mandolinen-Enthusiasten. 


Montag, 29. Juni 2020

Tartini: Sonatas for Solo Violin (Dynamic)

Mit dieser 3-CD-Box komplettiert Črtomir Šiškovič seine Einspielung der Sonaten von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) für Solo-Violine. Dabei orientiert er sich an einem Manuskript mit einunddreißig undatierten Kompositionen, das sich heute im Archiv der Veneranda Arca del Santo in Padua befindet. 
Sie sind vermutlich zwischen 1745 und 1750 entstanden; etliche davon sind in verschiedenen Abschriften überliefert. Šiškovič hat diese Varianten sorgsam studiert und jeweils diejenige ausgewählt, die er als die beste ansieht. 
Auch diese Einspielung des Tartini-Spezialisten erfreut, weil sie jede Menge musikalische Überraschungen bietet – und weil Šiškovič phantastisch musiziert. Bei Tartini gibt es keine endlosen Sequenzen, mit vorhersehbarem Finale, keine vordergründige Virtuosität und keine Wendungen, die sich beständig wiederholen. Jedes Stück ist anders, und es gibt viel zu entdecken. Gewiss, drei CD sind mehr als zweieinhalb Stunden Geige pur. Doch ich habe jede einzelne Minute genossen.

Dienstag, 21. August 2018

Paganini - Complete Edition (Dynamic)

Mit Musik von Nicolò Paganini ist Dynamic vor 40 Jahren gestartet: Kein geringerer als Salvatore Accardo spielte das erste Album für das italienische Label ein. Etliche weitere Aufnahmen mit dem Violinvirtuosen folgten. Und auch andere hervor- ragende Geiger wählten Dynamic für ihre Veröffentlichungen. 
Obwohl beispielsweise Tartini und Viotti ebenfalls im Repertoire vertreten sind, hat sich Dynamic all die Jahre insbesondere für das Werk Paganinis engagiert. Diese Box gibt Zeugnis davon – sie enthält auf sagenhaften 40 (!) CD sämtliche überlieferten Kompositionen des „Teufelsgeigers“ aus Genua, darunter einige Weltersteinspielungen, und noch ein bisschen mehr. 
Zu finden sind in der phänomenalen Box unter anderem die Violinkon- zerte, vorgetragen von Massimo Quarta auf Paganinis Geige gemeinsam mit dem Orchester des Theaters Carlo Felice Genua. Etliche Werke hat auch Mario Hossen eingespielt; außerdem findet sich eine CD, die ursprünglich für EMI entstanden ist, mit Salvatore Accardo und dem Chamber Orchestra of Europe unter Franco Tamponi. Komplettiert wird dieser Teil durch einige Raritäten, wie die Sonata per la Grand Viola, zu hören ist hier Luigi Alberto Bianchi mit dem Rias Orchester Berlin unter Jacques Delacôte. Es erklingt auch Le Couvent du Mont St. Bernard für Violine, Männerchor und Orchester, übrigens ebenfalls mit einem Rondò del campanello. 
Im zweiten Teil folgt dann die Kammermusik – von den Quartetten, mit dem Quartetto Paganini, über die Trios für Streicher und Gitarre, bis hin zu den Duetten für Violine und Violincello. Die hinreißenden Duette für Violine und Fagott werden gespielt von Salvatore Accardo und Claudio Gonella. 
Die Werke für Violine und Gitarre – beide Instrumente spielte Paganini virtuos – präsentieren Luigi Alberto Bianchi und Maurizio Preda. Man staunt, denn dass es tatsächlich so viele sind, fällt erst auf, wenn man die vielen CD in der Box versammelt sieht. 
Bei den Werken für Solo-Violine dürfen natürlich die berühmten 24 Capricci nicht fehlen; sie werden hier von Leonidas Kavakos vorgetragen. Die verbleibenden Solo-Werke, ihre Zahl ist überschaubar, spielt Stefan Milenkovich. 
Die 37 Gitarrensonaten und die fünf Sonatinen für Gitarre sowie einige kleinere Werke stellt Guido Fichtner vor, die Ghiribizzi Adriani Sebastiani. Auf drei weiteren CD sind zudem Raritäten und neu entdeckte Werke zusammengefasst; über eine der Aufnahmen wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle berichtet. 
Ebenfalls drei CD bieten bekannte Einspielungen mit Salvatore Accardo und mit Ruggiero Ricci; letzterer spielt unter anderem auch die 24 Capricen. Last but not least fasst Dynamic auf zwei weiteren CD unter dem Motto „A Tribute to Paganini“ Werke zusammen, zu denen der Musiker einst andere Komponisten inspiriert hat. Der Pianist Marco Pasini präsentiert Stücke von Johann Nepomuk Hummel, Franz Liszt, Ignaz Moscheles, Friedrich Kuhlau, Feruccio Busoni, Luigi Dallapiccola, Robert Schumann und Johannes Brahms, Henri Herz und Johann Strauss. Eine wirklich grandiose Kollektion, die derzeit weit und breit nicht Ihresgleichen hat. Gratulation an Dynamic – und meine unbedingte Empfehlung! 

Donnerstag, 23. November 2017

Paganini rediscovered (Dynamic)

Neuigkeiten von Niccolò Paganini? Luca Fanfoni hat in Archivbeständen danach gesucht, und was er dort gefunden hat, das ist nicht weniger als eine Sensation. Auf dieser CD präsentiert der Geiger nun seine Entdeckungen. 
So waren die Variations de bravoure sur des Thèmes de Moϊse, de Rossini, sur la 4me Corde, nach dem wichtigsten Thema auch Sonata a Preghiera M.S. 23 benannt, bislang nur in Form von Orchesterstimmen als Autograph überliefert, aber es fehlten sowohl eine Partitur als auch der Solopart. Die einzige Quelle für den Geigen-Solopart war eine Bearbeitung für Violine und Klavier, veröffentlicht 1855 in Hamburg. 
Bei einem Vergleich beider Notenmaterialien wurde festgestellt, dass in dieser Edition drei Abschnitte fehlen, gleich zu Beginn – und sie konnten nicht rekonstruiert werden, weil dafür keine Violinstimme vorlag. Luca Fanfoni hat gemeinsam mit seinem Sohn Daniele – ebenfalls ein exzellenter Geiger – bei Recherchen in der Biblioteca Palatina di Parma ein Manuskript mit dem Titel Preghiera del Mosè / di / Pagagini / Parte del Pianoforte entdeckt. Es enthielt eine vollständige Version, die sich zudem erfreulich nahe am Ochester-Original bewegte – und die solang vermisste Solostimme. 
Fanfoni vermutet, dass diese Noten aus dem Bestand von Romeo Franzoni stammen, Geigenlehrer am Konservatorium zu Parma. Er war mit den Erben Paganinis eng befreundet. Von ihnen erhielt er auch verschiedene Manuskripte geschenkt, wie man in dem sehr informativen Beiheft nachlesen kann. 
Auf dieser CD ist nun also Paganinis berühmtes Werk, das allein auf der vierten Saite der Geige zu spielen ist, erstmals wieder in seiner originalen Gestalt zu hören. Für die Aufnahmen durfte Luca Fanfoni zudem Paganinis Lieblingsgeige, die legendäre Cannone, spielen. Sie wurde 1742 oder 1743 in Cremona von Giuseppe Guarneri gebaut. Heute wird die Cannone im Palazzo Doria Tursi aufbewahrt, dem Sitz der Stadtverwaltung von Genua, und von einer Expertengruppe sorgsam betreut. 
Nach einer Beschädigung im Jahre 1833 reparierte der Geigenbauer Jean-Baptiste Vuillaume das Instrument; er fertigte außerdem eine Kopie an, die Paganinis Schüler Camillo Sivori in späteren Jahren erwarb. Auch dieses Instrument ist auf dieser CD zu hören – gespielt wird es von Daniele Fanfoni bei den Drei Ritornellen für zwei Violinen und Violoncello M.S. 1. Dabei handelt es sich wohl um frühe Werke, die sich im Manuskript in der Biblioteca Casanatense in Rom befinden. 
Die CD enthält dazu noch weitere Raritäten, wie die Sechs Präludien für Violine solo, das Capriccio (Andante) für Solovioline M.S. 54, das Rondo für Violine und Violoncello M.S. 63 und das Grande Concerto in e-Moll M.S. 75 in seiner ursprünglichen Gestalt, für Violine und Gitarre, und mit den Kadenzen von Franco Gulli. Musizierpartner sind hier Luca Simoncini, Violoncello, und Fabrizio Giudice, Gitarre. 

Freitag, 22. September 2017

Schubert - Busoni: Complete Transcriptions for Piano Solo (Dynamic)

Feruccio Busoni (1866 bis 1924) ist nicht nur als Pianist und Komponist eine Legende. Auch als Musik- pädagoge hat er vielfältige Spuren hinterlassen. So unterrichtete er in seinen letzten Lebensjahren eine Meisterklasse im Fach Komposition an der Berliner Akademie der Künste. 
Auf dieser CD erkundet der italienische Pianist Marco Vincenzi eine interessante Facette im Werk seines berühmten Kollegen: Busoni hat, für Breitkopf & Härtel, Klaviertranskriptionen von fast allen Ouvertüren Franz Schuberts angefertigt. Dabei hat er sich an der originalen musikalischen Substanz zwar orientiert, aber letzten Endes doch oftmals ziemlich freie Bearbeitungen erstellt, die die Möglichkeiten des Klaviers genial ausnutzen. Ergänzt wird das Programm durch einige kleine Tänze, sehr hübsch und mitunter auch sehr virtuos durch Busoni arrangiert. 
Hört man diese Transkriptionen, so will man kaum glauben, dass Busoni mit Schubert eigentlich nicht viel anfangen konnte – im Konzert hat er dessen Musik jedenfalls selten gespielt, und wenn, dann fast immer in Bearbeitungen von Franz Liszt. 
Marco Vincenzi hat diese Einspielung mit großem Aufwand vorbereitet; das hat sich gelohnt, denn die CD ist wirklich interessant. Und auch klanglich bietet die Aufnahme, bei der übrigens nicht der Standard-Steinway, sondern ein Konzertflügel aus dem Hause Steingraeber & Söhne zu hören ist, reichlich Abwechslung. Meine Empfehlung! 

Mittwoch, 31. Mai 2017

Concerti Romani (Dynamic)

Rom war im 17. Jahrhundert eine
der wichtigsten Musikmetropolen Europas. Viele der italienischen Komponisten jener Zeit lebten und wirkten zumindest einige Zeit in der Ewigen Stadt. 

So ließ sich Arcangelo Corelli (1635 bis 1713) in den 1670er Jahren dort nieder; er erwarb sich rasch einen Ruf als ausgezeichneter Violinist und er- hielt so Zugang zu höchsten Kreisen. Er stand im Dienste dreier bedeuten- der Mäzene – Königin Christina von Schweden, Kardinal Benedetto Pamphilj und Kardinal Pietro Ottoboni. Über seine Schüler und mit den wenigen Werken, die er im Druck veröffentlicht hat, beeinflusste er das Musikleben in ganz Europa; Corelli war im gesamten 18. Jahrhundert der am meisten gedruckte Komponist überhaupt. 
Auf dieser CD spielt das Ensemble I Musici Werke seiner Nachfolger, die deutlich machen, wie sehr sein Vorbild imitiert wurde. Zu hören sind neben Corellis Concerto grosso op. 6 Nr. 4 das Concerto grosso op. 5 Nr. 7 seines Schülers Francesco Geminiani (1687 bis 1762), sowie Werke von Pietro Castrucci (1679 bis 1752), Giuseppe Valentini (1681 bis 1753) und Pietro Locatelli (1695 bis 1764). 

Donnerstag, 26. Januar 2017

Paganini: 24 Capricci (Dynamic)

Als Robert Schumann (1810 bis 1856) am Ostersonntag 1830 in Frankfurt das Geigenspiel des berühmten Nicolò Paganini (1782 bis 1840) hörte, war dies ein Erlebnis, das sein Leben änderte: Wenig später schrieb der Jurastudent aus Heidelberg an seine Mutter, dass er nun doch beabsichtige, Musiker zu werden. Er kehrte nach Leipzig zurück, um bei Friedrich Wieck zu studieren. Und auch wenn er sich vom Auftreten des „Teufelsgeigers“ eher abgestoßen fühlte, so verrät doch sein Lebenswerk, dass Schumann sich immer wieder mit der Musik des Virtuosen auseinandergesetzt hat. 
Noch in seinen letzten Jahren arbeitete er an einer Klavierbegleitung zu den Violin-Capricen, für seinen Freund Joseph Joachim. Vollendet hat er sie 1855, in der Psychiatrie. Betrachtet man Schumanns Klavierpart, so wird man feststellen, dass sich der Komponist nicht damit begnügte, die Capricen mit Akkorden zu unterfüttern. Schumann tritt in den Dialog mit Paganinis Melodien, die er mitunter ergänzt oder aber weiterführt. So ist Schumanns Musik das Zeugnis seiner sehr persönlichen Begegnung mit dem Geigenvirtuosen, die ihn vom Anbeginn seiner Laufbahn an und bis zu ihrem Ende beschäftigt haben muss. 
Auch wenn Clara Schumann dieses Werk ihres Mannes, dass sie nach seinem Tode in seinen Papieren vorgefunden hat, niemals veröffentlichte – kurioserweise wurde es rasch Mode, Paganinis Capricen mit Klavierbeglei- tung zu spielen. Der „nackte“ Klang der Violine war den Romantikern offenbar suspekt; selbst Geiger schufen Klavierversionen. Und das blieb die Norm, bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. 
Die junge Geigerin Maristella Patuzzi hat diese Tradition jetzt aufgegriffen, und gemeinsam mit ihren Vater, dem Pianisten Mario Patuzzi, Paganinis 24 Capricen mit der Klavierbegleitung von Robert Schumann eingespielt. So weit, so gut – die Aufnahme ist solide, aber unspektakulär. Stücke, die Geiger üblicherweise als Etüden nutzen, so vorzutragen, dass das auch für den Hörer ein Gewinn ist, das scheint ziemlich schwierig zu sein. 

Dienstag, 1. November 2016

The Richard Strauss Project - Complete Works for Piano Solo Vol. 1 (Dynamic)

Mit dem Richard-Strauss-Projekt geht Dario Bonuccelli auf die Suche nach frühen Werken des Komponisten. Obwohl man ihn nicht unbedingt damit in Verbindung bringt, existiert doch ein beachtliches Konvolut von Musik für das Klavier, geschaffen von Richard Strauss. 
Auf dieser CD erklingen Jugendwerke – angefangen mit der Schneider- polka, die Strauss im Alter von sechs Jahren auf dem Klavier improvisiert haben soll; aufgeschrieben hat sie sein Vater Franz Strauss. Drei Jahre später hat der Knabe dieses Opus übrigens in einer Bearbeitung für kleines Orchester auf dem Karnevals- konzert der Münchner Philharmonie dirigiert. Wie niedlich! 
Man stellt fest, dass der junge Richard Strauss offenbar soliden Klavier- unterricht genosssen hat. Und man fragt sich bald, ob man wirklich jeden Krümel aufnehmen muss, den ein großer Komponist in seiner Kindheit zu Papier gebracht hat. Anzeichen dafür, dass Strauss in späteren Jahren einmal grandiose Musik schaffen wird, finden sich in diesen frühen Fragmenten eher nicht. Trotz Ersteinspielung – aber dieses Repertoire dürfte selbst Kenner und Sammler an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit bringen.

Samstag, 2. Juli 2016

Tartini's Violin (Dynamic)

Auf Tartinis Violine musiziert Črtomir Šiškovič, begleitet von Luca Ferrini an Cembalo und Orgel. Das ist keine geringe Ehre: Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) gehört zu den großen Violinvirtuosen; mehr noch als seine Werke prägte aber sein Wirken als Musikpädagoge Generationen von Instrumentalisten. 1728 gründete er in Padua seine Geigenschule. Dort unterrichtete er Studenten aus ganz Europa – was Tartini den Beinamen „il maestro delle nazioni“ eintrug. 
Über die Biographie des Musikers wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle berichtet. Er stammt aus Piran, im äußersten Südwesten Sloweniens; sein Geburtshaus ist heute ein Kulturzentrum. Dort gibt es auch einen Tartini-Raum mit Gegenständen, die an den Musiker erinnern. Zu sehen sind unter anderem ein Porträt, Linienzieher und Totenmaske des Musikers, diverse Handschriften und Dokumente – und vor allem Tartinis Geige. 
Črtomir Šiškovič, geboren ganz in der Nähe im italienischen Triest, hat bei Dynamic bereits Sonaten Tartinis für Violine solo sowie eine CD mit Werken der Schüler des maestros veröffentlicht. Auf Tartinis Geige spielt er vier bekannte Sonaten seines berühmten Kollegen: Die Sonate in g-Moll op. 1 Nr. 10 „Didone abbandonata“, die Teufelstrillersonate, die Sonate in A-Dur „Pastorale“ und die Sonate in B-Dur „Staggion bella“. Šiškovič und Ferrini musizieren exzellent, und auch der Klang von Tartinis Geige beeindruckt. Das ist nicht selbstverständlich, denn Instrumente, die nur in der Vitrine (oder aber im Tresor) liegen, lassen sich teilweise überhaupt nicht mehr spielen. Tartinis Instrument ist glücklicherweise spielbar, und es klingt verblüffend hell und strahlend. Die Tiefe hingegen ist nicht ganz so ausdrucksstark, wie man sich das heute wünschen würde. 
Man staunt ein wenig, denn im Beiheft zu dieser CD findet man zwar Texte über Tartinis Schaffen sowie über die beiden Musiker – über diese Geige aber findet sich dort keine Zeile. Das hat seinen Grund: Man weiß über diese Geige auch fast nichts; abgesehen davon, dass sie einst Tartinis Instrument war. Experten vermuten, dass sie von dem Geigenbauer Nicola Amati angefertigt worden ist; ein Zettel im Inneren jedenfalls soll besagen, dass sie aus Bologna kommt. 

Montag, 30. Mai 2016

Of Witches and Devils - Tartini, Paganini, Locatelli (Dynamic)

Engelsreine Gesänge und teuflische Klänge – Musik ist oftmals auch mit einer Inszenierung verbunden; und schon in den vergangenen Jahr- hunderten nutzten Virtuosen gern alle Möglichkeiten, sich multimedial in Szene zu setzen. Mit dieser CD erinnern Luca Fanfoni und Luca Ballerini an drei exzellente Geiger, die nicht nur ihr Instrument, sondern auch diese Kunst offenbar ziemlich gut beherrschten. 
Allerdings hat die Legende um die berühmte Teufelstriller-Sonate von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) der Franzose Jérôme de Lalande ins Leben gesetzt. Er erzählte in seinem Buch Voyage en Italie 1769 erstmals von dem Traum des Musikers, in dem der Teufel wundervolle Musik gespielt haben soll – und Tartini sei nach dem Erwachen leider nicht in der Lage gewesen, mehr als Fragmente davon zu notieren. 
Pietro Antonio Locatelli (1695 bis 1764) schrieb ein Capriccio namens Labirinto Armonico, mit dem Hinweis: „Facilis aditus, difficilis exitus.“ Dieses Werk für Solo-Violine ist nicht unbedingt dämonisch, aber anspruchsvoll ist es allemal. 
Nicolò Paganini (1782 bis 1840) stand in dem Ruf, der Teufelsgeiger zu sein. Legenden gibt es über ihn ohne Ende; vermutlich wird er jedoch schlicht über einen langen Zeitraum besonders eifrig und besonders kreativ geübt haben, so dass er schließlich das Publikum mit Effekten und Techni- ken verblüffen konnte, die außer ihm damals keiner beherrschte – „Zauber- geigenkünste“, mit denen er die Leute „verhext“ haben soll. Die Musik dieses Virtuosen hat den größten Anteil auf dieser CD. Luca Fanfoni spielt, begleitet von Luca Ballerini, die „Nel cor più non sento“-Variationen, dazu das Adagio aus dem Violinkonzert Nr. 3 sowie natürlich die Variationen über ein Thema von Franz Süssmayr, die unter dem Titel Le Streghe bekannt wurden. Die Sonata a preghiera erklingt sogar in zwei Versionen. Die Originalversion, hier in Weltersteinspielung, interpretiert Fanfoni auf „Paganinis Violine“; nähere Angaben Fehlanzeige, was ich schade finde – da das Instrument von der Stadt Genua für die Aufnahme zur Verfügung gestellt wurde, darf man annehmen, dass es sich um die Cannone handeln könnte. 
Luca Fanfoni erweist sich als ein hervorragender Geiger mit einer sehr guten Technik und ausgeprägtem Sinn für musikalische Strukturen. Ihm zuzuhören, das macht wirklich Freude, zumal er mit seiner Geige von Goffredo Cappa aus dem Jahre 1690 auch ein phantastisches Instrument spielt. Zurücklehnen und genießen! 

Dienstag, 29. März 2016

Mozart after Mozart (Dynamic)

Mozarts Klavierkonzerte waren sehr beliebt – aber nicht jeder, der sie spielen oder anhören wollte, konnte sich ein Orchester leisten. Daher entstanden schon zu Lebzeiten des Komponisten Arrangements, die dem Solisten am Klavier ein kleineres Ensemble zur Seite stellten. Zwei solche Bearbeitungen von Mozarts Schüler Johann Nepomuk Hummel (1778 bis 1873) sind nun bei Dyna- mic erschienen – die Klavierkonzerte in B-Dur KV 456 und in d-Moll
KV 466. Diese Veröffentlichung scheint zugleich Nebenergebnis eines Forschungsprojektes an der Hochschule der Künste Bern (HKB) zu sein, das die damalige Aufführungspraxis untersucht. Es musizieren Leonardo Miucci, Fortepiano, Martin Skamletz, Traversflöte, Johannes Gebauer, Violine, sowie Bruno Hurtado Gosalvez, Violoncello.

Freitag, 31. Juli 2015

Kalkbrenner; 3 Piano Sonatas Op. 4 (Dynamic)

Luigi Gerosa, ein auf die Musik der Wiener Klassik des 18. Jahrhunderts spezialisierter Pianist, hat nun bei Dynamic seiner zweite CD mit Werken von Friedrich Kalkbrenner (1785 bis 1849) vorgelegt. Damit macht er die drei Klaviersonaten op. 4 in Weltersteinspielung zugänglich. Musikhistorisch ist dies durchaus interessant, denn Kalkbrenner, Sohn von Christian Kalkbrenner (1755 bis 1806), Kapellmeister der preußischen Königin, war einer der ersten Klaviervirtuosen. Seine Ausbildung begann er bei seinem Vater. 1798 schrieb er sich am Pariser Konservatorium ein, wo er bei Louis Adam studierte. 1802 ging er nach Wien, wo er seine Ausbildung komplettierte. Ab 1805 begann er, zu konzertieren – und er hatte rasch großen Erfolg. Von 1814 bis 1823 lebte Kalkbrenner in England, wo er sehr geschätzt wurde. Er spielte Konzerte, gab Unterricht und veröffentlichte seine ersten Werke. Nach Konzertreisen durch Deutschland und Österreich ließ sich der Pianist schießlich 1824 in Paris nieder, und zog sich  weitgehend ins Privatleben zurück. Kalkbrenner war sehr vermögend, und er hatte zudem eine Tochter aus bestem Hause geheiratet. 1849 starb er in Enghien-les-Bains an der Cholera. 
Kalkbrenner sah sich in einer Reihe mit Haydn, Mozart und Beethoven. Diese Aufnahme allerdings zeigt, dass er offenbar zwar grandios Klavier gespielt hat, aber zumindest in seinen frühen Sonaten außer einer Aneinanderreihung von pianistischen Turnübungen wenig zustande brachte. Was jedoch nützen Höchstschwierigkeiten, wenn es an musikalischer Substanz mangelt. Und so plagt sich der Zuhörer mit einer Wiederholung und noch einer Wiederholung. Gegen dieses Geklimper ist jede Beethoven-Sonate vom ersten bis zum letzten Ton eine Offenbarung. Dass man Kalkbrenners Musik heute nicht mehr spielt, das hat, denke ich, schon seinen Grund.

Montag, 29. Juni 2015

Tartini: Complete Violin Concertos (Dynamic)

Ein Projekt ist nun vollendet, das man gar nicht hoch genug einschätzen kann: Diese Box aus dem Hause Dynamic enthält auf 29 CD sämtliche Violinkonzerte von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770). Erstmals sind damit die Konzerte dieses wichtigen italienischen Meisters vollständig zugänglich. 
Tartini hat enorm viele Komposi- tionen geschaffen; allerdings hat er davon kaum etwas drucken lassen. Er hat zudem eine Vielzahl von Schülern aus ganz Europa ausgebildet. So blieben seine Werke erhalten: „Com'è noto la produzione tartiniana è ancor'oggi in gran parte inedita, sopratutto per quanto riguarda i concerti, e giace, perlopiù manoscritta, nelle biblioteche di Padova, Berlino, Dresda, Brüssel, Vienna, Schwerin e Berkeley“, berichtet der Cembalist Nicola Reniero. Er hat gemeinsam mit den Geigern Carlo Lazari, Federico Guglielmo und Giovanni Guglielmo aus diesen Handschriften jeweils eine Notenedition erstellt, aus der musiziert werden kann. Fehlende Abschnitte oder Stimmen hat er ergänzt. Verzierungen und Kadenzen haben, falls erforderlich, die Solisten geschrieben. 
Man hofft, dass diese Noten zukünftig auch im Druck erscheinen, so dass es möglich wird, nicht nur einige wenige dieser Konzerte aufzuführen. Das ist, wie diese Einspielung zeigt, durchaus lohnend. Folgen Tartinis Werke anfangs Vorbildern wie Vivaldi und Corelli, so löst sich der Musiker mehr und mehr von diesen Modellen. An die Stelle von überschäumender ba- rocker Virtuosität treten beinahe schon klassische Brillanz und empfind- same Kantilene. 
Die Auseinandersetzung mit diesen Konzerten hat Giovanni Guglielmo und das von ihm gegründete und geleitete Ensemble L’Arte dell’Arco über Jahre begleitet und beschäftigt. Begonnen haben die Musiker die Gesamteinspie- lung 1996. Nun ist sie komplett. Die Solopartien übernahmen, zu ziemlich gleichen Anteilen, Carlo Lazari, Federico Guglielmo und Giovanni Guglielmo. Gespielt wird, natürlich, auf zeitgenössischen Instrumenten. Gestimmt wurde auf den venezianischen Stimmton bei 442 Hertz; für die Tasteninstrumente wurde eine Stimmung nach Vallotti gewählt. Erläutert werden diese Entscheidungen in dem umfangreichen Beiheft. Musiziert wird klar strukturiert, lebendig und mit jener Hingabe, die ein Projekt wie dieses wohl überhaupt erst ermöglicht. Gratulation an alle Beteiligten – und man darf neugierig bleiben, mit welchen Entdeckungen dieses Ensemble in Zukunft überrascht. 

Dienstag, 3. März 2015

Kalkbrenner: 3 Piano Sonatas op. 1 (Dynamic)

Friedrich Kalkbrenner (1785 bis 1849) war ein gefeierter Klavier- virtuose. Sein Vater, selbst ein renommierter Kapellmeister, sorgte dafür, dass der junge Musiker eine sorgfältige Ausbildung erhielt. So lernte Kalkbrenner ab 1798 am Pariser Konservatorium bei Louis Adam, 1802 zog er nach Wien um, wo er unter anderem ein Schüler von Johann Georg Albrechtsberger war. Drei Jahre später begann er mit solistischen Auftritten; er ging nach Paris und war dort als Klavierlehrer und Pianist erfolgreich. Von 1814 bis 1823 lebte Kalkbrenner in England; nach Konzerten in Deutschland und Österreich kehrte er dann 1825 nach Paris zurück. Auch in den 1830er Jahren ging er mehrfach auf Konzertreisen durch Europa. Er galt als größter Pianist seiner Zeit; allerdings hatte er offenbar wenig Lust, mit Nachwuchsmusikern wie Franz Liszt oder Sigismund Thalberg um die Wette zu spielen. Und so verabschiedete sich Kalkbrenner, der reich geheiratet hatte, beizeiten sehr weitgehend aus dem Konzertleben. 1849 fiel er dann einer Cholera-Epidemie zum Opfer. 
Kalkbrenner war auch als Komponist produktiv, sein Werkverzeichnis umfasst knapp 200 Opusnummmern. Dabei handelt es sich zumeist um Stücke für das Klavier. Auf dieser CD ist sein Opus 1 zu hören – drei Klaviersonaten, entstanden wohl um 1807. Es sind Jugendwerke des Musikers, die etliche schöne Momente haben, aber auch Längen. Mitunter sind sie von unglaublicher Bravheit, wirken fast wie Etüden. Luigi Gerosa spielt sie leider auch so. Musikhistorisch mag das ja interessant sein. Aber wer diese Sonaten nicht kennt, der hat nichts verpasst; es hat in diesem Falle schon seinen Grund, dass diese Musik bisher noch niemand auf CD eingespielt hatte. 

Sonntag, 4. Januar 2015

Rolla: Three Duets for Violin and Viola Op. 15 (Dynamic)

Alessandro Rolla (1757 bis 1841) war ein Virtuose nicht nur auf der Violine, sondern auch auf der Viola. Sein Engagement für beide Instrumente spiegeln vielleicht am schönsten die Duette op. 15. 
Es sind hochvirtuose Werke, an die sich nur ausgesprochen versierte Musiker wagen können. Hier sind Salvatore Accardo und Luigi Alberto Bianchi zu hören, die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1972. „In keinem anderen Duett für Violine und Viola sind derartige akrobati- sche Passagen von überwältigender Virtuosität zu finden“, merkt Bianchi im Beiheft an. „Ein gutes Beispiel für ein solches Feuerwerk ist das Rondò alla Polacca im Duett Nr. 1, ent- standen möglicherweise für einige der hervorragenden Musiker, die Rolla am Mailänder Konservatorium unterrichtet hat.“ Doch nicht die platten zirzensischen Effekte stehen im Vordergrund; Rolla hat einmal mehr wundervolle Musik geschrieben. Accardo und Bianchi haben hörbar ihr Vergnügen an diesen Kabinettstückchen, und spielen sie mit Hingabe. Phantastisch! 

Dienstag, 22. Juli 2014

Rolla: 3 Violin Concertos (Dynamic)

Was für eine Entdeckung! Warum eigentlich hat die Violinkonzerte von Alessandro Rolla (1757 bis 1841) bislang noch niemand ein- gespielt? Er war nicht nur ein bedeutender Geiger, sondern auch einer der gefragtesten Musikpäda- gogen seiner Generation. Zu seinen Schülern soll unter anderem Paga- nini gehört haben. 
Rolla komponierte zudem eine Vielzahl von Werken, angeblich über 600 Stück. Das meiste davon ist dem Vergessen anheim gefallen. Das gilt auch für die Violinkonzerte des Geigers, der zuletzt als Pro- fessor am Konservatorium und als Konzertmeister am Teatro alla Scala in Mailand wirkte. Es sind bezaubernde Werke, eher melodisch als betont virtuos, mitunter von beinahe Haydnschem Witz, und wundervoll ausgewogen zwischen dem Part des Solisten und dem Orchester. Gelegentlich freilich meint man auch den Geigenlehrer zu vernehmen, wie er mit seinen Schülern Tonleitern übt. Paolo Ghidoni präsentiert die drei Violinkonzerte Rollas mit schlankem, strahlen- dem Ton, gemeinsam mit dem Orchestra da Camera del Conservato- rio di Musica di Mantova. 

Sonntag, 9. Februar 2014

"Si suona, a Napoli!" (Dynamic)

„Si suona, a Napoli“, soll seinerzeit Corelli ausgerufen haben, als er in Neapel musizierte und die dortigen Musiker erlebte. So berichtet es jedenfalls Charles Burney, ein renommierter Musik-Chronist des 18. Jahrhunderts. 
Neapel war damals und über einen langen Zeitraum eine Residenz- stadt von europäischem Rang, die viele bedeutende Musiker anzog. Doch nicht  nur der Adel, auch die Kirche und die musikalisch sehr rege Bürgerschaft trugen dazu bei, Virtuosen heranzuziehen und zu inspirieren. Eine Auswahl von Flötenkonzerten aus dem 18. Jahrhundert haben Renata Cataldi, Traversflöte, und Le Musiche da Camera, ein auf derartige Musik spezialisiertes Ensemble aus Neapel, auf der vorliegenden CD ein- gespielt. Es sind gelungene Werke, die durchweg die Wiederent- deckung lohnen – und ansprechend vorgetragen werden sie auch. 

Dienstag, 17. September 2013

Tartini: Sonatas for solo violin (Dynamic)

Einunddreißig undatierte Sonaten von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) enthält ein Manuskript, das sich heute im Archiv der Vene- randa Arca des Santo in Padua befindet. Sie sind vermutlich zwischen 1745 und 1750 entstan- den; Tartini hat sie zudem immer wieder überarbeitet, wie zahl- reiche Korrekturen auf den Seiten zeigen. 
15 dieser Werke für Violine solo stellt Crtomir Siskociv auf dieser Doppel-CD vor. Der Triester Geiger hat sich mit dem Schaffen seines berühmten Kollegen intensiv auseinandergesetzt. So macht er hörbar, dass Tartini – obwohl er gar nicht weit von Venedig entfernt lebte und wirkte – eine gänzlich andere Musik komponierte als sein Zeitgenosse Vivaldi. Um es auf den Punkt zu bringen: Seine Werke sind abwechslungsreich, aber auch stolz und ein bisschen verwegen. Simple Wiederholungen, Modulatio- nen ohne Überraschung oder die vordergründige Zurschaustellung von Virtuosität wird man in diesen Sonaten nicht finden. Wer daran sein Vergnügen hat, der wird diese Aufnahme lieben – zumal Siskovic wirklich hinreißend musiziert. 

Sonntag, 21. Juli 2013

Buxtehude - Bach: De divina inventione (Dynamic)

Ivana Valotti, seit 1990 Professorin für Orgelspiel und Orgel-Komposition am Mailänder Konservatorium, hat für diese CD ein interessantes Konzept entwickelt: Sie kombiniert Orgelwerke von Dieterich Buxtehude mit ihren Entsprechungen aus der Feder Johann Sebastian Bachs.
Wie sein Biograph Nikolaus Forkel berichtet, ist Bach im Oktober 1705 von Arnstadt nach Lübeck zu Fuß marschiert, um den verehrten Meister zu besuchen und von ihm zu lernen. Die Spuren, die diese Reise in Bachs Werk hinterlassen hat, macht Valotti auf ihrer CD hörbar. Ihr Orgelspiel ist kraftvoll, energisch, mitunter vielleicht fast schon ein bisschen herb. Doch der direkte Vergleich erweist sich als ein fruchtbringender Ansatz – und die Aufnahme ist zudem ein ausgesprochenes Hörvergnügen. Es erklingt eine Orgel von Francesco Zanin, die der Orgelbauer 2006 nach norddeutschen Vorbildern angefertigt hat. 

Sonntag, 7. Juli 2013

The Pupils of Tartini (Dynamic)

Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) war nicht nur ein berühmter Geiger, er unterrichtete auch selbst Musiker aus ganz Europa. Die Violinschule, die um Tartini und seine Schüler entstand, genoss im Europa des 18. Jahrhunderts weithin einen ausgezeichneten Ruf, und der Violinvirtuose wurde bald gerühmt als Maestro delle Nazio- ni. 
Das lag auch mit daran, dass sich um ihn nicht nur die Musiker scharten. Auch viele andere Gäste besuchten Tartini – der Adel, Kaufleute, Wissenschaftler, Diplomaten, Schriftsteller, bildende Künstler. So verbreitete sich sein Ruf von Spanien bis Schweden und von Böhmen bis England. 
Crtomir Siskovic, Violine, und Luca Ferrini am Cembalo stellen auf dieser CD Violinsonaten vor, die Schüler Tartinis komponiert haben. Die Werke von Michele Stratico, Domenico Dall'Oglio, Antonio Nazari, Ignazio Gobbi und Pietro Nardini brennen  sämtlich ein Feuerwerk an musikalischen Ideen ab. Schöne Melodien, sangliche Linien, und eine ansprechende harmonische Gestaltung machen diese Sonaten zu einem Hörvergnügen – und die beiden Solisten präsentieren fünf Werke in Weltersteinspielung gekonnt und sehr ansprechend. Bravi!