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Freitag, 29. Juli 2016

L'arpa Barberini (Accent)

Diese CD ist einem ganz besonderen Instrument gewidmet: Die „Arpa Barberini“, angefertigt um 1620, ist bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben. Nicht nur die aufwendige Verzierung macht diese Harfe außergewöhnlich. So wird die Säule, vergoldet und üppig mit Putten geschmückt, vom Wappen der Barberini gekrönt. Die Saiten der Harfe sind zudem in drei Reihen angeordnet, was das chromatische Spiel in allen Tonarten ermöglicht. 
Das kostbare Instrument ist erhalten; es befindet sich heute im Museo Nazionale degli Strumenti Musicali in Rom. Margret Köll musiziert auf einer 2007 angefertigten Kopie, wenn sie auf dieser CD gemeinsam mit der Sopranistin Roberta Invernizzi Musik von Komponisten vorstellt, die mit dem Hof der Barberini in Verbindung zu bringen sind. Die Auswahl ist groß, denn die Barberini waren reich und mächtig; die Familie stellte etliche Kardinäle und sogar einen Papst, Urban VIII. Er verstand sich als Förderer der Künste und der Wisssenschaft, bewahrte seinen Jugendfreund Galileo Galilei vor dem Scheiterhaufen und weihte 1626 den Petersdom ein.

Montag, 22. August 2011

Soler: Selected Sonatas for Harp (MDG)

Padre Antonio Soler (1729 bis 1783) war der Sohn eines Militär- musikers. Ausgebildet wurde er ab 1736 als Chorknabe in der Escola- nia de Monserrat, einem Benedik- tinerkloster im Gebirge in der Nähe von Barcelona mit einer der älte- sten Musikschulen der Welt. Zu seinen Lehrern gehörte der Orga- nist José Elas. 
Es wird berichtet, das eines Tages ein Bischof Soler befragte, ob er einen Organisten für das legendäre Kloster El Escorial bei Madrid wisse - und dass der Musiker ohne zu zögern sich selbst vorgeschla- gen habe. So trat Padre Antonio 1952 den Hieronymiten bei, legte die Gelübde ab, und wirkte dann bis zu seinem Tode in diesem Kloster als Organist und Magisterio di Capilla.  
Man stelle sich allerdings das Klosterleben nicht gar zu weltabge- wandt vor - denn die Königsfamilie verbrachte alljährlich den Herbst im El Escorial, und die Hieronymiten wiederum verfügten auch über ein Kloster in Madrid. So unterrichtete Soler Prinz Gabriel, und kom- ponierte für seinen Schüler unter anderem mehr als 140 Clavierso- naten, sechs Quintette für Tasteninstrument und Streichquartett, und sechs Konzerte für zwei Orgeln. Er selbst nahm Unterricht bei José de Nebra, dem Hoforganisten, und lernte von Domenico Scarlatti, dem Cembalolehrer der Königin. Obwohl seine Kompositionen auch italienische Einflüsse verraten, sind sie doch deutlich durch die spa- nische Musiktradition geprägt. 
Godelieve Schrama spielt einige seiner Cembalo-Sonaten - auf der modernen Harfe. "Solers Sonaten bergen große Anforderungen in sich, wenn sie verständlich, artikuliert und mit jenen schlangen- förmigen Figuren in der Musik gespielt werden, wie z.B. die arabes- que-ähnlichen Notengruppen oder die ausgeschriebenen Bögen nach dem Beginn der Sonate Nr. 19", erläutert die Musikerin, die als Pro- fessorin an der Hochschule für Musik in Detmold lehrt. "Ich habe immer das Gefühl, in diesen Takten den Einfluss der maurischen Kultur Nordafrikas zu hören. Und diese Dinge funktionieren ganz gut auf der modernen Pedal-Harfe: Soler lässt sich auf der Harfe spielen, Bach nicht." 
Schrama hat hörbar Vergnügen an der mitunter kniffligen Aufgabe, Solers temperamentvolle Cembalowerke angemessen auf der Harfe zum Klingen zu bringen. Diese CD stellt daher gleich in zweifacher Hinsicht eine Rarität dar - und sei daher an dieser Stelle nicht nur den Freunden virtuoser Harfenmusik empfohlen. 

Dienstag, 2. August 2011

The Wood of Morois - Patrick Ball, Celtic Harp (Celestial Harmonies)

Was für ein Sound! So obertonreich und glasklar habe ich noch keine Harfe gehört. Die Homepage des Musikers gibt Auskunft, warum dieses Instrument derart ätherisch klingt: Sie ist nicht, wie die moder- nen Harfen, mit Darm- bzw. Syn- thetiksaiten bespannt, sondern mit Metallsaiten, und wird auch nicht mit den Fingerkuppen, sondern mit den Fingernägeln gespielt. Auf diese Art und Weise haben vermut- lich schon die Barden Irlands und Schottlands in keltischer Zeit ihre Instrumente zum Klingen gebracht. Patrick Ball, der aus Kalifornien stammt, war von der Tradition jener Virtuosen und Geschichten- erzähler so fasziniert, dass er sich ganz diesem Erbe verschrieben hat. 
Auf dieser CD, die er - der Titel verrät es, und auch die Auswahl der Stücke - der Geschichte von Tristan und Isolde widmet, hat Ball aller- dings Stücke aus ganz Europa zusammengetragen. Dieses Konzept geht durchaus auf, denn musikalisch ist die CD erstaunlich spannend. Und der Klang dieser Harfe ist wirklich ein Genuss. Meine Empfeh- lung! 

Freitag, 17. Dezember 2010

Lullabies and Carols for Christmas (Naxos)

Wer die Harfe gerne hört, der findet hier eine ziemlich exklusive Einspielung: Die Kanadierin Judy Loman, eine der weltweit führenden Harfen-Virtuosinnen, hat Weihnachts- und Wiegenlieder, die in ihrer Heimat populär sind, speziell für dieses Instrument arrangiert. Die meisten davon interpretiert sie gemeinsam mit der Sopranistin Monica Whicher. Doch dazwischen hat sie auch einige sehr spannende "richtige" Solostücke für Harfe placiert - beispielsweise das Interlude from A Ceremony of Carols von Benjamin Britten, die Six Noels Pour la Harpe von Marcel Tournier und die Concert Variations on Adeste Fideles von Carlos Salzédo, Erster Harfenist an der Met in New York unter Toscanini. Mehr davon! denn dieses Repertoire hört man viel zu selten.