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Dienstag, 31. März 2015

Spohr: Die letzten Dinge (Oehms Classics)

 Louis Spohr (1784 bis 1859) war zu Lebzeiten eine Berühmtheit. Als Geiger war er ebenso prominent wie sein Zeitgenosse Paganini, und als Komponist war der Kasseler Hofkapellmeister ebenfalls sehr geschätzt. Dennoch geriet er nach seinem Tode recht schnell in Vergessenheit – überstrahlt von Beethoven, den Romantikern sowie Liszt und Wagner. Das Label Oehms Classics hat nun eines der Erfolgs- werke Spohrs auf CD veröffentlicht: In seinem Oratorium Die letzten Dinge geht es in den drastischen und rätselhaften Bildern der Johannes-Apokalypse um Grundfragen der Menschheit: Gerechtigkeit, Verantwortung und Erlösung. Das Libretto erstellt hat Friedrich Rochlitz, ein bekannter Leipziger Schriftsteller, der auch recht konkrete Vorstellungen äußerte, wie die Texte vertont werden sollten. 
Durch das Spohr-Jahr 2009 ist dieses eingängige Werk wieder zu etwas mehr Beachtung gelangt; hin und wieder wird es sogar aufgeführt. So erklang es am 6. Juni 2013 im Salzburger Mozarteum. Oehms Classics präsentiert einen Live-Mitschnitt dieses Konzertes mit einem nicht übermäßig beeindruckenden Solistenquartett, dem kraftvoll singenden Salzburger Bachchor und dem Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton.

Sonntag, 24. April 2011

Spohr: Die letzten Dinge (K&K)

Über die Uraufführung seines Oratoriums Die letzten Dinge am Karfreitag 1826 bei verdunkeltem Chorraum und unter einem mit 600 Gaslaternen beleuchteten Kreuz in Kassel schrieb Louis Spohr: "Die Wirkung war, ich muss es mir selbst sagen, außerordent- lich! Nie hatte ich früher bei Auf- führungen eines meiner größeren Werke diese Genugtuung gehabt!" Spohr, ein gefeierter Violinvirtuo- se, war 1822 als Hofkapellmeister nach Kassel gegangen. Dort brach- te er das Orchester und das städtische Musikleben auf Vordermann, unterrichtete zahlreiche Schüler und schuf mehr als 200 Werke. Zwar sind seine Opern heute vergessen, doch insbesondere seine Violin- konzerte und seine Violinschule gehören noch immer zu den Stan- dards. 
Zu Lebzeiten war Spohr ebenso berühmt wie Paganini. Doch setzte er nicht ausschließlich auf den virtuosen Effekt vor einem Orchester als Hintergrund, sondern vertrat offenbar ein romantisches Kunst- konzept, das sehr viel Wert auf  Gefühl und Harmonie legt. Selbst sein Oratorium Die letzten Dinge, welches das Publikum mit Apokalypse, Gericht und Auferstehung konfrontiert, ist voll schöner Melodien, klangvoller harmonischer Wendungen und herrlicher Chöre. So steht denn auch die Kantorei Maulbronn, dirigiert von ihrem Gründer und Leiter Jürgen Budday, im Zentrum dieser Aufnahme, die im Juni 2010 als Live-Mitschnitte eines Konzertes im Kloster Maulbronn entstanden ist. Der Chor singt wie immer hervorragend. Als Solisten wirken mit Miriam Meyer, Sopran, Ursula Eittinger, Mezzosopran, Marcus Ullmann, Tenor und Josef Wagner, Bass. Das Orchester, die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg, zeigt leider hier und da Schwächen. Das ist schade, denn ansonsten ist die Aufnahme sehr hörenswert.