In der Ballett Edition des Labels Decca erschien kürzlich eine Einspielung des Balletts Romeo und Julia von Sergej Prokofjew mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Vladimir Ashkenazy aus dem Jahre 1991. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine Gesamtauf- nahme der Ballettmusik - was schon an sich eine ziemliche Rari- tät ist; meistens erscheinen auf CD nur die Suiten oder Kombinationen daraus.
Ashkenazy hat sich bereits als Pianist intensiv mit dem Werk Prokofjews beschäftigt. So hat er alle seine Klavierkonzerte eingespielt, und eine Klaviertranskription von Romeo und Julia. Es war daher nur konsequent, dass er sich dann als Dirigent noch einmal diesem Ballett zugewendet hat. Seine Interpre- tation erweist sich als durchdacht und klar strukturiert; sie ist tänze- risch und farbenreich, kostet aber auch die dramatischen Momente aus. Aus diesem Grunde kann diese Aufnahme hier empfohlen werden.
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Dienstag, 7. Februar 2012
Donnerstag, 2. Februar 2012
Tchaikovsky: The Nutcracker (Decca)
Das Label Decca scheint für seine Ballett Edition in den Archiven so manche herausragende Einspie- lung aufgespürt zu haben - so auch diese Aufnahmen aus den Jahren 1989 und 1990 mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Vladimir Ashkenazy.
Der Nußknacker, das getanzte Weihnachtsmärchen an sich, findet man hier trefflich interpretiert; so lebendig und engagiert habe ich Tschaikowskis berühmtes Werk noch nicht gehört. Darüber hinaus hält die CD aber eine Überraschung bereit: Die Jahreszeiten op. 67 von Alexander Glasunow - ebenfalls ein Ballett aus der Petipa-Ära, mit hübschen Naturschilderungen und einem großen Bacchanale im Herbst.
Der Nußknacker, das getanzte Weihnachtsmärchen an sich, findet man hier trefflich interpretiert; so lebendig und engagiert habe ich Tschaikowskis berühmtes Werk noch nicht gehört. Darüber hinaus hält die CD aber eine Überraschung bereit: Die Jahreszeiten op. 67 von Alexander Glasunow - ebenfalls ein Ballett aus der Petipa-Ära, mit hübschen Naturschilderungen und einem großen Bacchanale im Herbst.
Dienstag, 31. Mai 2011
Bach: 6 Partitas; Ashkenazy (Decca)
Darf man Bachs Clavir-Übung auf einem modernen Konzertflügel spielen? Ist der Steinway das ge- eignete Instrument für das legen- däre Opus 1 des großen Komponi- sten? Puristen der historischen Aufführungspraxis werden sich sicherlich schon beim Gedanken daran mit Grausen wenden.
Allein die beiden CD überzeugen durch Musik. Erstaunt stellt man fest: Wenn man die sechs Partiten so spielt wie der Dirigent und Pianist Wladimir Aschkenasi, dann ist das sogar ein Gewinn. Diese Interpretation ist großartig, denn sie verwendet den Konzertflügel als Medium, um der Poesie und der Struktur von Bachs Werken Ausdruck zu geben - und nicht, um vorzuführen, wie Bach klingt, wenn man die dynamischen und spieltechnischen Möglichkeiten des Instrumentes ausreizt. Aschkenasi spielt ungemein diszipliniert und zurückhaltend, mit extrem sauberer und sorgsamer Artikulation, und stets bis ins kleinste Detail durchhörbar. Dennoch wirkt sein Spiel immer feder- leicht und tänzerisch; Bach hätte diese klug differenzierende Auf- nahme mit Sicherheit gefallen.
Bei seiner letzten CD Music for two pianos, bei der Wladimir Aschke- nasi gemeinsam mit seinem ebenfalls als Pianist auftretenden Sohn Wowka Werke von Debussy und Ravel eingespielt hat, habe ich mich gefragt, warum man sich die Klavierversion von Werken anhören soll, die zumeist auch in exzellent orchestrierten Varianten erhältlich sind. Eine Antwort habe ich seinerzeit nicht gefunden. Die vorliegen- de Aufnahme von Bachs Partiten hingegen ist derart exzellent und ringsum gelungen, dass man sie gern weiterempfiehlt. Bravo!
Allein die beiden CD überzeugen durch Musik. Erstaunt stellt man fest: Wenn man die sechs Partiten so spielt wie der Dirigent und Pianist Wladimir Aschkenasi, dann ist das sogar ein Gewinn. Diese Interpretation ist großartig, denn sie verwendet den Konzertflügel als Medium, um der Poesie und der Struktur von Bachs Werken Ausdruck zu geben - und nicht, um vorzuführen, wie Bach klingt, wenn man die dynamischen und spieltechnischen Möglichkeiten des Instrumentes ausreizt. Aschkenasi spielt ungemein diszipliniert und zurückhaltend, mit extrem sauberer und sorgsamer Artikulation, und stets bis ins kleinste Detail durchhörbar. Dennoch wirkt sein Spiel immer feder- leicht und tänzerisch; Bach hätte diese klug differenzierende Auf- nahme mit Sicherheit gefallen.
Bei seiner letzten CD Music for two pianos, bei der Wladimir Aschke- nasi gemeinsam mit seinem ebenfalls als Pianist auftretenden Sohn Wowka Werke von Debussy und Ravel eingespielt hat, habe ich mich gefragt, warum man sich die Klavierversion von Werken anhören soll, die zumeist auch in exzellent orchestrierten Varianten erhältlich sind. Eine Antwort habe ich seinerzeit nicht gefunden. Die vorliegen- de Aufnahme von Bachs Partiten hingegen ist derart exzellent und ringsum gelungen, dass man sie gern weiterempfiehlt. Bravo!
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