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Montag, 20. Juni 2016

Bruhns & Scheidemann - Organ works (Dacapo)

Ein ebenso prachtvolles wie klang- schönes historisches Instrument aus dem Dom zu Roskilde, Dänemark, ist auf dieser CD zu erleben. Es wurde 1554/55 von dem niederländischen Orgelbauer Hermann Raphaelis Rottenstein-Pock erbaut, wobei Teile einer bereits vorhandenen Orgel genutzt wurden. Im Laufe der Jahr- hunderte hat das Instrument einige Umbauten und Erweiterungen erfah- ren; in den 80er Jahren entschied aber die Gemeinde, dass die Orgel, so, wie sich das Instrument entwickelt hatte, für eine Schwalbennestorgel nicht wirklich passend ist. Die Firma Marcussen & Sohn, baute daher für die Kathedrale drei moderne, kleinere Instrumente – und restaurierte sorgsam die historische Orgel, die auf den Stand vor 1700 zurückgesetzt wurde. Verlorene Register wurde dabei rekonstruiert. Die Raphaelis-Orgel hat heute 33 Register auf drei Manualen und Pedal. 
Die international renommierte Organistin Bine Bryndorf spielt an diesem Instrument Orgelmusik von Heinrich Scheidemann, dem Begründer der norddeutschen Orgelschule, und das komplette Orgelwerk von Nicolaus Bruhns (1665 bis 1697), einem ihrer letzten Protagonisten. Ihre Auswahl insbesondere der Stücke von Scheidemann ermöglicht es der Professorin, die heute in Kopenhagen unterrichtet, die Orgel quasi nebenher mit vor- zustellen. Sehr gelungen! 

Montag, 22. Februar 2016

Buxtehude: The Complete Organ Works (Dacapo)

Eine exzellente Gesamtaufnahme der Orgelmusik von Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707) hat das dänische Label Dacapo Records auf den Markt gebracht. Die Box bündelt sechs CD, die bereits separat erhältlich waren: Organistin Bine Bryndorf hat die Orgelwerke in den Jahren 2002 bis 2007 auf fünf histori- schen Orgeln rund um die Ostsee eingespielt. 
Für diese Aufnahmen hat sie Instrumente ausgewählt, die einen Bezug zum Lebens- weg ihres berühmten Kollegen haben: An der Kirche St. Maria in Helsingborg, damals dänisch, heute schwedisch, war Buxtehudes Vater Johann Organist, und später begann der junge Dieterich Buxtehude dort seine Musikerlaufbahn. Das Instrument, das sich heute dort befindet, wurde in den Jahren 1997 bis 2000 durch den schwedischen Orgelbauer Robert Gustavsson aus Härnösand nach einem Konzept von Mads Kjersgaard geschaffen. Es ist ein neues Instrument im Stil der Buxtehude-Zeit. 
Von Helsingborg aus wechselte Buxtehude einst an die Marienkirche Helsingör. Die Orgel dort wurde um 1640 von dem sächsischen Orgelbauer Johan Lorentz angefertigt und, während Buxtehude dort Organist war, durch Hans Christoph Fritzsche umgebaut. Dieses Instrument ist nicht erhalten; die Orgel, die sich heute in dem historischen Gehäuse befindet, hat das Unternehmen Marcussen & Son 1997 im Stil einer dänischen Orgel von 1650 neu gebaut. Zu hören sind zudem die Düben-Orgel der Deutschen Kirche St. Gertrud in Stockholm, rekonstruiert 2004 durch Grönlunds Orgelbyggeri Gammelstad/Schweden, die Arp-Schnitger-Orgel der Kirche St. Jacobi zu Hamburg, und die Stellwagen-Orgel der Kirche St. Jakobi zu Lübeck. Dort spielte Bryndorf auch ein Orgelpositiv von 1673. Es stammte aus der Werkstatt des Hamburger Orgelbauers Jochim Richborn; aller- dings war das eigentliche Instrument seit dem 19. Jahrhundert verloren und nur das Gehäuse erhalten. Die kleine Orgel wurde 2003 durch Mads Kjersgaard nach historischem Vorbild neu zum Leben erweckt. 
Dass diese Aufnahmen seinerzeit von der Kritik hoch gelobt worden sind, verwundert nicht. Bryndorf spielt wirklich bewundernswert, und registriert eher zurückhaltend. Klar strukturiert und gut durchdacht, bringt sie Buxte- hudes Musik hervorragend zur Geltung – diese Box bietet ganz eindeutig eine der besten Gesamteinspielungen von Buxtehudes Orgelwerk, die derzeit zu bekommen sind. 

Sonntag, 18. Dezember 2011

Buxtehude: Scandinavian Cantatas (Dacapo)

Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707) wirkte als Organist zunächst an der Marienkirche Helsingborg, dann an der Marienkirche von Helsingor; 1668 wurde er dann der Nachfolger von Franz Tunder als Organist und Werkmeister der Marienkirche in Lübeck. Dort wirk- te er bis an sein Lebensende.
Vokalmusik zu komponieren, war eigentlich nicht Bestandteil seiner Dienstaufgaben. Dennoch sind über 120 Werke verschiedener (geistlicher) Genres in vier Spra- chen überliefert. Paul Hillier hat auf dieser CD mit dem Theatre of Voices, der TOV Band und Bine Bryndorf, Orgel, eine illustre Auswahl daraus getroffen - vom Domine salvum fac regem, einem üppig aus- gelegten geistlichen Konzert, das wohl für den schwedischen Königs- hof entstanden ist, bis hin zu dem eindrucksvollen Lamento Att du Jesu vill mig höra
Sie wird ergänzt durch zwei Orgelstücke des Meisters, die Bine Bryndorf auf der Orgel der Marienkirche in Helsingor eingespielt hat. Dabnei handelt es sich zum einen ein das Präludium in e-Moll, im sogenannten stylus phantasticus frei gestaltet, und die Passacaglia in d-Moll, einem Beleg für die Meisterschaft des Komponisten auch in der strengen Form. 
Die Aufnahme ist exzellent, und die Musik ist von einer Qualität, die einen verstehen lässt, warum ein Johann Sebastian Bach einst von Arnstadt nach Lübeck mehr als 400 Kilometer gelaufen ist, um bei Buxtehude lernen zu können. Bravi!