Als Garrick Comeaux im Jahre 2005 in die USA zurückkehrte, nachdem er 25 Jahre in Italien und in Deutsch- land gelebt hatte, bedeutete dies auch den Neustart für das Consortium Carissimi, das Comeaux 1996 in Rom gegründet hatte. Das Ensemble widmet sich dem Werk von Bonifazio Graziani (1604/05 bis 1664) und Giacomo Carissimi (1605 bis 1674).
Da wohl keine Originalmanuskripte der Stücke ihres Namensgebers erhalten geblieben sind, sind die bei der Beschäftigung mit der Musik Carissimis auf zeitgenössische Abschriften angewiesen. Mehr als zweihundert Musikstücke wurden ihm so zugeschrieben; allerdings hat die Forschung inzwischen festgestellt, dass die Überlieferung dabei in etlichen Fällen irrt.
Auf dieser CD sind die Sänger und Musiker mit acht Motetten zu hören, bei denen es ziemlich sicher ist, dass sie von Carissimi stammen. Der Komponist begann seine Ausbildung als Chorknabe an der Kathedrale von Tivoli; dort wirkte er dann auch als Kantor und Organist, bis er 1628 Kapellmeister an der Kathedrale von Assisi und wenig später am Collegium Germanicum et Hungaricum wurde, einem renommierten Priesterseminar der Jesuiten in Rom, dessen Kirche die Basilica minor Sant'Apollinare ist. Er hatte zudem viele Schüler, darunter Marc-Antoine Charpentier, Antonio Cesti, Christoph Bernhard sowie Johann Kaspar Kerll.
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Montag, 1. Mai 2017
Montag, 23. März 2015
Carissimi: Complete motets of Arion Romanus (Brilliant Classics)
Giacomo Carissimi (1605 bis 1674) wirkte viele Jahre als Kapellmeister am Collegium Germanicum in Rom. In dieser Position war er für die musikalische Ausbildung an dieser bedeutenden Ausbildungstätte verantwortlich, wo die Jesuiten Priester speziell zur Abwehr der Reformation heranzogen. Darüber hinaus gestaltete er die Kirchenmusik in der Basilica di Sant'Apollinare.
Carissimi war dieser Aufgabe so verbunden, dass er ein Angebot, der Nachfolger Monteverdis als Kapell- meister am Markusdom in Venedig zu werden, ablehnte. Doch diese Einladung macht deutlich, wie hoch seine Zeitgenossen den Musiker schätzten. Carissimi hatte zahlreiche Schüler aus ganz Europa; so beispielsweise Alessandro Stradella, Alessandro Scarlatti, Johann Caspar von Kerll und Marc-Antoine Charpentier. Mit seinen Werken schrieb er Musikgeschichte, insbesondere mit seinen Oratorien und Kantaten.
Carissimi prägte sowohl als Lehrer wie auch als Komponist, vor allem im Bereich der Vokalmusik, nachfolgende Musikergenerationen. Trotzdem ist er heute weitgehend vergessen. Um dies zu ändern, stellt das Ensemble Seicentonovecento unter der Leitung von Flavio Colusso nun auf insgesamt drei CD wichtige Werke Carissimis vor: Es erklingen die 28 Motetten aus dem Arion Romanus. Diese Sammlung wurde 1670 von Carissimis Schüler Giovanni Battista Mocchi veröffentlicht, der selbst als Kapellmeister in Düsseldorf, Mannheim und Neuburg/Donau tätig war. Die Aufnahmen entstanden zwischen 2008 und 2013 am historischen Ort – in der Basilica di Sant’Apollinare in Rom. Das Ensemble Seicentonovecento hatte zuvor bereits die Oratorien des Komponisten in einer Gesamtaufnahme vorgelegt und dafür viel Beifall erhalten.
Carissimi war dieser Aufgabe so verbunden, dass er ein Angebot, der Nachfolger Monteverdis als Kapell- meister am Markusdom in Venedig zu werden, ablehnte. Doch diese Einladung macht deutlich, wie hoch seine Zeitgenossen den Musiker schätzten. Carissimi hatte zahlreiche Schüler aus ganz Europa; so beispielsweise Alessandro Stradella, Alessandro Scarlatti, Johann Caspar von Kerll und Marc-Antoine Charpentier. Mit seinen Werken schrieb er Musikgeschichte, insbesondere mit seinen Oratorien und Kantaten.
Carissimi prägte sowohl als Lehrer wie auch als Komponist, vor allem im Bereich der Vokalmusik, nachfolgende Musikergenerationen. Trotzdem ist er heute weitgehend vergessen. Um dies zu ändern, stellt das Ensemble Seicentonovecento unter der Leitung von Flavio Colusso nun auf insgesamt drei CD wichtige Werke Carissimis vor: Es erklingen die 28 Motetten aus dem Arion Romanus. Diese Sammlung wurde 1670 von Carissimis Schüler Giovanni Battista Mocchi veröffentlicht, der selbst als Kapellmeister in Düsseldorf, Mannheim und Neuburg/Donau tätig war. Die Aufnahmen entstanden zwischen 2008 und 2013 am historischen Ort – in der Basilica di Sant’Apollinare in Rom. Das Ensemble Seicentonovecento hatte zuvor bereits die Oratorien des Komponisten in einer Gesamtaufnahme vorgelegt und dafür viel Beifall erhalten.
Montag, 16. Juni 2014
Mortale, che pensi? (Destino Classics)
Einmal mehr hat das Ensemble Atalante um Erin Headley eine Entdeckungsreise in das römische Musikleben zur Zeit des 17. Jahr- hunderts unternommen. Dabei haben die Sänger und Musiker erneut Kantaten aufgespürt, die es wert sind, dem Archivschlaf ent- rissen zu werden. Sie stammen von den Komponisten Luigi Rossi (1597 bis 1653), Giacomo Carissimi (1605 bis 1674), Alessandro Stradella (1639 bis 1682), Domenico Mazzocchi (1592 bis 1665) und Giovanni Antonio Leone. Über letzteren weiß man nicht viel mehr als den Namen; bei einem weiteren Autor nicht einmal diesen. Das ist aber alles nicht wichtig, denn die Musik, die Atalante hier wieder- entdeckt hat, ist grandios. Mehr davon! Wünschenswert wäre zugleich eine Noten-Edition. Denn nur so gelangen diese Werke tatsächlich zurück auf das Konzertpodium.
Sonntag, 24. Juli 2011
The Queen's Music (BIS Records)
Und da wir gerade bei Emma Kirkby waren - auch auf dieser CD ist sie zu hören, gemeinsam mit Susanne Rydén, und zwar diesmal mit Musik aus Schweden. Dort traf 1652 eine Gruppe italienischer Musiker und Instrumentenbauer ein, die der Bassist Alessandro Cecconi im Auftrag von Königin Kristina angeworben hatte.
Wer wissen will, was sie am Hof in Uppsala vorgetragen haben, dem geben zwei Handschriften Aus- kunft. Eine davon befindet sich heute in der Bibliothek des Christ Church College in Oxford. Sie kam dorthin über den englischen Botschafter Bulstrode Whitelocke. Er berichtet in seinem Tagebuch am 27. März 1654, wie er die Kapelle der Königin besuchte, um ihre italienischen Musiker zu hören. Einige von ihnen dinierten mit dem Gesandten, sie sangen für ihn - und schenkten ihm einen Notenband. Er enthält die modernste Musik der damaligen Zeit: Arien und Kantaten für zwei und drei Sänger von den damals führenden italienischen Komponisten Luigi Rossi, Antonio Cesti und Giacomo Carissimi - gehobene Unterhaltung, die raffiniert mit den althergebrachten Floskeln der höfischen Liebe spielt.
Die Sopranistinnen Emma Kirkby und Susanne Rydén sowie Counter- tenor Mikael Bellini und Bariton Peter Harvey singen einige dieser hübschen, hochvirtuosen Werke, begleitet von Mime Yamahiro Brinkmann am Violoncello und Lars Ulrik Mortensen, Cembalo. Und weil Abwechslung erfreut, wurde die Musica del Signor Angelo Micheli / Uno de Musici della Capella / de Reyna di Swecia um einige Instrumentalstücke von Girolamo Frescobaldi ergänzt. Perfekt!
Wer wissen will, was sie am Hof in Uppsala vorgetragen haben, dem geben zwei Handschriften Aus- kunft. Eine davon befindet sich heute in der Bibliothek des Christ Church College in Oxford. Sie kam dorthin über den englischen Botschafter Bulstrode Whitelocke. Er berichtet in seinem Tagebuch am 27. März 1654, wie er die Kapelle der Königin besuchte, um ihre italienischen Musiker zu hören. Einige von ihnen dinierten mit dem Gesandten, sie sangen für ihn - und schenkten ihm einen Notenband. Er enthält die modernste Musik der damaligen Zeit: Arien und Kantaten für zwei und drei Sänger von den damals führenden italienischen Komponisten Luigi Rossi, Antonio Cesti und Giacomo Carissimi - gehobene Unterhaltung, die raffiniert mit den althergebrachten Floskeln der höfischen Liebe spielt.
Die Sopranistinnen Emma Kirkby und Susanne Rydén sowie Counter- tenor Mikael Bellini und Bariton Peter Harvey singen einige dieser hübschen, hochvirtuosen Werke, begleitet von Mime Yamahiro Brinkmann am Violoncello und Lars Ulrik Mortensen, Cembalo. Und weil Abwechslung erfreut, wurde die Musica del Signor Angelo Micheli / Uno de Musici della Capella / de Reyna di Swecia um einige Instrumentalstücke von Girolamo Frescobaldi ergänzt. Perfekt!
Dienstag, 28. September 2010
Passion and Lament (Dorian)
Salomon Rossi (ca. 1570 bis 1630) war der erste jüdische Komponist der Musikgeschichte, von dem man mehr weiß als nur den Namen. Rossi wurde 1587 als Sänger und Musiker am Hofe des Herzogs Vincenz I. zu Mantua engagiert. Dort war auch seine Schwester als Sängerin beschäftigt. Mehr als hundert Werke von Rossi sind überliefert; die meisten davon erschienen zwischen 1589 und 1628 im Druck.
Rossi komponierte Instrumental- werke und zahlreiche Madrigale für Singstimmen, zusammengefasst in mehreren Madrigalbüchern. Daneben entstand 1623 die Sammlung „Ha-shirim asher li-Shelomo“, Psalmen und Gesänge in hebräischer Sprache. Sechs dieser Werke, die jüdische und europäische Musik- traditionen elegant kombinieren, enthält die vorliegende CD, dazu die Stabat Mater von Heinrich Ignaz Franz von Biber in Ersteinspielung und das Oratorium Jephta von Giacomo Carissimi, dem Erfinder des biblischen Oratoriums.
Es musiziert The Bach Sinfonia unter Daniel Abraham - hinreißend sauber, hochglanzpoliert perfekt, und in der Konsequenz leider auch gähnend langweilig. Bemängelt werden muss hier zudem die völlige Unverständlichkeit des Textes. Schade.
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