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Montag, 30. Januar 2017

The Symphonic Euphonium (Chandos)

Was ist ein Euphonium? Ein tiefes Blechblasinstrument aus der Familie der Bügelhörner – erfunden wurde es Mitte der 1843, und seine Heimat ist die Brass Band. Auch im Sinfonie- orchester wird es mitunter benötigt. Sein Name bedeutet „wohlklingend“, und es hat einen Tonumfang von vier bis fünf Oktaven – „depending on who is playing it“, merkt David Childs an, der Solist dieser Auf- nahme. Allerdings hat das Eupho- nium, ähnlich wie die Tuba, selten Gelegenheit, zu zeigen, wie samt- weich und melodisch es klingen kann, wie facettenreich und wie berückend. 
Dem lässt sich abhelfen: Auf dieser CD stellt David Childs, Euphonist in dritter Generation und wie sein Vater Robert und sein Onkel Nicolas ein herausragender Virtuose auf diesem Instrument, vier Konzerte vor, in denen sich das Euphonium sehr eindrucksvoll präsentiert. Sie stammen von Joseph Horovitz (*1926), Philip Wilby (*1949), Alun Hoddinott (1929 bis 2008) und Karl Jenkins (*1944). David Childs musiziert gemeinsam mit dem BBC National Orchestra of Wales unter Leitung von Bramwell Tovey. 

Donnerstag, 18. Februar 2016

Neeme Järvi conducts Offenbach (Chandos)

Dass die Musik von Jacques Offen- bach noch immer einer Wiederent- deckung harrt, macht Orchester- zauberer Neeme Järvi auf dieser CD gemeinsam mit dem Orchestre de la Suisse Romande deutlich. Jakob Offenbach (1819 bis 1880) war der Sohn eines jüdischen Kantors und stammte aus Köln. Sein Vater brachte ihm bei, Geige und Violoncello zu spielen – und zwar so gut, dass bereits 1833 Luigi Cherubini den Filius als Schüler am Pariser Kon- servatorium akzeptierte. Offenbach blieb auch nach dem Abbruch seines Studiums in Frankreich. Er änderte seinen Namen, aus Jakob wurde Jacques, und musizierte in diversen Boulevardtheatern sowie an der Opéra-Comique; als Cellovirtuose war er sehr erfolgreich. 
Doch den Musiker zog es zur Bühne. 1849 wurde er Dirigent am Théâtre français, für das er auch Bühnenmusiken komponierte. 1855, zur Welt- ausstellung, eröffnete er schließlich eine eigene Spielstätte, das Théâtre des Bouffes-Parisiens. Dort stellte er zunächst Einakter in kleiner Besetzung vor, bis schließlich 1858 Orphée aux enfers, Orpheus in der Unterwelt, jene lange Reihe satirischer Stücke eröffnete, mit denen Offenbach berühmt werden sollte. Mit spitzer Feder und treffsicherem musikalischen Spott unterhielt er das Publikum. 
Allerdings galten in Wien, wo seine Spöttereien gern nachgespielt wurden, etwas andere Sitten. Offenbach arbeitete mit einem eher kleinen Orchester, was den Wienern nicht süffig genug klang, und seine Ouvertüren waren kurz und knackig – für Wiener Verhältnisse ganz entschieden zu kurz, so dass seine Musik für Aufführungen außerhalb von Frankreich oftmals von geschickten Arrangeuren bearbeitet und erweitert wurde. 
Man wird es Neeme Järvi gern verzeihen, dass er für diese Einspielung in der Regel die opulentere Version ausgewählt hat. Das Label Chandos begeistert zusätzlich durch eine hervorragende Aufnahmequalität. Offen- bachs witzige Musik würde man ohnehin gern öfters hören – denn seine frechen Satiren sind längst nicht so verstaubt, wie ihr Alter vermuten lässt.

Sonntag, 11. Oktober 2015

von Suppé: Overtures and Marches (Chandos)

Jurist sollte, Musiker wollte er werden – letzten Endes studierte Francesco Ezechiele Ermenegildo, Cavaliere Suppé-Demelli (1819 bis 1895), der Nachwelt besser bekannt als Franz von Suppé, widerwillig ein wenig Medizin, um sich dann doch der Musik zuzuwenden. 
Das wird einen seiner Verwandten gefreut haben, der auch zu seinen ersten Lehrern gehörte: Gaetano Donizetti. Der junge Francesco nahm Unterricht in Komposition und Kontrapunkt, und begann 1840 seine Laufbahn als Dirigent. Obwohl er etliche bedeutende geistliche Werke geschaffen hat, ist er heute eigentlich nur noch durch die Ouvertüren seiner vielen Opern und Operetten bekannt.
Melodien wie die Ouvertüren zu Leichte Kavallerie, Die schöne Galathée oder Dichter und Bauer oder aber die Humoristischen Variationen über das beliebte Fuchslied „Was kommt da von der Höh’“ sind wahrscheinlich jedem vertraut. Und vielleicht ergeht es dem Komponisten, der zu Lebzeiten als der „Wiener Offenbach“ galt, ja ebenso wie seinem französischen Kollegen, der lange auch nur mit seinen Ouvertüren präsent war. Neeme Järvi und das Royal Scottish National Orchestra erinnern jedenfalls mit der vorliegenden Aufnahme an diese witzige und inspirierte Musik. Und vielleicht findet ja in Zukunft auch die eine oder andere Operette von Suppés den Weg zurück auf die Bühne – Die schöne Galathée beispiels- weise wäre eine Entdeckung wert. 

Samstag, 10. Januar 2015

Bach: Six Trio Sonatas (Chaconne)

Die Orgelsonaten BWV 525-530 von Johann Sebastian Bach sind seltsame Musikstücke. Sie haben drei Sätze, wie ein Konzert; Kirchensonaten hingegen hatten typischerweise vier Sätze. Sie sind mit großer Sorgfalt gearbeitet, und erscheinen eher übersichtlich. Es ist bekannt, dass Bachs Schüler sie im Unterricht spielten; so berichtet Bachs Biograph Johann Nikolaus Forkel, sie seien ursprünglich als Lehrstücke für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann Bach bestimmt gewesen. 
Einigen Sätzen kann man zudem in anderen Werken erneut begegnen, beispielsweise als Sinfonia in einer Kantate. Es wird daher vermutet, dass diese Sonaten Bearbeitungen verloren gegangener Triosonaten sein könnten. Wie diese einst geklungen haben könnten, erkunden auf dieser CD die Tempesta di Mare Chamber Players. 
Arrangiert hat die Stücke dafür Richard Stone, der Lautenist des Ensembles. Er nahm sich dabei alle Freiheiten, die auch zu Bachs Zeiten üblich waren. Hört man die Bearbeitungen, so wird man feststellen, dass sie überall dort gut klingen, wo die beiden Diskantstimmen Instrumenten zugewiesen worden sind, die sich in Oktavlage und Lautstärke ähneln. Das gilt beispielsweise für Geige und Flöte. Sehr hörenswert ist auch die Version der Sonate BWV 528 für Laute und Cembalo. Weniger geschickt erscheint die Kombination von Traversflöte und Viola da gamba. Eine Oboe beispielsweise passt auch in die Zeit – und hätte zusätzliche Klangfarben eingebracht. Lobenswert ist allerdings die Spielfreude der Interpreten. Die Tempesta di Mare Chamber Players musizieren mit Schwung und Eleganz.

Freitag, 10. Januar 2014

Fantasies for Bassoon (Chandos)

Das Fagott steht nur selten im Mittelpunkt eines Konzertes. Warum eigentlich? fragt man sich, wenn man diese CD mit der groß- artigen jungen Fagottistin Karen Geoghegan hört. Sie beeindruckt durch ihr gefühlvolles, sangliches Spiel – besonders in den Höhen –, produziert aber auch in der Mittellage sowie in der Tiefe ganz erstaunliche samtweiche, runde Töne. Am Klavier souverän begleitet wird die Musikerin durch Philip Edward Fisher. 
Das Repertoire für diese Instrumentenkombination scheint allerdings rar zu sein – nur ein einziges Werk auf dieser CD, eine Sonate des Thomaskantors Gustav Schreck (1849 bis 1918) wurde tatsächlich für das Fagott geschrieben. Die beiden Musiker haben darum herum etliche bekannte Werke, bevorzugt aus der romantischen Literatur, gruppiert – zumeist, indem sie auf Bearbeitungen für Violoncello und Klavier zurückgegriffen haben. Das funktioniert hervorragend. 

Sonntag, 24. März 2013

Wesley: Ascribe unto the Lord (Chandos)

Samuel Sebastian Wesley (1810 bis 1876), Sohn des Komponisten Samuel Wesley (1766 bis 1837) und Großneffe des Begründers der Methodistischen Kirche, John Wesley, gilt als Enfant terrible der britischen Kirchenmusik. Zum einen wechselte er häufig die Stellen. Zum anderen legte er sich regelmäßig mit Autoritäten an - und war bald berüchigt für seine Attacken, die den Klerus ebenso treffen konnten wie seine Mit-Kirchenmusiker. 
Wesley sang als Chorknabe in der Chapel Royal. Anschließend ver- diente er seine Brötchen in London, hauptsächlich am English Opera House und an Covent Garden. Als er dann in den Kirchendienst trat, integrierte er die Erfahrungen, die er an der Oper gesammelt hatte, in seine Kompositionen. Auskomponierte Orgelpartien von sinfoni- schem Ausmaß und Gesangsstimmen, die das Publikum eher an eine Arie denken ließen - das kannte das englische Kirchenvolk damals noch nicht, und entsprechend reagierten auch die Kritiker. 
Hört man die Werke heute, so klingt all das sehr spätromantisch. Der berühmte Chor des St. John's College aus Cambridge singt unter Leitung von Andrew Nethsingha; allerdings sind sich die Herren Chorister nicht immer ganz einig, was Tonhöhe und Tempi anbetrifft. Von Hörvergügen kann daher auch nicht wirklich die Rede sein. 

Mittwoch, 29. August 2012

Petits-fours - Brodsky Quartet (Chandos)

Manchmal haben Musiker Lust darauf, Werke zu spielen, die eigentlich nicht zum Repertoire gehören. Das Brodsky Quartett hat sich nun anlässlich seines vierzig- jährigen (!) Jubiläums eine CD gegönnt, die ausschließlich jenen kurzen Stücken vorbehalten ist, die heute im Konzert üblicherweise als Zugaben erklingen. 
Petits-fours nennen Daniel Row- land, Ian Belton, Paul Cassidy und Jacqueline Thomas diese musika- lischen Leckereien. Angerichtet hat sie das Brodsky Quartett mit Unterstützung durch Robert Smissen, Viola, und Philip Edward Fisher, Klavier. Die Arrangements sind zumeist aus dem Konzertprogramm des Quartetts heraus entstanden, berichten die Musiker im Beiheft. Einige der Bearbeitungen - sie stammen überwiegend von Paul Cassidy - galten auch Werken, "an denen wir uns in unserer Kindheit erfreut oder die uns besonders inspiriert haben", verraten die Musiker. Man habe sich "schamlos bei einigen der weltweit wunderbarsten Juwele der Klavier-, Gesangs-, Orchester- und Instrumentalliteratur bedient."
Und noch ein Aspekt darf dabei nicht übersehen werden:  "Als Streichquartett bemühen wir uns um eine gewisse Demokratie, was den Anteil des Einzelnen am Rampenlicht angeht, und deshalb dürfen sich am Spaß dieser Arrangements alle beteiligen", unter- streicht das Ensemble. Dem Hörer seien an dieser Stelle von Kreisler bis Schostakowitsch etliche Überraschungen versprochen - auch nach 40 Berufsjahren überzeugen die "Brodskys" noch durch Musi- zierlust und Esprit. 

Samstag, 7. April 2012

Louis Lortie plays Liszt - The complete Années de Pèlerinage (Chandos)

Mit Liszts monumentalem Zyklus Années de Pèlerinage beschäftigt sich der frankokanadische Pianist Louis Lortie seit Jahren. So hat er bereits zu Beginn der 90er Jahre den zweiten Teil, Deuxième Année: Italie für Chandos eingespielt. Zum Liszt-Jubiläum hat er das gesamte Werk mehrfach in Konzerten ge- spielt. 
Hier ist nun die vollständige Ver- sion auf CD - und sie überrascht, weil Lortie, anders als viele seiner Kollegen, den Zyklus als ein in erster Linie poetisches Werk interpretiert. So verzichtet der Pianist auf die allzu massive, vordergründige Demonstration technischer Brillanz und Virtuosität. Er hat für die Aufnahme zudem nicht den branchenüblichen Steinway verwendet, sondern einen Flügel von Faziolo. Der klingt etwas weicher und samtiger, was Lortie für seine Interpretation offenbar näher war. 
Lorties Liszt ist bezaubernd, innig und mitunter geheimnisvoll. Lortie zeigt ihn uns, wie er ergriffen vor der großartigen Natur der Schweiz staunt - und von der Kultur Italiens ebenso beeindruckt und beein- flusst wird wie von der katholischen Kirche, der er sich schließlich und endlich zuwenden wird. 

Montag, 12. Dezember 2011

On Christmas Night (Chandos)

16 Chorsänger plus vier Sänger auf Probe gehören dem Choir of St John's College in Cambridge an. Er besteht seit dem 17. Jahrhundert, und gehört zu den berühmtesten Chören der Welt. Die Jungs musi- zieren in den Gottesdiensten - und dafür wird ihnen im Gegenzug der größte Teil ihrer Schulgebühren er- lassen. Altus, Tenor und Bass stel- len die älteren Semester; zu diesen 15 sogenannten Choral Scholars gesellen sich zudem noch zwei Organ Scholars, die dem Director of Music assistieren und Gottesdienste an der Orgel begleiten. Gemeinsam mit dem Orchester St John's Sinfonia führt der Chor im Rahmen der Liturgie regelmäßig Bach-Kantaten auf. Für die vorlie- gende Super Audio-CD konzentrieren sich die Sänger und Musiker aber - mit wenigen Ausnahmen - auf jene Lieder, die auch Bewohner des Kontinents unschwer als "very british" identifizieren werden. Dass manche Traditionen auf der Insel sehr lebendig sind, wird der Zuhö- rer anhand der vielen respektvoll-modernen Chorsätze feststellen. Und natürlich am Chorklang, der eine Klasse für sich ist - auf dem Festland klingen Knabenchöre gänzlich anders. Das ist spannend - unbedingt reinhören!

Samstag, 13. August 2011

Boccherini: Symphonies (Chandos)

Luigi Boccherini (1743 bis 1805) schrieb ungefähr 30 Sinfonien; drei davon haben die London Mozart Players unter Matthias Bamert für diese CD eingespielt. Die Sinfonien Nr. 3 und Nr. 8 - der Komponist selbst nannte diese Werke concerti a grande orchestra, und veröffent- lichte unter op. 12 sechs Stück davon - entstanden 1771 für Don Luis, den Bruder des spanischen Königs Karl III., für den Boccherini von 1770 bis 1785 als compositor y virtuoso de cámara tätig war. 
1786, nach dem Tode seines Dienstherrn, ernannte ihn Friedrich Wilhelm von Preußen zum compositeur de notre chambre. Für ihn schrieb Boccherini die Sinfonie Nr. 12 in C-Dur, im Druck erschienen als Nr. 1 der vier sinfonie a grande orchestra op. 37 - ein Concerto a più stromenti obligati, mit einem traumhaft schönen Duett für Oboe und Cello im langsamen Satz. Letzteres war nicht nur das Instrument Boccherinis. Auch der preußische König spielte leidenschaftlich gern und wohl auch ziemlich gut Violoncello. Boccherinis Sinfonien sind außerordentlich originell; und diese Einspielung mit den London Mozart Players ist grundsolide und anhörenswert. 

Freitag, 18. Februar 2011

Contemporaries of Mozart Collection (Chandos)

Sinfonien von Mozart-Zeitgenos- sen fasst diese Box auf fünf CD zusammen. Sie ist schön gestaltet, und wird durch ein sehr informati- ves Beiheft ergänzt - allerdings durchweg in englischer Sprache. Das wird nicht jeden Musikfreund erfreuen, doch das Label Chandos stammt nun einmal aus Groß- britannien.
Die London Mozart Players, eines der führenden Kammerorchester des Landes, musizieren unter Matthias Bamert. Der Dirigent, der aus der Schweiz stammt, ist ein ausgewiesener Experte, wenn es um die Musik des 18. Jahrhunderts geht. Er hat viele vergessene Werke wieder erschlossen. Bamert engagiert sich aber auch stark für die sogenannte Neue Musik, er hat viele Uraufführungen dirigiert. Die London Mozart Players hat er von 1993 bis 2000 geleitet - was diesen Aufnahmen ganz klar seine Handschrift gibt.
Die fünf CD ermöglichen eine ganze Reihe Entdeckungen. Da wären beispielsweise zwei Sinfonien von Franz Krommer, geboren 1759 in Südmähren als František Vincenc Kramář. Er lebte viele Jahre in Wien, und wurde 1818 zum Hofkomponisten und Hofkapellmeister des Kaisers Franz I. berufen. Mehr als 300 Werke des tschechischen Komponisten sind überliefert, darunter zahlreiche Streichquartette, Konzerte für verschiedene Instrumente, und sieben Sinfonien.
Carl Philipp Stamitz (1745 bis 1801) wuchs in Mannheim auf, und spielte dort zunächst 2. Violine in der berühmten Mannheimer Hofkapelle. Später ging er nach Paris und Versaille. Doch auch dort hielt es ihn nicht lange; Stamitz reiste durch ganz Europa, bis er schließlich 1794 die Leitung der akademischen Konzerte in Jena übernahm. Als er 1801 kurz nach seiner Frau starb, wurde von seinen Gläubigern fast sein gesamter Besitz versteigert. Leider sind dabei offenbar auch viele seiner Werke verschwunden.
Ignaz Josef Pleyl (1757 bis 1831) finanzierte ein Gönner die Ausbil- dung bei Joseph Haydn. Er lernte auch bei Vanhal und in Italien, bevor er dann nach Frankreich ging, die französische Staatsbürger- schaft annahm und zu Ignace Joseph Pleyel wurde. Berühmt war er vor allem für seine Kammermusik. Mozart lobte Pleyels Streich- quartette 1784 in einem Brief an seinen Vater: "Sie sind sehr gut geschrieben, und sehr angenehm; Sie werden auch gleich seinen Meister herauskennen. Gut - und glücklich für die Musik, wenn Pleyel seiner Zeit im Stande ist, uns Haydn zu replacieren!" Pleyel schrieb aber auch mehr als 40 Sinfonien - drei davon sind auf CD drei zu hören.
Leopold Kozeluch (1747 bis 1818) hätte der Nachfolger Mozarts als Hoforganist in Salzburg werden können. Dieses Amt wurde ihm angeboten, doch der Musiker, der in Wien sehr erfolgreich als Pianist und Musikpädagoge tätig war, lehnte ab. Er zog es vor, weiterhin Erzherzogin Elisabeth von Württemberg und Marie-Louise, die Tochter des Kaisers, zu unterrichten - und wurde 1792 zum Kammer- kapellmeister und Hofkomponisten ernannt. Seine Werke - es sind etwa 400 Kompositionen überliefert, davon wohl um die 30 Sinfonien - wurden zu Lebzeiten des Künstlers ebenso heftig gefeiert wie abge- lehnt. Sie klingen allerdings mitunter schon eher nach Beethoven als nach Haydn. 

Pavel Vranitzký (1756 bis 1808) stammt aus einem kleinen mähri- schen Städtchen, und hat eigentlich Theologie studiert. Doch statt in den Dienst der Kirche trat Paul Wranitzky, wie er sich im Zuge seiner Übersiedlung nach Wien nannte,  1784 in die Dienste von Graf Johann Baptist Esterházy, und 1785 wurde er Leiter des neu gegründeten Orchesters der Hofoper am Kärntertortheater  in Wien. Er war ein angesehener Dirigent; so leitete Wranitzky auf Wunsch des Musiker- kollegen unter anderem die Uraufführung von Beethovens erster Sinfonie. Doch er komponierte auch selbst. CD fünf enthält zwei seiner mehr als 50 Sinfonien, sowie die Grande sinfonie caractéristique pour la paix avec la République française op. 31 - eigentlich ein Werk für "großes" Orchester, das die Ereignisse der Französischen Revolu- tion schildert. Ihre Uraufführung 1797 in Wien wurde übrigens vom Kaiser untersagt; nicht nur der Titel erschien dem Hof gefährlich.