Eine Frauenstimme, ein Serpent, und dazu Becken- und Trommelklänge – „En El Amor“ ist eine ganz und gar ungewöhnliche CD. Nataša Mirković hat sie gemeinsam mit den bekannten Jazz-Musikern Michel Godard und Jarrod Cagwin eingespielt.
Die Sängerin, die aus Bosnien stammt, beschäftigt sich auf diesem Album mit sephardischen Volksliedern. Dieses musikalische Erbe, das sie in ihrer Kindheit auf dem Balkan kennengelernt hat, hat seine Wurzeln eigentlich auf der iberischen Halbinsel. Die Juden dort, die diese Lieder gesungen haben, haben sich nach ihrer Vertreibung im 15. Jahrhundert in Nordafrika sowie im Orient und auf dem Balkan niedergelassen. Wer sich also wundert und glaubt, spanische Texte zu hören, der irrt keineswegs.
Diese alten Melodien haben die Musiker in einen experimentellen Kontext gestellt. Zum neuen Klanggewand gehört neben den urtümlichen Tönen des Serpents und des Schlagwerkes auch der Raum, der hier tatsächlich wahrnehmbar ist: Entstanden ist diese Aufnahme in drei stillen, kalten Februarnächten in der alten Synagoge zu St. Pölten.
Posts mit dem Label Godard werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Godard werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 12. September 2017
Sonntag, 27. März 2016
Ciaconna (Deutsche Harmonia Mundi)
Gute Musik ist keine Frage des Jahr- hunderts – das beweist die Capella de la Torre mit dieser CD. „Seit 2005 widmet sich unser Ensemble der Wiederbelebung der Musik für histo- rische Holz- und Blechblasinstru- mente, insbesondere in der Kombi- nation aus Schalmei, Pommer, Posaune und Dulcian“, schreibt Leiterin Katharina Bäuml im Beiheft. „In Kooperation mit weiteren Ensemblemitgliedern an Laute, Orgel und Percussion und oft zusammen mit Sängern gehen wir immer wieder neu auf Entdeckungsreisen.“
Zum zehnjährigen Bestehen hat die Capella de la Torre Klänge aus Vergangenheit und Gegenwart zusammengefügt: Improvisation, von der Renaissance bis zum Jazz – und selbst die ganz alten Werke haben, wenn die Musiker um Bäuml sie spielen, durchaus Drive. Die Reise beginnt mit Ostinato vo' seguire von Bartolomeo Trombocino (um 1470 bis nach 1535), einer Frottola, die schließlich einem Formprinzip den Namen gab, dem sogenannten Ostinato, der beharrlichen Wiederholung musikalischer Strukturen. Und sie endet mit modernen Ostinato-Werken von Michel Godard und Johannes Vogt-Ansorg, die die alten Formen reizvoll neu interpretieren. Tuba, Akkordeon und E-Bass erklingen in trauter Eintracht mit den „alten“ Instrumenten, und die Ensemblemitglieder der Capella de la Torre improvisieren gekonnt gemeinsam mit den befreundeten Jazz-Musi- kern Michel Godard, Tuba, Serpent und E-Bass, und Luciano Biondini, Akkordeon. Magisch!
Zum zehnjährigen Bestehen hat die Capella de la Torre Klänge aus Vergangenheit und Gegenwart zusammengefügt: Improvisation, von der Renaissance bis zum Jazz – und selbst die ganz alten Werke haben, wenn die Musiker um Bäuml sie spielen, durchaus Drive. Die Reise beginnt mit Ostinato vo' seguire von Bartolomeo Trombocino (um 1470 bis nach 1535), einer Frottola, die schließlich einem Formprinzip den Namen gab, dem sogenannten Ostinato, der beharrlichen Wiederholung musikalischer Strukturen. Und sie endet mit modernen Ostinato-Werken von Michel Godard und Johannes Vogt-Ansorg, die die alten Formen reizvoll neu interpretieren. Tuba, Akkordeon und E-Bass erklingen in trauter Eintracht mit den „alten“ Instrumenten, und die Ensemblemitglieder der Capella de la Torre improvisieren gekonnt gemeinsam mit den befreundeten Jazz-Musi- kern Michel Godard, Tuba, Serpent und E-Bass, und Luciano Biondini, Akkordeon. Magisch!
Abonnieren
Kommentare (Atom)

