Auf die Mannheimer Schule ver- weisen die Harfenkonzerte von Ernst Eichner (1740 bis 1777). Der Komponist, der einer Hofmusiker-Dynastie entstammte, wuchs wohl in Arolsen auf und wurde dort auch ausgebildet. Sein Lieblingsinstru- ment war das Fagott, mit dem er als begnadeter Virtuose überall, wo er konzertierte, Aufsehen erregte. 1762 engagierte schließlich der Herzog von Zweibrücken-Birkenfeld den jungen Musiker.
Mit seinem Dienstherrn reiste Eichner unter anderem nach Paris; allerdings scheint er auch allein des öfteren auf Reisen gegangen zu sein. Der Herzog versuchte, dem Musiker die Extratouren abzugewöhnen; dazu erhöhte er Eichners Salär auf immerhin 600 Gulden, und ernannte ihn zum Konzertmeister. 1772 ließ er den Ausreißer in Frankfurt sogar arretieren. Das zeigte Wirkung, doch anders als gewünscht – noch im gleichen Jahr verließ Eichner Zweibrücken endgültig.
Der Musiker reiste nach Paris und nach London, und nahm letztendlich eine Stelle am Hof des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Potsdam an. Dort blieb er, bis zu seinem frühen Tod im Alter von gerade einmal 37 Jahren.
Was für ein Verlust! Zeitgenossen schätzten insbesondere die Sinfonien Eichners. Die Harfenkonzerte des Komponisten hat Silke Aichhorn gemeinsam mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester unter Stefan Fraas eingespielt. Sie sind in Zweibrücken entstanden, und wahrscheinlich in Frankfurt erstmals im Konzert erklungen. Für welchen Solisten sie geschrieben worden sind, ist heute nicht mehr herauszubekommen – es muss allerdings ein Virtuose gewesen sein, denn sie sind musikalisch wie technisch sehr anspruchsvoll.
Silke Aichhorn musiziert dementsprechend brillant; und das Kurpfälzische Kammerorchester schafft quasi den Rahmen, der die Solistin gebührend in den Mittelpunkt rückt, aber selbst auch Farbakzente setzt und glänzt. Komplettiert wird das Hörvergnügen durch zwei weitere Harfenkonzerte, die bis vor kurzem ebenfalls Ernst Eichner zugeschrieben wurden. Sie sollen tatsächlich von einem Jean Théophile Eichner stammen – über den man aber ansonsten gar nichts weiß. Und sie sind denen Ernst Eichners in der Tat verblüffend ähnlich.
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Freitag, 28. Dezember 2018
Sonntag, 29. Oktober 2017
Sounds of Hollywood (Ars Produktion)
Dies ist bereits die dritte CD mit Filmmusik, die die Vogtland Philharmonie unter Leitung von Stefan Fraas eingespielt hat. Dieses Orchester ist einzigartig in der deutschen Musiklandschaft – und das nicht nur deshalb, weil es von zwei Bundesländern, Thüringen und Sachsen, gemeinsam getragen wird. Bekannt ist es auch für seine ungewöhnlichen Veranstaltungs- und Konzertformate. Damit wirbt es ziemlich erfolgreich um Publikum, das normalerweise nicht ins Sinfonie- konzert gehen würde.
So lädt „Sounds of Hollywood“ ein zu einer musikalischen Reise durch die Welt der Filme. Das Konzert, mitunter sogar als Open Air, bietet sowohl Musik- als auch Kinofans ein unvergessliches Erlebnis. Dazu wird der Orchestersound ergänzt durch legendäre Filmszenen, die zusammen mit Großaufnahmen der Künstler auf eine überdimensionale Leinwand übertragen werden.
Auf diese multimediale Dimension muss freilich verzichten, wer sich die bekannten Filmmusiken per CD ins Haus holt. Auch das ganz besondere Flair einer Großveranstaltung unter freiem Himmel überträgt sich hier nicht, da die Aufnahmen in der Stadthalle Werdau entstanden sind. Zu hören sind Hits aus Hollywood, für jeden Geschmack. Das Programm reicht von Star Wars – Das Erwachen der Macht über Bonanza bis zu Batman und vom Dschungelbuch über Games of Thrones bis hin zu Der Polarexpress. Nicht alles ist so filigran gestaltet, wie man sich das wünschen könnte. Aber generell hat das Album etliches zu bieten – man höre nur John Williams' Filmmusik zu Die Geisha, mit ausgesprochen reizvollen Solopartien von Violine und Violoncello, gespielt von Konzert- meister Sergei Synelnikov und Solo-Cellist Peter Manz.
So lädt „Sounds of Hollywood“ ein zu einer musikalischen Reise durch die Welt der Filme. Das Konzert, mitunter sogar als Open Air, bietet sowohl Musik- als auch Kinofans ein unvergessliches Erlebnis. Dazu wird der Orchestersound ergänzt durch legendäre Filmszenen, die zusammen mit Großaufnahmen der Künstler auf eine überdimensionale Leinwand übertragen werden.
Auf diese multimediale Dimension muss freilich verzichten, wer sich die bekannten Filmmusiken per CD ins Haus holt. Auch das ganz besondere Flair einer Großveranstaltung unter freiem Himmel überträgt sich hier nicht, da die Aufnahmen in der Stadthalle Werdau entstanden sind. Zu hören sind Hits aus Hollywood, für jeden Geschmack. Das Programm reicht von Star Wars – Das Erwachen der Macht über Bonanza bis zu Batman und vom Dschungelbuch über Games of Thrones bis hin zu Der Polarexpress. Nicht alles ist so filigran gestaltet, wie man sich das wünschen könnte. Aber generell hat das Album etliches zu bieten – man höre nur John Williams' Filmmusik zu Die Geisha, mit ausgesprochen reizvollen Solopartien von Violine und Violoncello, gespielt von Konzert- meister Sergei Synelnikov und Solo-Cellist Peter Manz.
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