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Sonntag, 10. März 2013

Telemann: Complete Violin Concertos Vol. 5 (cpo)

Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) war ein fleißiger Komponist, der im Laufe seines langen Lebens zahlreiche Werke geschaffen hat. Darunter finden sich auch etliche Konzerte für Violine. Verfolgt man die Gesamteinspielung dieser Werke, um die sich Elizabeth Wallfisch derzeit bei cpo verdient macht, dann wird deutlich, dass er dazu sehr verschiedene Modelle erprobte.
Eines aber war ihm wichtig. 1718 schrieb Telemann, er habe in den "meisten Concerten, so mir zu Gesichte kamen / zwar viele Schwü- rigkeiten und krumme Sprünge / aber wenig Harmonie und noch schlechtere Melodie" vorgefunden. In seinen eigenen Werken wollte er dies besser machen - und wie sehr er damit zum Vorbild für andere wurde, zeigt die Tatsache, dass Zeitgenossen wie Bach. Händel und Graupner seine Konzerte abgeschrieben und ihrerseits weiterverar- beitet haben. 
Auf den CD vier und fünf der Gesamteinspielung musiziert Elizabeth Wallfisch gemeinsam mit dem L'Orfeo Barockorchester bzw. der Wallfisch Band. Die beiden Ensembles spielen gleichermaßen versiert. Als 2006 die Ouvertürenkonzerte (CD vier) aufgezeichnet wurden, gab es allerdings die Wallfisch Band noch nicht. In diesem Ensemble, das die Geigerin 2008 ins Leben gerufen hat, musizieren etablierte Barockmusiker gemeinsam mit fortgeschrittenen Studierenden, um ihnen den Übergang ins Berufsleben zu erleichtern. Die jungen Leute sind technisch exzellent; was ihnen an Erfahrung möglicherweise fehlt, das machen sie durch Präzision und Neugier wett. So klingen auch diese Konzerte sehr frisch und inspiriert - ein ganz besonderes Hörvergnügen, das ich sehr empfehlen kann. 

Sonntag, 14. November 2010

Telemann: Complete Violin Concertos Vol. 3 (cpo)

Die australische Geigerin Elizabeth Wallfisch hat sich der Barockgeige verschrieben; sie gehört mittler- weile in diesem Bereich zur Riege der renommierten Solisten. Für die vorliegende CD mit Violinkonzer- ten Georg Philipp Telemanns hat sie neben dem Doppelkonzert in G-Dur TWV 52:G1, das sie gemein- sam mit Susan Carpenter-Jacobs spielt, auch zwei großangelegte Konzerte in Ouvertürenform herausgesucht. Das darf man sich nicht zu einfach vorstellen, denn trotz Werkausgabe gilt es immer wieder, in Archiven auf die Spuren- suche zu gehen. Abschriften helfen bei der Datierung. Und auch sonst findet sich in den verschnürten Mappen immer wieder erstaunliches - was hier die Ersteinspielung des vollständigen Ouvertürenkonzertes in A-Dur TWV 55:A7 ermöglicht. Dieses Werk hält auch sonst so einige Überraschungen bereit.
Etwas konventioneller kommt das Ouvertürenkonzert in D-Dur
TWV 55:D14 daher. Immer wieder tritt die Solovioline aus dem Tutti hervor, um in Ritornellform mit dem Rest des Orchesters zu konzer- tieren oder Abschnitte eines Tanzes solistisch anzuführen. Telemann war ja bekanntlich experimentierfreudig; insgesamt zehn solcher Werke sind überliefert; man darf sich also noch auf einige Ent- deckungen freuen. 
Ebenfalls neu: The Wallfisch Band, ein Orchester, in dem führende Barockspezialisten gemeinsam mit den besten Studierenden und Absolventen von Musikhochschulen musizieren. Die jungen Musiker bringen frischen Wind mit - und lernen im Zusammenspiel mit den erfahrenen Kollegen. Das funktioniert ziemlich gut, wie man auf dieser CD hört. Da wird mit Leidenschaft gespielt, mit Selbstbewusstsein und auch mit Humor. Sehr hörenswert.