Posts mit dem Label Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 1. April 2018

Haydn: The Seven Last Words of our Saviour on the Cross (Capriccio)

Noch ein Nachtrag zur Passionszeit: Einspielungen von Joseph Haydns Passionsmusik Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz gibt es in großer Zahl – aber eine der schönsten und zugleich eine der unbestrittenen Referenzen ist im vergangenen Jahr bei Capriccio digital remastered wieder erschienen. Entstanden ist sie 1992 als Live-Mitschnitt eines Konzertes mit den Camerata Salzburg – das Ensemble hieß damals noch Camerata Acade- mica des Mozarteums Salzburg – unter Leitung von Sándor Végh. 
Der ungarische Violinist, ein Schüler von Jenö Hubay, kam 1972 als Professor für Geige an das Mozarteum. Er musizierte mehrfach mit den Camerata, und 1978 wurde er zum künstlerischen Leiter des Ensembles gewählt, dem er dann bis zu seinem Tode 1997 vorstand. Végh war ein Musiker von Format. Das zeigt sich auch in dieser Aufnahme, mit ihrer ganz erstaunlichen Eindringlichkeit und Intimität. Welche Klarheit der Strukturen! Man meint mitunter, ein Streichquartett zu hören, doch in diesem Falle musiziert tatsächlich ein Kammerorchester. Auch wenn man dieses Werk heute wahrscheinlich ganz anders spielen würde, lohnt es sich unbedingt, diese Aufnahme anzuhören. Faszinierend! 

Mittwoch, 16. März 2016

Haydn: Die sieben letzten Worte (Obsculta Music)

Ein hochklassiger Konzertmitschnitt aus der Abteikirche des Stifts Heiligenkreuz im Wienerwald ist beim hauseigenen Label Obsculta Music erschienen: Das Razumovsky-Quartett hat dort am Mittwoch der Karwoche 2013 Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze von Joseph Haydn vorgetragen. Die zugehörigen Bibeltexte sprach, angenehm dezent, Christian Reiner. 
Dieses Konzert scheint im Stift Heiligenkreuz eine Tradition zu sein; für die Heilige Woche 2016 jedenfalls fand ich ebenfalls eine Ankündigung. Und wer die Chance hat, der sollte es sich nicht entgehen lassen, Haydns Passions- und Meditationsmusik in dieser einzigartigen Atmosphäre zu erleben. 
Der Komponist hatte sie 1787 als Auftragswerk für einen Priester aus dem spanischen Cadiz geschrieben, zunächst für Orchester. Wohl auf Bitten seines Verlegers Artaria fertigte Haydn bald darauf eine Fassung für Streichquartett an. Sie entspricht dem innigen Charakter dieser Musik letztendlich am besten, und wurde auch sehr oft auf CD veröffentlicht. Das Razumovsky-Quartett reiht sich mit seinem intensiven, ausdrucksstarken Spiel würdig in die lange Reihe der Interpreten ein, die vom Cuarteto Casals über das Gewandhaus-Quartett bis hin zum Kuijken Quartet reicht. Unbe- dingt anhören, es lohnt sich! 

Samstag, 12. März 2016

The Last Words of Christ (Challenge Classics)

Das Ebonit Saxophone Quartet wurde 2011 am Konservatorium Amsterdam gegründet. Die Mitglieder des Ensembles – Simone Müller, Sopransaxophon, Dineke Nauta, Altsaxophon, Johannes Pfeuffer, Tenorsaxophon, und Pauline Marta Kulesza, Baritonsaxophon – haben alle in der Klasse von Arno Bornkamp studiert. Mittlerweile sind die jungen Musiker erfolgreich in der künstle- rischen Praxis angekommen, und haben bereits etliche Preise gewonnen; in der Saison 2016/17 werden sie als Preisträger des Wettbewerbes „Dutch Classical Talent“ auf eine Konzertreise durch die Niederlande gehen. 
Für ihre Debüt-CD bei Challenge Classics haben vier Bläser Abschnitte aus Joseph Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze mit Musik aus dem 20. Jahrhundert kombiniert. Es sind Einzelsätze aus Werken von Max Reger, Anton Webern, Jean Sibelius und Dmitri Schostakowitsch, die in Gestus und Gestaltung zu Haydns berühmten Quartettsätzen passen. Die Arrangements dafür haben sie überwiegend selbst geschaffen. 
Im Original ist vorgesehen, dass der Priester vor jedem Musikstück eines der sieben letzten Worte Jesu spricht. Um den Charakter dieser Medita- tionsmusik zu unterstreichen, haben die Musiker beschlossen, diese Texte ebenfalls vortragen zu lassen – leider haben sie auch die Meditation dazu gleich mit ausformuliert. Und die Sopranistin Claron McFadden interpre- tiert diese nun nicht mehr so prägnanten Sprechtexte mit einer Theatralik und einem Pathos, das bei mir, ich gebe es ungern zu, eher einen Lach- anfall auslöst als Andacht. 
Musiziert wird allerdings prächtig. Ob der Saxophon-Sound dieses Ensembles wirklich zu den Haydn-Quartettsätzen passt, das ist Geschmackssache – mir ist er zu hell und zu wenig dramatisch. Aber das Nachtlied op. 138 Nr. 3 von Max Reger klingt wunderbar, und auf die Idee, anstelle des Haydnschen Erdbebens das Allegro-Allegretto aus Schostakowitschs siebentem Streichquartett zu spielen, muss man erst einmal kommen. 

Freitag, 27. März 2015

Haydn: The seven last words of Christ (Zig-Zag Territoires)

Über Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, jene berühmte Meditationsmusik, die Joseph Haydn (1732 bis 1809) im Winter 1786/87 für einen Domherrn aus dem spanischen Cádiz komponiert hat, wurde in diesem Blog bereits mehrfach geschrieben. Dieses Werk, im Original entstanden für Orchester, besteht aus sieben langsamen Sätzen zuzüglich einer ziemlich dramatischen Einleitung sowie einem abschließenden Presto, welches das Erdbeben hörbar macht, das nach Christi Tod die Erde erschütterte. Es erklang zum ersten Male zum Karfreitag 1787 – mit Voraufführungen im Palais Auersperg in Wien sowie in Bonn. Und weil diese Musik weithin gefragt war, fertigte Haydn anschließend noch eine Bearbeitung für Streichquartett an, sowie eine Oratorienversion, für die einmal mehr Baron Gottfried van Swieten den Text lieferte. Innerhalb weniger Jahre erschienen zudem in vier (!) europäischen Musikverlagen Klavierfassungen – nicht von Haydn, aber von ihm geprüft und für gut befunden. 
Dieser Variante hat sich nun Alexej Ljubimow zugewandt: „The Seven Last Words occupies a unique place in Haydn's output“, erläutert der russische Pianist im Beiheft zu seiner CD. „This cycle of slow pieces concluded by a violent Presto calls for great variety of sonorities, strong emotional projection of contrasts with dramatic power, and, finally, judicious balance between tempo and expression.“ Aus diesem Grunde hat sich Ljubimow entschlossen, Haydns Musik auf einem historischen Instrument zu spielen. Ausgewählt hat er dafür den Nachbau eines Tangentenflügels von Späth & Schmahl, Regensburg 1794, angefertigt in der Werkstatt des westflandrischen Spezialisten Chris Maene. Diese Instrumente ähneln äußerlich noch einem Cembalo, aber sie klingen ausdrucksstärker und auch lauter. Mozart beispielsweise kannte und schätzte das „Späthische Clavier“. 
Ljubimow nutzt den Farbenreichtum und die klanglich durchaus unterschiedlichen Register des Tangentenflügels, um Ausdrucksnuancen zu erreichen, die mit einem modernen Konzertflügel so nicht zu erzielen wären. Er spielt grandios, gestaltet souverän und bringt die ganz eigenen Qualitäten der Klavier-Version hervorragend zur Geltung. Diese Einspielung hat sich umgehend einen Platz unter meinen persönlichen Haydn-Lieblingsaufnahmen erobert – und sie wird ihren Referenzstatus ganz ohne Zweifel lange behalten. Unbedingt anhören! 

Dienstag, 19. März 2013

Haydn: Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze (Talanton)

Musica Instrumentale sopra sette ultime Parole del nostro Redentore in Croce, so nannte Joseph Haydn ein Musikstück, das die Domherren aus Cadízp bei ihm bestellt hatten. Das Werk sollte bei einer Andacht 1786 am Karfreitag erklingen, bei der der Bischof jeweils eines der Sieben letzten Worte Jesu sprach, und durch eine Betrachtung er- gänzte. Im Anschluss daran kniete er vor dem Altar zum Gebet nieder - und die Musik erklang. 
Haydn schrieb, zunächst in einer Version für Orchester, eine beeindruckende, ausdrucksstarke Passionsmusik. Der Komponist erstellte davon zudem Fassungen für Streichquartett und für Klavier solo sowie eine Oratorien-Version für vier Gesangssolisten, Chor und Orchester. Heute wird das berühmte Werk häufig in der Bearbeitung für Streichquartett aufgeführt. 
Es besteht aus einer Einleitung, die auf den Bericht vom Leiden und Sterben Christi einstimmen soll, gefolgt von sieben durchweg lang- samen Instrumentalsätzen und einem abschließenden Presto-Erd- beben - vergleichsweise kurz, aber kraftvoll. "Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phanta- sie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, wel- che im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesproche- nen Wortes lagen. Haydn erklärte so auch öfters diese Arbeit für eine seiner gelungensten", schrieb sein Biograph Georg August Griesin- ger. 
Auch für Musiker, die dieses Werk spielen wollen, ist das keine leichte Aufgabe. Denn sie sollten, über den reinen Notentext hinaus, stets auch den geistlichen Hintergrund zur Grundlage ihrer Interpretation machen. "Wenige Musiken widersetzen sich Beliebigkeit, Gefälligkeit und dem Ignorieren von Texten und Kontexten so sehr wie diese Komposition Joseph Haydns", stellt Rudolf Conrad fest. Der Leipziger Geiger musiziert seit 1996 gemeinsam mit Kathrin Pantzier, ebenfalls Violine, Dietrich Hagel, Viola und Günter Krause im Laetitia-Quartett. Die Leipziger Musiker, Mitglieder des MDR-Sinfonieorchesters sowie des Gewandhausorchesters, haben Haydns berühmte Passionsmusik nun bei Talanton eingespielt. 
Das Laetitia-Quartett engagiert sich für eine historisch orientierte Spielweise, die originale Klangbilder auf modernen Instrumenten durch eine angepasste Technik anstrebt. Die Sieben letzten Worte erklingen in perfektem Zusammenspiel, nuancenreich, aber ohne übertriebene Sentimentalität, eher klassisch-korrekt als romantisch verklärt. Eine gelungene Aufnahme, die an dieser Stelle empfohlen werden kann. 

Freitag, 15. Januar 2010

Haydn: Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze - Klenke Quartett (Berlin Classics)


Diese berühmte Passionsmusik entstand 1786 als Orchestermusik für die Karfreitagsmesse in einer spanischen Kapelle - eine Einleitung, sieben durchweg langsame Instrumentalsätze plus abschließendes Presto-Erdbeben, konzipiert als Meditationsmusik zwischen den Lesungen. Einige Jahre später schrieb Haydn eine Bearbeitung dieses Werkes für Streichquartett; und in dieser Fassung wurde es weithin bekannt.
Die vier Musikerinnen des Klenke Quartetts, durchweg Absolventinnen der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar, nehmen die Sieben Worte mit einem weichen, leichten Ton - und eher zurückhaltend als überzogen dramatisch. Mit präzisem, überlegtem Spiel tasten sie sich voran; der Zuhörer erlebt mit ihnen den leidenden und sterbenden Christus, und die Erschütterung angesichts seines Todes. Diese Interpretation ist stets souverän, und ebenso sensibel wie intelligent. Eines wird mehr als deutlich: Hier lässt sich ein Ensemble vernehmen, von dem man noch sehr viel erwarten darf.