Das Fauré Quartett ist für seine Experimentierfreudigkeit bekannt. In diesem Falle haben sich die Musiker durch Sergej Alexandrowitsch Kussewitzki inspirieren lassen: Der legendäre Dirigent und Komponist, Gründervater des ebenso legendären Tanglewood Music Festival, wollte einst Werke russischer Komponisten in den USA vorstellen. Und so ließ er durch Ottorino Respighi für das Boston Symphony Orchestra eine Bearbeitung von Sergej Rachmaninows Études-Tableaux anfertigen. Maurice Ravel beauftragte er mit einer Orchesterfassung des Klavierzyklus' Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgski.
In beiden Fällen war dies ein großer Wurf; die Bilder einer Ausstellung wurden in Ravels farbenreicher Orchesterversion bald populärer als das Original. Für das Fauré Quartett hat jetzt Pianist Dirk Mommertz – bei den Bildern gemeinsam mit Grigory Gruzman – Bearbeitungen beider Werke für Klavierquartett geschaffen.
Dabei ergänzen die Streicher den Klavierklang. Und musizieren können die Vier, sie spielen großartig, kühn, ausdrucksstark, und perfekt aufeinander abgestimmt. Manchmal bringt das verblüffende Effekte. So war Das Alte Schloss wohl nie grusliger. Aber insgesamt bleibt das Arrangement oftmals sehr nah am Original, und man fragt sich: Wozu dann das Ganze?
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Montag, 4. März 2019
Montag, 10. Mai 2010
Wunderkind - Mendelssohn Piano Quartets (Deutsche Grammophon)
Felix Mendelssohn Bartholdy war mehrfach zu Gast im Hause Goethe. Als Zwölfjähriger wurde er erst- mals durch seinen Lehrer Zelter bei dem Geheimen Rat vorgeführt, wo man ihn sorgsam prüfte - und bestaunenswert fand. Insbesondere das Klavierspiel und die Klavierquartette des Knaben beeindruckten die Weimarer.
Zwei dieser Jugendwerke hat das Fauré Quartett hier eingespielt - das dritte Klavierquartett, eigentlich bekannt als Quartett Nr. 2 f-Moll op. 2 (MWV Q 13), Zelter zugeeignet, und das vierte und letzte, Nr. 3 h-Moll op. 3 (MWV Q 17), gewidmet Goethe.
Erika Geldsetzer, Violine, Sascha Frömbling, Viola, Konstantin Heid- rich, Violoncello und Dirk Mommertz am Flügel nehmen die Stücke mit Temperament und Esprit. Sie kommen federleicht daher, wie kleine Wölkchen am Junihimmel. Doch Vorsicht, diese Dingerchen haben es erstaunlich in sich. "Dieses ewige Wirbeln und Drehen führt mir die Hexentänze des Blocksbergs vor Augen", meinte Goethe seinerzeit zum dritten Satz "seines" Quartettes. Die Musiker wahren die Balance, und zeigen uns zwei wunderhübsche, poetische Werke, die man wieder und wieder hören möchte.
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