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Dienstag, 5. Januar 2021

Schumann - Klara Min (Hänssler Classic)


 Mit den Klavierwerken Robert Schumanns hat sich Klara Min über eine lange Zeit beschäftigt: „I did not fall in love with him at first sight as I did with Chopin“, meint die Pianistin. Doch die Ausdauer hat sich gelohnt, wie diese CD beweist. 

Zu hören sind Arabeske op. 18, Kreisleriana op. 16 und Carnaval op. 9. Klara Min spielt hinreißend, ihre Interpretation vereint exzellente Technik und tiefes künstlerisches Verständnis. Von leicht und zart über innig und lebendig bis hin zu kraftvoll und resolut findet sie für jedes dieser Werke, fein ausdifferenziert, den passenden Ausdruck. 


Freitag, 3. Januar 2014

Grand Piano Masters - Carnaval (KuK)

Diese CD enthält den Mitschnitt eines Konzertes mit Rolf Plagge im Laienrefektorium des Klosters Maulbronn aus dem Jahr 2006. Der Pianist begann sein Programm mit der Klaviersonate KV 332 von Wolfgang Amadeus Mozart, mit einer Interpretation voll Esprit und Heiterkeit. Dass er aber die Kontraste liebt, verrät schon das zweite Stück, die Klaviersonate
op. 42 von Franz Schubert, ein Werk voll Düsternis und Unruhe. 

Komplettiert wurde die Auswahl durch Carnaval von Robert Schumann. Der Klavierzyklus, entstan- den in den Jahren 1834/35, ist ein musikalisches Vexierbild, und reflektiert nicht zuletzt Schumanns Beziehung zu seiner ersten Verlobten Ernestine von Fricken. Die österreichische Pianistin, die er im Hause Wieck kennenlernte, kam aus Asch – welche Buchstaben Schumann freudig auch in seinem Namen vorfand, und als A-Es-C-H bzw. Es-C-H-A vielfach in Carnaval spiegelt. 
Kuriosum am Rande: Als sich herausstellte, dass die junge Frau kei- neswegs eine steinreiche Baronin, sondern lediglich eine Adoptiv- tochter war, die kein Erbe erwarten durfte, wirkte dies wie eine eisige Dusche auf den Bräutigam – der die Verlobung dann auch rasch wieder löste. Dieses Wechselspiel der Gefühle findet durchaus ein Echo im Klavierspiel Plagges, der ganz auf Ausdruck setzt. Carnaval bietet dazu alle Möglichkeiten, von tänzerischer Eleganz bis hin zum wuchtigen, leidenschaftlichen Ausbruch. Verglichen mit den braven Interpretationen, die man sonst so erlebt, wirkt diese Aufnahme geradezu altväterlich; in ihrer Emotionalität erinnert sie an Einspie- lungen großer Pianisten früherer Generationen. Das hat schon was. 

Sonntag, 18. Juli 2010

Schumann: Kreisleriana - Arabeske - Carnaval; Korstick (Oehms Classics)

Kraftvoll und geradlinig spielt Michael Korstick drei frühe Schlüs- selwerke von Robert Schumann: Die Kreisleriana op. 16, die Arabeske op. 18 und Carnaval op. 9. 
Korsticks Auffassung zufolge bringt Carnaval das Wesen Schumanns auf den Punkt, wie kein anderes Stück. Die Aufnahme dieses Zyklus stammt aus dem Jahre 1997; der Pianist hat sich entschieden, sie mit in diese CD zu integrieren, weil sie in den Kon- text passt - und weil er sie noch immer für gültig hält. "Ich mache mir grundsätzlich immer so viele Gedanken über die Interpretation eines Stücks, dass ich nicht nach fünf Jahren alles falsch finde. Ich glaube zudem, dass es keine Aktualität gibt, wenn man sich ernsthaft mit Musik auseinandersetzt", sagt Korstick. "Es geht ja um eine tiefere Wahrheit, und man muss dieser so nah wie möglich kommen. Das unterliegt keinen Aktualitätsschwankungen."
Während Carnaval von der Polarität der Schumann-Seelenzustände Florestan und Eusebius geprägt sei, sieht der Pianist "diese Wider- sprüche in Kreisleriana in dem Sinn aufgehoben, als sie organisch miteinandere verbunden werden." Und an Arabeske fasziniert ihn besonders die Coda: "Das sind für mich die erstaunlichsten Einzel- takte, die Schumann überhaupt geschrieben hat. Schumann sehnte sich nach irdischem Frieden, und in dieser Coda hat er ihn gefun- den." 
Bei dieser Einspielung bleibt nichts Zufall, nichts gefühlig-nebulös, hier ist jeder Takt durchdacht und jeder Pedaleinsatz wohlüberlegt. Zu Schumann passt ein derartiges analytisch sorgsames Musizieren ausgezeichnet; Korstick macht Zusammenhänge hörbar, und zeigt so Seelenlandschaften auf. Diese Aufnahme ist insgesamt von einer Klarheit und Strukturiertheit, die bei einem Romantiker verblüfft. Ein würdiges Präsent zum 200. Geburtstag des Komponisten - für mich gehört diese CD zu den besten Schumann-Einspielungen zum Jubiläum.