Dienstag, 2. September 2014

Classiques francais (Genuin)

Wer französische Musik des
19. Jahrhunderts vorstellen möch- te, der wird in erster Linie an die Bühne denken, an Ballette und Opern. Das meint Thomas Clamor, künstlerischer Leiter der Sächsi- schen Bläserphilharmonie – und hat einige gelungene Arrange- ments für diese CD zusammen- getragen, die die Musiker wohl ebenso begeistert haben dürften wie das Publikum. 

So hat Paul Dukas (1865 bis 1935) das Ballett La Péri mit einer Fan- fare eröffnet, die überaus exotisch wirkt. Damit eröffnen die Bläser, die in Bad Lausick bei Leipzig ihre künstlerische Heimstatt haben, das Programm. Von Georges Bizet (1838 bis 1875) erklingt Musik aus der Oper Carmen, bekannte Melodien, die wohl jedermann mitpfeifen kann, sowie eine Orchestersuite mit Musik zu Alphonse Daudets Stück Das Mädchen aus Arles. Während das Schauspiel schnell in Verges- senheit geraten ist, sind Bizets stimmungsvolle Klänge noch heute des öfteren im Konzert zu hören. Wenig bekannt hingegen ist die Musik von Jean René Désiré Francaix (1912 bis 1997). Le gai Paris – Das fröhliche Paris – kombiniert französischen Charme mit einem vir- tuosen Trompetenpart, der von Sven Geipel gekonnt vorgetragen wird. Den Abschluss bilden zwei populäre Werke von Maurice Ravel (1875 bis1937), die Pavane pour une infante défunte sowie der be- rühmte Boléro, als finaler Klangrausch. 

Montag, 1. September 2014

Rokoko - Hasse Opera Arias (Decca)

Johann Adolf Hasse (1699 bs 1783) sei „the most natural, elegant and judicious composer of vocal music“, lobte einst Charles Burney, weitgereist und wohl der führende Musikschriftsteller seiner Generation. „Equally a friend of poetry and the voice, he discovers as much judgment as genius, in expressing words, as well as in accompanying those sweet and tender melodies, which he gives to the singer“, schwärmte Burney. „Always regarding the voice as the first object of attention in an theatre, he never suffocates it, by the learned jargon of a multiplicity of instruments and subjects; but is as careful of preserving its importance as a painter, of throwing the strongest light upon the capital figure of his piece.“ 
Zu Lebzeiten war Hasse ein Star, er wirkte in Italien sowie an den Höfen in Dresden und in Wien. Umso erstaunlicher ist es, dass der Komponist und seine Werke keine hundert Jahre später vergessen waren. In den letzten Jahren erst wird seine Musik schrittweise wiedentdeckt. Dazu trägt nun auch Countertenor Max Emanuel Cencic mit seiner CD Rokoko bei. Das Ensemble Armonia Atenea unter George Petrou begleitet den Sänger nicht nur bei virtuosen Arien, die Spezialisten für „Alte“ Musik haben zudem auch ein Mandolinenkonzert Hasses eingespielt.