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Donnerstag, 27. März 2014
PicCollage (Talanton)
Die Piccoloflöte ist die Leiden- schaft der Leipziger Musikerin Gudrun Hinze. Sie hat gemeinsam mit Kollegen, die zumeist dem MDR Sinfonieorchester und dem Gewandhausorchester Leipzig angehören, eine CD eingespielt, um diese Passion weiterzugeben. „Feuerzauber, Hexentanz und ländliche Gewitter haben seit vielen Jahrhunderten Komponi- sten bei der Instrumentation ihrer Orchesterwerke zum Piccolo greifen lassen. Neben den funkensprühenden Eigenschaften meines kleinen Instrumentes gibt es aber auch noch die nahe Verwandtschaft zur irischen Penny Whistle mit ihrem schwebenden und romantischen Klang, die feingliedrige virtuose Klarheit und den spitzbübischen Witz, die in der Seele des Piccolos schlummern“, schwärmt Hinze im Beiheft zu dieser CD. In der Musik, die die Flötistin ausgewählt hat, kommen all diese Facetten zur Geltung. Musiziert wird zudem wunderbar. Meine Empfehlung - diese CD ist wirklich hinreißend!
Dienstag, 19. März 2013
Haydn: Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze (Talanton)
Musica Instrumentale sopra sette ultime Parole del nostro Redentore in Croce, so nannte Joseph Haydn ein Musikstück, das die Domherren aus Cadízp bei ihm bestellt hatten. Das Werk sollte bei einer Andacht 1786 am Karfreitag erklingen, bei der der Bischof jeweils eines der Sieben letzten Worte Jesu sprach, und durch eine Betrachtung er- gänzte. Im Anschluss daran kniete er vor dem Altar zum Gebet nieder - und die Musik erklang.
Haydn schrieb, zunächst in einer Version für Orchester, eine beeindruckende, ausdrucksstarke Passionsmusik. Der Komponist erstellte davon zudem Fassungen für Streichquartett und für Klavier solo sowie eine Oratorien-Version für vier Gesangssolisten, Chor und Orchester. Heute wird das berühmte Werk häufig in der Bearbeitung für Streichquartett aufgeführt.
Es besteht aus einer Einleitung, die auf den Bericht vom Leiden und Sterben Christi einstimmen soll, gefolgt von sieben durchweg lang- samen Instrumentalsätzen und einem abschließenden Presto-Erd- beben - vergleichsweise kurz, aber kraftvoll. "Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phanta- sie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, wel- che im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesproche- nen Wortes lagen. Haydn erklärte so auch öfters diese Arbeit für eine seiner gelungensten", schrieb sein Biograph Georg August Griesin- ger.
Auch für Musiker, die dieses Werk spielen wollen, ist das keine leichte Aufgabe. Denn sie sollten, über den reinen Notentext hinaus, stets auch den geistlichen Hintergrund zur Grundlage ihrer Interpretation machen. "Wenige Musiken widersetzen sich Beliebigkeit, Gefälligkeit und dem Ignorieren von Texten und Kontexten so sehr wie diese Komposition Joseph Haydns", stellt Rudolf Conrad fest. Der Leipziger Geiger musiziert seit 1996 gemeinsam mit Kathrin Pantzier, ebenfalls Violine, Dietrich Hagel, Viola und Günter Krause im Laetitia-Quartett. Die Leipziger Musiker, Mitglieder des MDR-Sinfonieorchesters sowie des Gewandhausorchesters, haben Haydns berühmte Passionsmusik nun bei Talanton eingespielt.
Das Laetitia-Quartett engagiert sich für eine historisch orientierte Spielweise, die originale Klangbilder auf modernen Instrumenten durch eine angepasste Technik anstrebt. Die Sieben letzten Worte erklingen in perfektem Zusammenspiel, nuancenreich, aber ohne übertriebene Sentimentalität, eher klassisch-korrekt als romantisch verklärt. Eine gelungene Aufnahme, die an dieser Stelle empfohlen werden kann.
Haydn schrieb, zunächst in einer Version für Orchester, eine beeindruckende, ausdrucksstarke Passionsmusik. Der Komponist erstellte davon zudem Fassungen für Streichquartett und für Klavier solo sowie eine Oratorien-Version für vier Gesangssolisten, Chor und Orchester. Heute wird das berühmte Werk häufig in der Bearbeitung für Streichquartett aufgeführt.
Es besteht aus einer Einleitung, die auf den Bericht vom Leiden und Sterben Christi einstimmen soll, gefolgt von sieben durchweg lang- samen Instrumentalsätzen und einem abschließenden Presto-Erd- beben - vergleichsweise kurz, aber kraftvoll. "Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phanta- sie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, wel- che im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesproche- nen Wortes lagen. Haydn erklärte so auch öfters diese Arbeit für eine seiner gelungensten", schrieb sein Biograph Georg August Griesin- ger.
Auch für Musiker, die dieses Werk spielen wollen, ist das keine leichte Aufgabe. Denn sie sollten, über den reinen Notentext hinaus, stets auch den geistlichen Hintergrund zur Grundlage ihrer Interpretation machen. "Wenige Musiken widersetzen sich Beliebigkeit, Gefälligkeit und dem Ignorieren von Texten und Kontexten so sehr wie diese Komposition Joseph Haydns", stellt Rudolf Conrad fest. Der Leipziger Geiger musiziert seit 1996 gemeinsam mit Kathrin Pantzier, ebenfalls Violine, Dietrich Hagel, Viola und Günter Krause im Laetitia-Quartett. Die Leipziger Musiker, Mitglieder des MDR-Sinfonieorchesters sowie des Gewandhausorchesters, haben Haydns berühmte Passionsmusik nun bei Talanton eingespielt.
Das Laetitia-Quartett engagiert sich für eine historisch orientierte Spielweise, die originale Klangbilder auf modernen Instrumenten durch eine angepasste Technik anstrebt. Die Sieben letzten Worte erklingen in perfektem Zusammenspiel, nuancenreich, aber ohne übertriebene Sentimentalität, eher klassisch-korrekt als romantisch verklärt. Eine gelungene Aufnahme, die an dieser Stelle empfohlen werden kann.
Montag, 4. Juni 2012
Les haulz et les bas - ad modum tubae (Talanton)
Dies ist der Mitschnitt eine Live-Konzertes vom Festival Montal- bane. Die internationalen Tage der mittelalterlichen Musik finden alljährlich an einem Juni-Wochen- ende in Freyburg an der Unstrut statt.
Ein Ensemble, wie es auf dieser CD zu hören ist, das ist uns aus der bildenden Kunst des 14., 15. und 16. Jahrhunderts bekannt - auf vielen Bildern sieht man Musiker mit einem Paar langer, gerader Blechblasinstrumente, man er- kennt zudem Pommer, Schalmeien, Dudelsack und Pauken, mitunter auch noch weitere Schlag- und Rhythmusinstrumente. Diese Beset- zung also hat einst den Reichen und Mächtigen aufgespielt. Doch wie hat diese Musik geklungen?
Das Ensemble Les haulz et les bas, 1993 gegründet, hat sich auf die Rekonstruktion von Blasmusik aus Mittelalter und Renaissance spezialisiert. Gesine Bänfer, Jan Harrison, David Yakus, Christian Braun, Michael Metzler und Andrea Piccioni erarbeiten sich mit Hilfe von musikhistorischen Recherchen, wie jene Werke aufzuführen sind, die damals von den Stadtpfeifern und Hofmusikern auf Schalmei, Pommer und Zugtrompete gespielt worden sind. Das Resultat ist hinreißend.
Und dass die Alta Capella wirklich laut war, versteht sich von selbst. Es war ja ihre Aufgabe, die Ankunft eines Herrschers klangvoll zu verkünden, bei Festessen und anderen Feierlichkeiten zu musizieren, Fürsten und Könige auf Reisen zu geleiten, und zum Tanz aufzuspielen - und bei all diesen Gelegenheiten dürfte es nicht gerade leise zuge- gangen sein.
Die vorliegende CD präsentiert eine Auswahl von Werken, die auf geraden Naturtrompeten, den Businen, sowie mit Schalmei, Pommer und Dudelsack vorgestellt werden. Mit einigen Stücken erinnern die Musiker zudem daran, dass diese Art der Musik ihre Wurzeln im Orient hat. Dort heißt das entsprechende Ensemble Naubat.
Ein Ensemble, wie es auf dieser CD zu hören ist, das ist uns aus der bildenden Kunst des 14., 15. und 16. Jahrhunderts bekannt - auf vielen Bildern sieht man Musiker mit einem Paar langer, gerader Blechblasinstrumente, man er- kennt zudem Pommer, Schalmeien, Dudelsack und Pauken, mitunter auch noch weitere Schlag- und Rhythmusinstrumente. Diese Beset- zung also hat einst den Reichen und Mächtigen aufgespielt. Doch wie hat diese Musik geklungen?
Das Ensemble Les haulz et les bas, 1993 gegründet, hat sich auf die Rekonstruktion von Blasmusik aus Mittelalter und Renaissance spezialisiert. Gesine Bänfer, Jan Harrison, David Yakus, Christian Braun, Michael Metzler und Andrea Piccioni erarbeiten sich mit Hilfe von musikhistorischen Recherchen, wie jene Werke aufzuführen sind, die damals von den Stadtpfeifern und Hofmusikern auf Schalmei, Pommer und Zugtrompete gespielt worden sind. Das Resultat ist hinreißend.
Und dass die Alta Capella wirklich laut war, versteht sich von selbst. Es war ja ihre Aufgabe, die Ankunft eines Herrschers klangvoll zu verkünden, bei Festessen und anderen Feierlichkeiten zu musizieren, Fürsten und Könige auf Reisen zu geleiten, und zum Tanz aufzuspielen - und bei all diesen Gelegenheiten dürfte es nicht gerade leise zuge- gangen sein.
Die vorliegende CD präsentiert eine Auswahl von Werken, die auf geraden Naturtrompeten, den Businen, sowie mit Schalmei, Pommer und Dudelsack vorgestellt werden. Mit einigen Stücken erinnern die Musiker zudem daran, dass diese Art der Musik ihre Wurzeln im Orient hat. Dort heißt das entsprechende Ensemble Naubat.
Donnerstag, 26. April 2012
Nell' Autunno di Bisanzio - Guillaume Du Fay zwischen Orient und Okzident (Raumklang)
Als Konstantinopel 1453 von Sultan Mehmed II. erobert wurde, flüchteten zahlreiche Gelehrte aus dem untergehenden Byzantini- schen Reich. Sie suchten vor allem in Norditalien Zuflucht, und brach- ten Handschriften mit, die die Hu- manisten inspirierten und jenen Aufbruch aus dem scholastischen Zeitalter beförderten, den wir heute Renaissance nennen.
Auch Musikern jener Zeit, ausge- bildet überwiegend nach franko-flämischer Tradition, verhalf der Kontakt mit Byzanz zu neuen Ideen, wie diese CD zeigt. So beklagte Guillaume Du Fay, der um 1425 auf Reisen Patras und Peloponnes kennengelernt hatte, in seiner Lamentatio sanctae matris ecclesiae Constantinopolitanae die Eroberung Konstantinopels. Vasilissa Ergo gaude, möglicherweise seine früheste Motette, schrieb er 1420 für die Hochzeit Theodors von Morea, Sohn des byzantinischen Kaisers Manuel Palaiologos, mit der Prinzessin von Rimini, Cleofe Malatesta.
Ein Threnos, ein Klagelied auf den Fall Konstantinopels, ist auch von Manuel Chrysaphes Lampadarios überliefert. Er war Kantor an der Hagia Sophia, und Sänger am kaiserlichen Hof. Nach der Eroberung Konstantinopels lebte er wohl in Serbien und auf Kreta.
Die CD enthält zudem Werke von Johannes Legrant, Beltram Feragut und Ebreo da Pesaro. Sie werden vorgetragen von der Sängerin Theodora Baka, dem Ensemble für Alte Musik Ex Silentio unter Leitung von Dimitris Kountouras und dem Vokalensemble Arkys, geleitet von Giorgos Kyriakakis.
Auch Musikern jener Zeit, ausge- bildet überwiegend nach franko-flämischer Tradition, verhalf der Kontakt mit Byzanz zu neuen Ideen, wie diese CD zeigt. So beklagte Guillaume Du Fay, der um 1425 auf Reisen Patras und Peloponnes kennengelernt hatte, in seiner Lamentatio sanctae matris ecclesiae Constantinopolitanae die Eroberung Konstantinopels. Vasilissa Ergo gaude, möglicherweise seine früheste Motette, schrieb er 1420 für die Hochzeit Theodors von Morea, Sohn des byzantinischen Kaisers Manuel Palaiologos, mit der Prinzessin von Rimini, Cleofe Malatesta.
Ein Threnos, ein Klagelied auf den Fall Konstantinopels, ist auch von Manuel Chrysaphes Lampadarios überliefert. Er war Kantor an der Hagia Sophia, und Sänger am kaiserlichen Hof. Nach der Eroberung Konstantinopels lebte er wohl in Serbien und auf Kreta.
Die CD enthält zudem Werke von Johannes Legrant, Beltram Feragut und Ebreo da Pesaro. Sie werden vorgetragen von der Sängerin Theodora Baka, dem Ensemble für Alte Musik Ex Silentio unter Leitung von Dimitris Kountouras und dem Vokalensemble Arkys, geleitet von Giorgos Kyriakakis.
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