Posts mit dem Label Nussknacker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nussknacker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Tchaikovsky: The Nutcracker (Naxos)

Peter Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker gehört zur Weihnachtszeit wie Kerzen und Lebkuchen, wie Weihnachtskugeln zum Weihnachtsbaum – es geht zwar auch ohne, aber schöner ist's mit. 
Eine ganz besondere Version der Ballettmusik hat nun Septura eingespielt. Das britische Bläserseptett, in dem exzellente Blechbläser aus London Symphony, London Philharmonic, Royal Philharmonic und Philharmonia Orchestra mitwirken, interpretiert Tschaikowskis Erfolgsstück auf seine ganz eigene Weise. Unterstützt wurden die Bläser dabei durch Scott Lumsdaine, Percussion. 
Strahlende Trompetenklänge begleiten uns hinein in die festlich geschmückten Räume der Familie Stahlbaum. Doch Blechbläser können auch geheimnisvoll klingen, und sehr exotisch, wie wir später feststellen werden. Denn Matthew Knight und Simon Cox, die künstlerischen Leiter von Septura, haben Tschaikowskis farbenreiche Partitur für ihr Ensemble arrangiert – was insbesondere beim Ausflug in das Zauberreich Zuckerburg einige Herausforderungen mit sich brachte: Der Tanz der Zuckerfee ohne Celesta? Und der Tanz der Rohrflöten ohne Flöten? Ja, auch das lässt sich mit Trompeten, Posaunen und Tuba spielen; die Arrangeure haben dafür eine verblüffende Lösung gefunden. Und dazu erzählt der Schauspieler Derek Jacobi mit sonorer Stimme die Geschichte vom Nussknacker und dem Mausekönig. Eins ist sicher: So war diese Musik noch nie zu hören. Ganz erstaunlich! 

Dienstag, 11. Dezember 2018

Der Nussknacker und die vier Reiche (Sony)

Die Geschichte von Nussknacker und Mausekönig, erdacht einst von dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann, gehört seit Jahrzehnten zur Vorweihnachtszeit. Ob als Ballett, mit der unsterblichen Musik Pjotr IljitschTschaikowskis, oder als Trickfilm – alle Kinder kennen und lieben die Geschichte um die kleine Marie, ihren Paten Drosselmeier und den etwas lädierten Nussknacker, der dennoch die Spielzeugsoldaten wacker in die Schlacht gegen das Heer der Mäuse führt. 
Nun hat Disney eine Spielfilmversion ins Kino gebracht: Der Nussknacker und die vier Reiche, inspiriert durch Märchen und Ballett, nimmt Groß und Klein mit auf eine abenteuerliche Reise ins Reich der Fantasie. Und diese CD beweist: Ebenso opulent wie Inszenierung und Ausstattung ist die Filmmusik von James Newton Howard. Natürlich wird der Kenner zahlreiche Themen von Tschaikowski erkennen. Doch der Rest ist Hollywood pur – zelebriert von Stars wie Lang Lang am Klavier, und Gustavo Dudamel, der das Philharmonia Orchestra dirigiert. Das Duett Fall on me singt Tenor Andrea Bocelli gemeinsam mit seinem Sohn Matteo; das Video dazu wurde innerhalb weniger Tage Tage nach Erscheinen auf Youtube Ende September 2018 bereits über elf Millionen Mal geklickt. 

Samstag, 17. Dezember 2016

Tchaikovsky: Ballet Suites for Piano Duo (Pentatone)

„One evening after a beautiful dinner, a good friend of ours with a love for rare and obscure music, handed us Arensky's arrangement of Tchaikovsky's Nutcracker to play as a piano duet“, berichten Mari und Momo Kodama im Beiheft zu dieser CD. „There and then, we sight-read it over a glass of wine all in the name of fun. The scores turned out to be such wonderful music that we decided to play it in our concerts, and that was a great success! Following that, we looked up on more arrangements made by other famous composers, such as Debussy ans Rachmaninov, of Tchaikovsky's ballets, that a friend had told us about.“ 
Letzten Endes ist daraus dann dieses Album entstanden. Die beiden Schwestern lieben Tschaikowskis Ballettmusiken, vor allem Nussknacker, seit ihrer Kindheit. „We practically grew up with the Nutcracker“, er- innern sich die Pianistinnen. „We were about three or four years old when our music teacher gave us a recording – our first recording of Nutcracker which we played at the time.“ Diese Liebe ist offenbar immer noch sehr lebendig, und prägt das Spiel der beiden Klaviervirtuosinnen. Die Nuss- knacker-Suite, die hier in der Version von Anton Stepanowitsch Arenski (1861 bis 1906) zu hören ist, erklingt äußerst sorgsam ausgearbeitet, und mit einem hinreißenden Farbenreichtum – es ist wirklich eine Pracht. 
Weniger anfangen kann ich mit der Dornröschen-Suite, die einst der 18jährige Sergej Rachmaninow für Klavier zu vier Händen bearbeitet hat. Wie man im Beiheft lesen kann, war auch Tschaikowski einst damit nicht glücklich, und hat umfangreiche Korrekturen vorgenommen. Wie auch immer – mein Favorit ist das nicht. 
Spannend ist allerdings Schwanensee – zu diesem Ballett existieren offenbar gleich zwei Suiten. Die eine, geschaffen vom Moskauer Klavierprofessor Eduard Langer (1835 bis 1905), besteht eigentlich aus sechs Stücken; die Kodama-Schwestern haben daraus zwei berühmte Szenen und den Tanz der kleinen Schwäne ausgewählt. Die andere Suite wurde geschaffen vom blutjungen Claude Debussy (1862 bis 1918), der 1880 Tschaikowskis Mäzenin Nadjeschda von Meck auf ihren Reisen durch Europa begleitete, und ihren Kindern Klavierunterricht gab. Er hat den russischen, den spanischen und den neapolitanischen Tanz für Klavierduo bearbeitet – und das sehr charmant. 

Dienstag, 13. Dezember 2016

Tchaikovsky: Der Nussknacker / Stravinsky: Divertimento aus Der Kuss der Fee (Oehms Classics)

Weihnachten – dieses Fest ist untrennnbar verbunden mit der Histoire d'une casse-noisette, von Alexandre Dumas d. Ä., die wiederum auf dem Märchen Nußknacker und Mausekönig von E. T. A. Hoffmann beruht. Das Ballett, getanzt zur Musik von Peter Tschaikowski (1840 bis 1893), gehört ebenso zur Advents- zeit wie Weihnachtsmarkt, Glühwein, Kerzen und Räuchermännchen. 
In jedem Jahr erglänzen Kinderaugen beim Anblick des großen Weihnachtsbaumes, umgeben von fröhlichem Gewusel. Wer schätzt sie nicht, diese ganz besondere Stimmung, wenn der geheimnisvolle Pate Droßelmeier eintritt und seine Geschenke verteilt, wenn der Nußknacker zum Leben erwacht und sich in einen Prinzen verwandelt, und wenn die Schneeflocken ihren Walzer tanzen? Und auch die Großen halten den Atem an, wenn die Spielzeugsoldaten versuchen, das Heer des Mausekönigs abzuwehren. Diesen Vorweihnachtszauber bringt nun das Gürzenich-Orchester Köln unter Leitung seines Ehrendirigenten Dmitrij Kitajenko in jede Stube. Die Musiker haben auf zwei CD die komplette Ballettmusik eingespielt, nebst einigen Melodien aus Der Kuss der Fee von Igor Strawinsky (1882 bis 1971). Dieses Ballett hatte der Komponist seinerzeit auf Wunsch der russischen Primaballerina Ida Rubinstein geschaffen, mit musikalischem Material von Tschaikowski und nach dem Märchen Die Eisjungfrau von Hans Christian Andersen – ein Schelm, wer dabei an Freud denkt. Wie auch immer; ein Erfolg jedenfalls wurde das Ballett seinerzeit nicht, und Strawinsky stellte aus der Musik eine Suite zusammen, die er Divertimento nannte. 
Kitajenko lässt diese Musik tänzerisch-beschwingt spielen, detailreich und fein abgestimmt. So wirkt sie immer elegant, bleibt stets lebendig und im Fluss. Das Gürzenich-Orchester folgt Kitajenkos Dirigat geschmeidig und engagiert. Akzente, Rubato, Crescendo und Diminuendo – mit höchster Präzision setzen die Musiker seine Vorgaben um; der Orchesterklang, der daraus resultiert, zeichnet sich durch Transparenz und Klarheit aus. Und ein kleines bisschen Puderzucker, wohldosiert eingesetzt, hat doch seine Reize. Geradezu liebevoll zelebriert werden zudem Klangfarben – man höre nur den Blumenwalzer, es ist wirklich eine Pracht. Kitajenko macht deutlich, dass „romantisch“ durchaus ein Kompliment sein kann. Eine der schönsten Nußknacker-Aufnahmen, unbedingt anhören! 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Pyotr Ilyich Tchaikovsky - The Ballets (Melodija)

Kaum zu glauben - aber Ballettmusik galt einmal als "minderwertig", als bloße Begleitung zu Unterhaltung und Vergnügen. Wer die Ballette anhört, die Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 bis 1893) komponiert hat, der ahnt, dass diese Werke damals einen Kulturschock ausgelöst haben müssen. 
Denn statt einer Abfolge von un- verbindlichen, ziemlich beliebig tanzbaren Stücken findet sich hier eine dramaturgisch durchdachte, dramatische, ausgesprochen bild- hafte Musik. Wenn man in diesen Werken streicht, umstellt oder ergänzt (was zu Tschaikowskis Lebzeiten absolut üblich war), dann beschädigt man sie. Dennoch wurden auch die Ballette von Tschai- kowski oftmals mit solchen Änderungen aufgeführt.
In dieser Box mit insgesamt acht CD finden sich Schwanensee, Dorn- röschen und Der Nussknacker in ihrer ursprünglichen Form. Die Aufnahmen stammen aus den 80er Jahren. Zu hören ist das Staatliche akademische Sinfonieorchester der UdSSR unter Jewgeni Fjodoro- witsch Swetlanow, seinem langjährigen Chefdirigenten. Musiziert wird mitreißend, ausdrucksstark und tänzerisch; die dicke Schicht aus akustischem Puderzucker, die man bei älteren Aufnahmen aus der Sowjetunion oftmals findet, wird man hier freilich vergebens suchen. 

Donnerstag, 2. Februar 2012

Tchaikovsky: The Nutcracker (Decca)

Das Label Decca scheint für seine Ballett Edition in den Archiven so manche herausragende Einspie- lung aufgespürt zu haben - so auch diese Aufnahmen aus den Jahren 1989 und 1990 mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Vladimir Ashkenazy. 
Der Nußknacker, das getanzte Weihnachtsmärchen an sich, findet man hier trefflich interpretiert; so lebendig und engagiert habe ich Tschaikowskis berühmtes Werk noch nicht gehört. Darüber hinaus hält die CD aber eine Überraschung bereit: Die Jahreszeiten op. 67 von Alexander Glasunow - ebenfalls ein Ballett aus der Petipa-Ära, mit hübschen Naturschilderungen und einem großen Bacchanale im Herbst. 

Sonntag, 2. Oktober 2011

Tchaikovsky: The Nutcracker (Ondine)

Weihnachtliche Stimmung kam kurz auf beim Anhören dieser Einspielung von Tschaikowskis berühmtem Nussknacker. Das lag weniger daran, dass dieses Ballett typischerweise in der Vorweih- nachtszeit auf die Bühnen dieser Welt kommt. 
Diese CD ist vielmehr wie ein Ge- schenk an alle, die Tschaikowskis Musik lieben, denen die traditio- nellen russischen Aufnahmen aber zu zuckrig und die westlichen zu steif und distanziert sind. Michail Pletnev legt hier mit dem Russischen Nationalorchester eine farben- reiche Interpretation vor, die sich nicht schämt, gelegentlich roman- tisch zu werden, aber die dennoch nie ausschließlich süßlich klingt. Und statt Klangbrei serviert der Maestro ein mild gewürztes Menü, das durch viele Details erfreut. Meine Empfehlung! 

Sonntag, 24. Oktober 2010

Tchaikovsky: The Nutcracker (EMI Classics)

Das Ballett Der Nussknacker gehört zur Weihnachtszeit wie Pfeffer- kuchen, Räuchermännchen, eine Pyramide oder der Weihnachts- baum. Pjotr Iljitsch Tschaikowski wurde zu diesem Werk durch Iwan Wselowoloschki, den Direktor der Kaiserlichen Theater zu St. Peters- burg, geradezu gedrängt. Nach den Vorgaben von Ballettmeister Marius Petipa komponierte er, wobei sich der erste Akt ziemlich eng an der Erzählung Nußknacker und Mausekönig von E.T.A Hoffmann orientiert - bis zu dem legendären Pantoffelwurf jedenfalls, mit dem die kleine Marie den Mausekönig nebst seinen Truppen in die Flucht schlägt. 
Für die Fortsetzung wählte er dann lieber die Version von Alexandre Dumas père, in der sich der Nussknacker in einen knackigen jungen Mann verwandelt, den Marie heiratet. Und weil das allein für ein Ballett noch nicht dekorativ genug wäre, wurde noch die Zuckerfee erfunden, die über das Reich der Süßigkeiten herrscht - und die dramatische Handlung des ersten Aktes mit dem Puderzucker diver- ser Divertissements überstäubt. Ach, dieser Tanz der Rohrflöten, diese Soli von Schokolade, Kaffee und Tee, diese Trepak tanzenden Sahnebonbons und diese Celesta-Klänge beim Tanz der Zuckerfee - wer dabei Zahnschmerzen bekommt, der hat kein Herz. 
Die Liste der Aufnahmen dieses Balletts ist lang; in dieser Reihe finden sich nicht zuletzt viele berühmte russische Orchester mit ihren Dirigenten. Wer mit ihnen konkurrieren will, der sollte eigene Ideen einbringen, die gegen die traditionelle Puderzuckerwelt bestehen müssen. Das ist nicht ganz einfach, wie auch die vorliegende Auf- nahme mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle deutlich macht. Er erkundet das Werk, statt sich ihm hinzugeben. So wirkt diese Einspielung sehr intellektuell und seltsam distanziert, eher sinfonisch als tänzerisch. Im ersten Akt bringt dieser Zugriff einige interessante Effekte, im zweiten überwiegend Längen. Und das ist schade. Mir jedenfalls gefallen die farbenreichen russischen Inter- pretationen besser - trotz "Experience Edition".