Eine exzellente junge Musikerin stellt sich vor: Hiyoli Togawa, Schülerin von Antoine Tamestit, legt bei Naxos ihr Debütalbum vor. Die Wahl-Berlinerin, die wichtige Wettbewerbe gewonnen hat, ist als Solistin auf bedeutenden Konzertpodien mittlerweile sehr gefragt.
Auf dieser CD präsentiert sie sich allerdings als leidenschaftliche Kammermusikerin mit Werken der Romantiker George Onslow (1784 bis 1853), Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) und Johann Wenzel Kalliwoda (1801 bis 1866). Dabei musiziert sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Klavierpartnerin Lilit Grigoryan.
Die beiden Sonaten von Onslow und Mendelssohn zeichnen sich dadurch aus, dass das Klavier in diesen Werken einen gewichtigen Part übernimmt. So treten die Musikerinnen in einen Dialog, der beide durchaus umfassend zu Wort kommen lässt – und den sie ebenso präzise wie sensibel gestalten. Besonders zu rühmen ist ihr feinsinniges Zusammenspiel, wie aus einem Puls und einem Gedanken. Ein Debüt, das rundum begeistert!
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Freitag, 30. März 2018
Donnerstag, 27. Oktober 2016
Rolla: Viola Sonatas (Naxos)
Alessandro Rolla (1757 bis 1841) war ein exzellenter Geiger und einer der besten Bratscher seiner Zeit. Er hat das erste Bratschenkonzert der Musikgeschichte geschrieben und auch selbst gespielt – als 15jähriger, in der Basilika Ambrosiana, noch während seiner Ausbildung in Mai- land. Dort lernte er unter anderem Kontrapunkt bei Giovanni Andrea Fioroni, dem Domorganisten. 1782 wurde er Solobratscher, 1792 Konzertmeister der Hofkapelle in Parma.
Rolla galt zudem als ein hervorra- gender Musikpädagoge. Er sollte wohl auch den jungen Paganini unter- richten. Dieser hat später erzählt, als er zu seinem maestro gekommen sein, habe dieser krank zu Bett gelegen, und er sei in ein Nebenzimmer geführt worden. Dort habe er ein Violinkonzert Rollas vorgefunden – und es spontan vom Blatt gespielt. Rolla habe darüber gestaunt, und er habe gemeint, er könne Paganini nichts mehr beibringen.
Eine hübsche Anekdote, der man aber besser keinen Glauben schenken sollte. Zum einen haben Rolla und Paganini in späteren Jahren gemein- sam Konzerte gegeben. Zum anderen finden sich etliche Bravourstückchen, mit denen Paganini später sein Publikum verzückte, bereits in den Werken Rollas. Dieser erwarb sich übrigens auch als Dirigent einen ausgezeichne- ten Ruf; ab 1802 war er an der Mailänder Scala tätig. Später unterrichtete er zudem Violine und Viola am neu gegründeten Konservatorium.
Neben einer Vielzahl von Musikstücken für den Unterricht komponierte Rolla unter anderem Ballettmusiken, zwölf Sinfonien, diverse Konzerte und sehr viel Kammermusik. Jennifer Stumm, Gewinnerin zahlreicher renommierter Wettbewerbe, hat für ihre CD in der Laureate Serie von Naxos eine Auswahl von Rollas Musik für die Bratsche zusammengestellt. Zu hören sind drei seiner Viola-Sonaten, von der jungen Solistin mit der Pianistin Connie Shih eingespielt. Außerdem erklingen drei Etüden, die Rolla sicherlich für seine Schüler geschrieben hat, sowie das Duetto in A-Dur für Violine und Viola op. 18, Nr. 1, das Jennifer Stumm gemeinsam mit der Geigerin Liza Ferschtman vorstellt.
Dass Rollas Musik heute nahezu vergessen ist, kann man kaum glauben, wenn man diese CD anhört. Denn seine Werke sind keineswegs Virtuosen-Massenware; sie überzeugen durch schöne Melodien, Charme, Witz und Schwung. Jennifer Stumm setzt mit ihrem Engagement für diesen Kompo- nisten ein Zeichen – und man hofft, dass in Zukunft weitere Musikstücke von Alessandro Rolla den Weg zurück auf das Konzertpodium finden. Es lohnt sich.
Rolla galt zudem als ein hervorra- gender Musikpädagoge. Er sollte wohl auch den jungen Paganini unter- richten. Dieser hat später erzählt, als er zu seinem maestro gekommen sein, habe dieser krank zu Bett gelegen, und er sei in ein Nebenzimmer geführt worden. Dort habe er ein Violinkonzert Rollas vorgefunden – und es spontan vom Blatt gespielt. Rolla habe darüber gestaunt, und er habe gemeint, er könne Paganini nichts mehr beibringen.
Eine hübsche Anekdote, der man aber besser keinen Glauben schenken sollte. Zum einen haben Rolla und Paganini in späteren Jahren gemein- sam Konzerte gegeben. Zum anderen finden sich etliche Bravourstückchen, mit denen Paganini später sein Publikum verzückte, bereits in den Werken Rollas. Dieser erwarb sich übrigens auch als Dirigent einen ausgezeichne- ten Ruf; ab 1802 war er an der Mailänder Scala tätig. Später unterrichtete er zudem Violine und Viola am neu gegründeten Konservatorium.
Neben einer Vielzahl von Musikstücken für den Unterricht komponierte Rolla unter anderem Ballettmusiken, zwölf Sinfonien, diverse Konzerte und sehr viel Kammermusik. Jennifer Stumm, Gewinnerin zahlreicher renommierter Wettbewerbe, hat für ihre CD in der Laureate Serie von Naxos eine Auswahl von Rollas Musik für die Bratsche zusammengestellt. Zu hören sind drei seiner Viola-Sonaten, von der jungen Solistin mit der Pianistin Connie Shih eingespielt. Außerdem erklingen drei Etüden, die Rolla sicherlich für seine Schüler geschrieben hat, sowie das Duetto in A-Dur für Violine und Viola op. 18, Nr. 1, das Jennifer Stumm gemeinsam mit der Geigerin Liza Ferschtman vorstellt.
Dass Rollas Musik heute nahezu vergessen ist, kann man kaum glauben, wenn man diese CD anhört. Denn seine Werke sind keineswegs Virtuosen-Massenware; sie überzeugen durch schöne Melodien, Charme, Witz und Schwung. Jennifer Stumm setzt mit ihrem Engagement für diesen Kompo- nisten ein Zeichen – und man hofft, dass in Zukunft weitere Musikstücke von Alessandro Rolla den Weg zurück auf das Konzertpodium finden. Es lohnt sich.
Sonntag, 16. Mai 2010
Brahms: Sonatas for Viola and Piano (Naxos)
Werke, mit denen Violisten "ihr" Instrument präsentieren können, sind rar. Schreibt der Komponist für hohe Streicher, dann schreibt er für Violine. Wünscht er tiefe Streicher, dann denkt er üblicher- weise an den sonoren Klang des Violoncellos.
Exemplarisch sichtbar wird dies an der Sonate für Klavier und Violine Nr. 1 G-Dur, op. 78, von Johannes Brahms. Der Komponist muss dieses Werk sehr geschätzt haben; nicht umsonst entschied er, dass diese Sonate bei der Beisetzung von Clara Schumann erklingen soll. Und noch in demselben Jahr schuf Brahms eine Bearbeitung des Werkes in D-Dur für Violoncello und Klavier, der veränderten Klang- welt penibel angepasst.
Exemplarisch sichtbar wird dies an der Sonate für Klavier und Violine Nr. 1 G-Dur, op. 78, von Johannes Brahms. Der Komponist muss dieses Werk sehr geschätzt haben; nicht umsonst entschied er, dass diese Sonate bei der Beisetzung von Clara Schumann erklingen soll. Und noch in demselben Jahr schuf Brahms eine Bearbeitung des Werkes in D-Dur für Violoncello und Klavier, der veränderten Klang- welt penibel angepasst.
Auf dieser CD spielt Roberto Díaz das Stück auf der Viola, gemeinsam mit Jeremy Denk am Klavier. Diese Fassung stammt von Csaba Erdélyi, der die beide Brahms'schen Varianten genutzt hat, um aus- schließlich mit den musikalischen Ideen des Meisters daraus eine weitere Version zu kompilieren - ebenfalls in D-Dur, nur eben in der Mittellage. Das Ergebnis vermag, verglichen mit den Originalen, leider nicht wirklich zu überzeugen. Denn in der Höhe fehlt der Bratsche der strahlende Klang, und in der Tiefe das Volumen. Auch gegen den Flügel gibt das nicht genug Kontrast.
Brahms aber hat zwei Sonaten für Klavier und Klarinette oder Viola in f-Moll und Es-Dur, op. 120, geschrieben. Sie wirken in einigen Passagen ganz erstaunlich modern. Man horcht auf und wundert sich - diese Musik soll wirklich schon über hundert Jahre alt sein?
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