Dienstag, 28. September 2010

Passion and Lament (Dorian)

Salomon Rossi (ca. 1570 bis 1630) war der erste jüdische Komponist der Musikgeschichte, von dem man mehr weiß als nur den Namen. Rossi wurde 1587 als Sänger und Musiker am Hofe des Herzogs Vincenz I. zu Mantua engagiert. Dort war auch seine Schwester als Sängerin beschäftigt. Mehr als hundert Werke von Rossi sind überliefert; die meisten davon erschienen zwischen 1589 und 1628 im Druck. 
Rossi komponierte Instrumental- werke und zahlreiche Madrigale für Singstimmen, zusammengefasst in mehreren Madrigalbüchern. Daneben entstand 1623 die Sammlung „Ha-shirim asher li-Shelomo“, Psalmen und Gesänge in hebräischer Sprache. Sechs dieser Werke, die jüdische und europäische Musik- traditionen elegant kombinieren, enthält die vorliegende CD, dazu die Stabat Mater von Heinrich Ignaz Franz von Biber in Ersteinspielung und das Oratorium Jephta von Giacomo Carissimi, dem Erfinder des biblischen Oratoriums.
Es musiziert The Bach Sinfonia unter Daniel Abraham - hinreißend sauber, hochglanzpoliert perfekt, und in der Konsequenz leider auch gähnend langweilig. Bemängelt werden muss hier zudem die völlige Unverständlichkeit des Textes. Schade.

Montag, 27. September 2010

The Nightingale and the Butterfly (Linn Records)

Französische Musik für Blockflöte und Laute um die Jahrhundert- wende, und zwar vom 17. zum 18. Jahrhundert - das könnte als Motto über dieser CD stehen. "Die Nachti- gall und der Schmetterling" klingt freilich wesentlich poetischer, und passt zudem gut zu der Musik, die Pamela Thorby, Blockflöten, und Elizabeth Kenny, Lauten, für diese Einspielung ausgewählt haben. 
Wer genau aufpasst, der wird die beiden Tierchen flattern und die Nachtigall sogar singen hören. Francois Couperin hat in seinem Troisième Livre de pièces de clavecin Quatorzième Ordre allerlei Vögel musikalisch porträtiert - so auch die Nachtigall als galantes Symbol. Die CD enthält zudem Werke von Louis Caix d'Hervelois, Robert de Visée, Anne-Danican Philidor und Charles Dieupart. Sie sind durchweg unterhaltsam, und so waren diese hübschen Suiten und Sonaten einst ja auch gedacht. Aber bei aller Liebe zur höfischen Musiktradition - in dieser Ballung wirkt diese Musik ermüdend.