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Sonntag, 4. Dezember 2016

Ein Wintermärchen - Weihnachtslieder aus Deutschland (Deutsche Grammophon)

Traditionelle deutsche Weihnachts- lieder hat Christoph Israel für diese CD in ein modernes Gewand gekleidet. „Die Vorweihnachtszeit artet leider meistens in Hektik und Stress aus. Die Musik soll dazu ein Kontrapunkt sein“, kommentiert der Max-Raabe-Pianist und Komponist. „Sie soll helfen, sich wieder auf den Ursprung dieses Festes zu besinnen, das ja etwas Feierliches, Fröhliches hat. Vielleicht haben deshalb schon manche gesagt, es klinge ein bisschen nach Märchen. Oder nach Film.“ 
Die ebenso einfalls- wie farbenreichen Arrangements, die Christoph Israel für diese CD geschaffen hat, interpretiert das renommierte Filmorchester Babelsberg. Als Gastmusiker tragen auch Flötist Andreas Blau, Geigerin Meesun Hong-Coleman und  Oboist Albrecht Mayer mit dazu bei, den altvertrauten Melodien zu neuem Glanz zu verhelfen. Die Musiker polieren Klassiker auf wie Ihr Kinderlein kommet, Stille Nacht oder Leise rieselt der Schnee – und lassen sie wieder verführerisch-vorweihnachtlich funkeln. 
Einige wenige Lieder werden auch gesungen, wobei Thomas Quasthoff bei Süßer die Glocken nie klingen sein Debüt als Basso Profondo wagt. Sehr witzig. Zu hören sind zudem Cassandra Steen, Max Raabe und Gregor Meyle – mein persönlicher Favorit ist allerdings Morgen Kinder wird’s was geben mit Katharina Thalbach, die lustvoll daherbrabbelt, summt und brummelt, wie ein übermütiger Kobold. Einfach köstlich! 

Dienstag, 5. Juni 2012

Blue Hour - Blaue Stunde (MDG)

Das Motto dieser charmanten CD darf man gleich in doppelter Hin- sicht beim Wort nehmen. Denn es erklingen virtuose und romanti- sche Evergreens für Flöte und Klavier.
Das unterhaltsame Programm beginnt mit einem Stück, dessen Titel Tico Tico wohl kaum jeman- dem etwas sagt. Auch der Name des Komponisten, Zequinha de Abreu, wird wohl nur Insider auf- merken lassen. So ist das oftmals mit den "Ohrwürmern" - viele Musiker sind nur mit einem "Hit" in die Musikgeschichte eingegangen. Viele dieser Melodien sind so populär, dass sie jeder mitpfeifen kann. Aber wer sie sich ausgedacht hat, daran kann sich schon nach kurzer Zeit niemand mehr erinnern. Sind diese Stücke alt genug, dann wer- den sie zum Volkstanz oder Volkslied; auch dafür gibt es auf dieser CD einige Beispiele. 
Zusammengestellt hat das kurzweilige Programm Andreas Blau, lang- jähriger Soloflötist der Berliner Philharmoniker. Er musiziert gemein- sam mit dem Pianisten Hendrik Heilmann, der sich als ausgesprochen versierter Klavierpartner erweist. So macht es nicht nur Vergnügen, Blaus virtuosem Flötenspiel zu lauschen, das wirklich bezaubert und vom zwitschernden Piccolo bis hin zur dunkel timbrierten Alt-Flöte ein großes Spektrum an Klangfarben vorstellt. Auch der Mann am Flügel setzt hier Akzente, ob beim Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo, wo Heilmann den Steinway fast wie eine Gitarre klingen lässt, bei der Ball-Scene von Josef Hellmesberger oder bei einem der schmissigen Tangos. Diese CD mit Evergreens und Raritäten wird man, nicht zuletzt auch aufgrund der geschickten Auswahl zueinander passender Werke, immer wieder gern anhören.