Benny Andersson, seinerzeit der wichtigste Songwriter des Kultquartetts Abba, kehrt auf dieser CD zu seinen Wurzeln zurück: Piano – das ist seine Musik, auf das Wesentliche reduziert. Das Klavierspielen brachte sich Andersson als Kind selbst bei. An seinem Flügel entstanden in späteren Jahren etliche Welthits. Und der Fazioli steht auch im Mittelpunkt dieser Einspielung, die den erfolgreichen schwedischen Musiker, Komponist und Produzent aus einer völlig anderen Perspektive zeigt.
Wer eine lockere Kollektion Abba-Greatest-Hits erwartet, der wird enttäuscht werden. Auf diesem Album ist ein eher ruhiger, bisweilen auch melancholischer Benny Andersson zu erleben. Die CD enthält neben einigen vertrauten Melodien aus dem Abba-Repertoire auch zahlreiche Stücke aus seinen Musicals Chess und Kristina från Duvermåla sowie von Anderssons Solo-Alben.
„Bei den Aufnahmen zu diesem Album, die mir einen Riesenspaß gemacht haben, wurde mir klar, dass die Stücke, die ich hierfür ausgesucht habe, ein integraler Teil meiner Person sind“, schreibt der Musiker im Geleitwort zu dieser CD. „Im Bemühen, zum innersten Kern der Musik vorzudringen, ging mir auf: Je mehr Äußeres, d.h. Bearbeitungen und Arrangements, ich von den ,Originalfassungen' abschäle, desto näher fühle ich mich dieser Musik – egal, ob sie im letzten Jahr oder vor 40 Jahren entstanden ist. Auf seltsame Weise habe ich das Gefühl, ich würde meine Memoiren spielen.“
Zu hören sind herzerwärmende, kleine Piano-Balladen, melodisch eher schlicht, aber mit einer aparten Harmonik, irgendwo zwischen Bar-Jazz und Klassik; auch Einflüsse schwedischer Volksmusik sind unverkennbar. Ein sehr persönliches Album, mit viel Charme.
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Montag, 6. November 2017
Montag, 9. November 2015
Michael: Musicalische Seelenlust (Raumklang)
Tobias Michael (1592 bis 1657) war den Sohn des Dresdner Hofkapell- meisters Rogier Michael. Seine musikalische Laufbahn begann er 1601 als Sängerknabe in der Hofkapelle; 1609 schickte ihn der Kurfürst zur weiteren Ausbildung an die Landesschule in Pforta. Anschließend studierte Michael ab 1613 erst in Wittenberg, und dann in Jena. 1619 erhielt er die Stelle des Kapellmeisters an einer soeben neu errichteten Kirche in Sondershausen. 1621 fielen allerdings das Schloss und fast die gesamte Stadt einem verheerenden Brand zum Opfer; danach setzten seine Dienstherren, die Grafen zu Schwarzburg, die den Musiker ungern ziehen lassen wollten, Michael als Kanzleibeamten ein.
Nach dem Tode von Johann Hermann Schein wurde Tobias Michael 1631 zum neuen Thomaskantor gewählt. So konnte er aus dem bedrängten Sondershausen nach Leipzig umziehen, wo er trotz Krieg und Seuchen dafür sorgte, dass das Kantorat an Bedeutung gewann – und dass die Thomaner wieder erstklassig sangen. So widmete Heinrich Schütz, der neue Hofkapellmeister in Dresden, der Stadt Leipzig und ihrem „berühmbten Chor“ seine Geistliche Chormusik von 1648. Der erzielte Qualitätszuwachs ist umso erstaunlicher, wenn man in der Leichpredigt liest, dass Tobias Michael in seinen 30 letzten Lebensjahren immer wieder von schweren Gichtanfällen geplagt wurde, und zum Schluss das Krankenlager gar nicht mehr verlassen konnte.
Das bedeutendste Werk Michaels ist die Musicalische Seelenlust, 1634/35 und 1637 in zwei Teilen im Druck veröffentlicht. Der erste Teil enthält 30 geistliche Madrigale – biblische Texte in Vertonungen für fünf Stimmen, gesetzt nach dem seinerzeit innovativen italienischen Vorbild. Insofern erinnert dieser Teil an Scheins berühmtes Israelsbrünnlein. Im zweiten Teil fasste Michael 50 geistliche Konzerte für sehr unterschiedliche Besetzungen zusammen. Auf dieser CD erklingen Werke aus beiden Teilen, vorgetragen vom Ensemble Polyharmonique.
Nach dem Tode von Johann Hermann Schein wurde Tobias Michael 1631 zum neuen Thomaskantor gewählt. So konnte er aus dem bedrängten Sondershausen nach Leipzig umziehen, wo er trotz Krieg und Seuchen dafür sorgte, dass das Kantorat an Bedeutung gewann – und dass die Thomaner wieder erstklassig sangen. So widmete Heinrich Schütz, der neue Hofkapellmeister in Dresden, der Stadt Leipzig und ihrem „berühmbten Chor“ seine Geistliche Chormusik von 1648. Der erzielte Qualitätszuwachs ist umso erstaunlicher, wenn man in der Leichpredigt liest, dass Tobias Michael in seinen 30 letzten Lebensjahren immer wieder von schweren Gichtanfällen geplagt wurde, und zum Schluss das Krankenlager gar nicht mehr verlassen konnte.
Das bedeutendste Werk Michaels ist die Musicalische Seelenlust, 1634/35 und 1637 in zwei Teilen im Druck veröffentlicht. Der erste Teil enthält 30 geistliche Madrigale – biblische Texte in Vertonungen für fünf Stimmen, gesetzt nach dem seinerzeit innovativen italienischen Vorbild. Insofern erinnert dieser Teil an Scheins berühmtes Israelsbrünnlein. Im zweiten Teil fasste Michael 50 geistliche Konzerte für sehr unterschiedliche Besetzungen zusammen. Auf dieser CD erklingen Werke aus beiden Teilen, vorgetragen vom Ensemble Polyharmonique.
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