Louis Spohr (1784 bis 1859) war zu Lebzeiten eine Berühmtheit. Als Geiger war er ebenso prominent wie sein Zeitgenosse Paganini, und als Komponist war der Kasseler Hofkapellmeister ebenfalls sehr geschätzt. Dennoch geriet er nach seinem Tode recht schnell in Vergessenheit – überstrahlt von Beethoven, den Romantikern sowie Liszt und Wagner. Das Label Oehms Classics hat nun eines der Erfolgs- werke Spohrs auf CD veröffentlicht: In seinem Oratorium Die letzten Dinge geht es in den drastischen und rätselhaften Bildern der Johannes-Apokalypse um Grundfragen der Menschheit: Gerechtigkeit, Verantwortung und Erlösung. Das Libretto erstellt hat Friedrich Rochlitz, ein bekannter Leipziger Schriftsteller, der auch recht konkrete Vorstellungen äußerte, wie die Texte vertont werden sollten.
Durch das Spohr-Jahr 2009 ist dieses eingängige Werk wieder zu etwas mehr Beachtung gelangt; hin und wieder wird es sogar aufgeführt. So erklang es am 6. Juni 2013 im Salzburger Mozarteum. Oehms Classics präsentiert einen Live-Mitschnitt dieses Konzertes mit einem nicht übermäßig beeindruckenden Solistenquartett, dem kraftvoll singenden Salzburger Bachchor und dem Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton.
Posts mit dem Label Bolton werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bolton werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 31. März 2015
Sonntag, 8. August 2010
Messner: Salzburger Suite (Oehms Classics)
Joseph Messner, geboren 1893 in der Tiroler Bergwerksstadt Schwaz, begeisterte sich schon in früher Jugend für die Orgel. So kam es, dass das Arbeiterkind 1921 Dom- organist und 1926 Domkapell- meister zu Salzburg wurde. Diese Position hatte Messner bis zu seinem Tode 1969 inne. Wie ange- sehen er war, verdeutlicht vielleicht am besten die Tatsache, dass Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal eigens für ihn 1927 die Domkonzerte der Salzburger Festspiele einrichteten. 1944 beobachtete Messner die Zerstörung des Salzburger Doms aus nächster Nähe - er saß an der Orgel, als die Bomben fielen, und verarbeitet dieses Erlebnis lautmalerisch in einer Messe.
Musikalisch gilt Messner als Erbe Bruckners; kurioserweise hat er selbst nur wenig Orgelmusik schriftlich fixiert. Ansonsten war er als Komponist außerordentlich produktiv; er schuf unter anderem vier Opern, zwölf Messen, 400 Motetten, drei Sinfonien und eine Reihe von Fanfaren - unter anderem die Salzburger Festspielfanfare
op. 55/1, die jahrelang alle Übertragungen vom Festspielgeschehen einrahmte.
op. 55/1, die jahrelang alle Übertragungen vom Festspielgeschehen einrahmte.
Sie eröffnet auch die vorliegende CD, und dann erklingen die Salz- burger Suite op. 51 sowie das Rondo giocoso für Orchester op. 54. Zum Abschluss spielt das Mozarteum Orchester Salzburg unter Ivor Bolton dann noch die Große Mozart-Fanfare op. 55/4.
Die Salzburger Suite erweist sich als Programmmusik, die fünf lokale Sehenswürdigkeiten vorstellt. Dabei zitiert Messner auch fünf Musik- stücke, und spannt so in einem Werk den Bogen von einem Salzburger Heimatlied bis hin zu Mozarts Ave verum corpus - Humor zumindest ist dem Mann nicht abzusprechen. Auch wird der Hörer feststellen, dass die Musik Messners in ganz erstaunlichem Maße durch die Orgel geprägt ist. Die Fanfaren beispielsweise könnte man sich durchaus auch mit den entsprechenden Registern auf diesem Instrument gespielt vorstellen. Es ist lobenswert, dass Oehms Classics mit dieser Aufnahme an Messner erinnert. Sie ist musikalisch sehr gelungen, und die Musik ist es auch wert.
Abonnieren
Kommentare (Atom)

