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Sonntag, 29. Mai 2016

Wesley: Organ Music (Somm)

Samuel Wesley (1766 bis 1836) war ein überaus geschätzter Organist. Er war der Sohn des anglikanischen Priesters Charles Wesley, bekannt als Hymnendichter, und der Neffe von John Wesley, beide gehören zu den Begründern der methodistischen Bewegung. Für die Familie dürfte es daher ein ziemlicher Schock gewesen sein, dass sich Samuel Wesley schon im Alter von 18 Jahren zur römisch-katholischen Kirche bekannte. Auch sein Lebenswandel dürfte nicht für Begeisterung gesorgt haben; so kreativ, wie er als Musiker war, so unkonventionell waren wohl seine persönlichen Verhältnisse. Seiner Beliebtheit aber scheint all dies keinen Abbruch getan zu haben. 
Wesley hat ein ebenso umfangreiches wie umfassendes Werk hinterlassen. Eine Auswahl aus seinem Orgelwerk, das als absoluter Höhepunkt in der neueren englischen Orgelliteratur gilt, hat Jennifer Bate bei Somm einge- spielt. Die Organistin musiziert an der historischen Orgel der St. James‘s Church, Bermondsey, 1829 von James Bishop erbaut und 2002 von Goetze and Gwynn soweit wie möglich in den Originalzustand zurückversetzt. Die Aufnahme öffnet zugleich ein Fenster in eine Orgeltradition, die sich von der kontinentalen krass unterscheidet. Sehr spannend! 

Sonntag, 24. März 2013

Wesley: Ascribe unto the Lord (Chandos)

Samuel Sebastian Wesley (1810 bis 1876), Sohn des Komponisten Samuel Wesley (1766 bis 1837) und Großneffe des Begründers der Methodistischen Kirche, John Wesley, gilt als Enfant terrible der britischen Kirchenmusik. Zum einen wechselte er häufig die Stellen. Zum anderen legte er sich regelmäßig mit Autoritäten an - und war bald berüchigt für seine Attacken, die den Klerus ebenso treffen konnten wie seine Mit-Kirchenmusiker. 
Wesley sang als Chorknabe in der Chapel Royal. Anschließend ver- diente er seine Brötchen in London, hauptsächlich am English Opera House und an Covent Garden. Als er dann in den Kirchendienst trat, integrierte er die Erfahrungen, die er an der Oper gesammelt hatte, in seine Kompositionen. Auskomponierte Orgelpartien von sinfoni- schem Ausmaß und Gesangsstimmen, die das Publikum eher an eine Arie denken ließen - das kannte das englische Kirchenvolk damals noch nicht, und entsprechend reagierten auch die Kritiker. 
Hört man die Werke heute, so klingt all das sehr spätromantisch. Der berühmte Chor des St. John's College aus Cambridge singt unter Leitung von Andrew Nethsingha; allerdings sind sich die Herren Chorister nicht immer ganz einig, was Tonhöhe und Tempi anbetrifft. Von Hörvergügen kann daher auch nicht wirklich die Rede sein.