Mittwoch, 5. Mai 2010

Wolfgang Bauer Consort - Musique baroque de Telemann ( K & K)

Der blitzsaubere Mitschnitt eines besonderen Konzertes im Kloster Maulbronn: Wolfgang Bauer, langjähriger Solo-Trompeter nam- hafter Orchester und seit nunmehr zehn Jahren Professor an der Stuttgarter Musikhochschule, spielt mit exzellenten Musiker- kollegen in kleinster Besetzung Werke von Georg Philipp Tele- mann. Es ist unglaublich, doch hier wird jeder Ton live gespielt - und trotzdem ist kaum ein Schnitzer aufzuspüren.
Zu erleben sind Dietlind Mayer und Petra Müllejans, Violine, Ludwig Hampe, Viola, Davide Vittone, Kontrabass, Georg Siebert und Ingo Goritzky, Oboe, Arie Hordijk, Fagott, Wolfgang Bauer, Tobias Ziegler und Martin Maier, Trompete, Gregor Daszko, Pauke, sowie Thomas Strauss am  Cembalo und Clemens Weigel am (Continuo-)Violoncello. Eine Sternstunde der Musizierlust, ganz phantastisch, stimmungsvoll und glänzend vom ersten bis zum letzten Takt. Bravi! 

Ida Haendel plays Tchaikovsky & Dvorak (Hänssler)

Ida Haendel gehört ohne Frage zu den ganz großen Violinisten dieses Jahrhunderts. In den 50er und 60er Jahren spielte sie gemeinsam mit dem Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks unter Leitung des damaligen Chef- dirigenten Hans Müller-Kray eine Vielzahl von Violinkonzerten; die Mitschnitte gehören heute wohl zu den kostbarsten Schätzen des SWR-Archives. 
Hänssler Classic hat auf der vor- liegenden CD die Konzerte für Violine und Orchester in D-Dur von Peter Tschaikowski und in a-Moll von Antonin Dvorak zusammengefasst. Das passt. Tschaikowskis Violinkonzert, das als Lieblingsstück aller Geiger gilt, spielt auch Ida Haendel seit ihrer Jugend. Nicht ganz so prominent, aber ebenfalls wohlbekannt ist Dvoraks Werk mit seinem herrlichen Schlussrondo, das tschechische Volksmusik zitiert. 
Beide Konzerte geben der Solistin Gelegenheit, ihre Stärken zu zeigen. Starallüren gehören offensichtlich nicht dazu. Haendel spielt mit beeindruckender Direktheit, Klarheit und Schlichtheit - und mit ver- blüffender emotionaler Kraft. Es ist nicht wirklich wichtig, wenn hier und da eine Phrase misslingt, oder einige Töne unsauber sind, denn hier offenbart sich der Geist, und nicht das Handwerk. Haendel wählt eher langsame Tempi, und sie lässt ihre Geige erzählen - hinreißend!