Konrad Jarnot und Alexander Schmalcz haben bereits eine CD mit Schuberts Schöner Müllerin für Oehms Classics eingespielt. Nun ergänzen der Bariton und der Pia- nist diese Edition um die Winter- reise. Ein solches Unterfangen ist stets auch ein Wagnis, denn dieser Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller gehört zu jenen Werken, die nicht eben selten auf CD zu hören sind.
Der Sänger und sein Klavierbeglei- ter gehen dieses Risiko ein - und ihnen ist hier erneut eine hörenswerte Interpretation gelungen. Jarnot und Schmalcz gestalten jedes einzelne Lied mit großer Sorgfalt und Empathie. So werden lauter Miniaturen daraus, die die beiden Musiker mit Leidenschaft und Können vortragen. Man spürt, dass Jarnot ein Schüler von Dietrich Fischer Dieskau war - und dennoch findet er seinen eigenen Weg, der auf Dauer vermutlich eher zur Oper als zum Liedgesang führen dürfte.
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Montag, 21. Januar 2013
Sonntag, 27. März 2011
Brahms: Ein deutsches Requiem; Albrecht (Oehms Classics)
Diese CD ist der Live-Mitschnitt des Benefizkonzertes in der Phil- harmonie im Gasteig, München, aus Anlass des Todestages von Dominik Brunner. Doch wer nun lediglich eine weitere Aufnahme des Brahms-Requiems befürchtet, die sich in die leider ziemlich lange Reihe belangloser Interpretatio- nen einreiht, der wird schon bald die Ohren spitzen.
Denn die Sänger sind ein Ereignis, allen voran Ruth Ziesak, die ihren Part als eine Folge großer Melo- diebögen gestaltet, die silbrig und schwerelos emporsteigen, ganz so, als wäre Singen nicht mit Mühe und Arbeit verbunden. Das ist so klug angelegt und technisch so perfekt - so überirdisch schön hat man den Trost noch nie empfangen, den das Brahms-Requiem spendet. Bariton Konrad Jarnot erweist sich ebenfalls als gute Besetzung. Im Zentrum dieser Interpretation aber stehen ganz klar die Sängerinnen und Sänger des Münchner Bach-Chores, der 1954 von dem legendären Karl Richter gegründet wurde, und seit 2005 von Hansjörg Albrecht geleitet wird. Dieser Chor singt mit einer Geschmeidigkeit und Transparenz, wie sie beim Brahms-Requiem noch nicht zu hören war.
Am Anfang steht für meinen Geschmack etwas zu viel Lautstärke. Aber dort, wo die Musiker des Münchner Rundfunkorchesters nebst Friedemann Winklhofer an der Orgel nicht gar zu entfesselt loslegen, gelingt Albrecht eine Aufführung von geradezu kammermusikalischer Durchhörbarkeit und Flexibilität. Das ist wirklich beeindruckend, und spätestens ab "Wie lieblich sind deine Wohnungen" fasziniert diese Aufnahme durch ihre Intensität. Grandios!
Denn die Sänger sind ein Ereignis, allen voran Ruth Ziesak, die ihren Part als eine Folge großer Melo- diebögen gestaltet, die silbrig und schwerelos emporsteigen, ganz so, als wäre Singen nicht mit Mühe und Arbeit verbunden. Das ist so klug angelegt und technisch so perfekt - so überirdisch schön hat man den Trost noch nie empfangen, den das Brahms-Requiem spendet. Bariton Konrad Jarnot erweist sich ebenfalls als gute Besetzung. Im Zentrum dieser Interpretation aber stehen ganz klar die Sängerinnen und Sänger des Münchner Bach-Chores, der 1954 von dem legendären Karl Richter gegründet wurde, und seit 2005 von Hansjörg Albrecht geleitet wird. Dieser Chor singt mit einer Geschmeidigkeit und Transparenz, wie sie beim Brahms-Requiem noch nicht zu hören war.
Am Anfang steht für meinen Geschmack etwas zu viel Lautstärke. Aber dort, wo die Musiker des Münchner Rundfunkorchesters nebst Friedemann Winklhofer an der Orgel nicht gar zu entfesselt loslegen, gelingt Albrecht eine Aufführung von geradezu kammermusikalischer Durchhörbarkeit und Flexibilität. Das ist wirklich beeindruckend, und spätestens ab "Wie lieblich sind deine Wohnungen" fasziniert diese Aufnahme durch ihre Intensität. Grandios!
Samstag, 3. April 2010
Schubert: Die schöne Müllerin; Konrad Jarnot (Oehms Classics)
Konrad Jarnot interessiert an Schuberts Liederzyklus ganz offensichtlich das dramatische Moment. Er legt großen Wert auf Verständlichkeit - was keineswegs selbstverständlich ist - und gestal- tet die Lieder mit großer Sorgfalt. Dabei geraten ihm Schuberts Miniaturen gelegentlich zur großen Oper. Und manche Kleinigkeit, auffallend insbesondere bei den Verzierungen, entschwindet an- gesichts dieser schwungvollen Geste im musikalischen Nirwana. Das ist freilich keine Katastrophe, sondern nur eine bedauerliche Schwäche einer ansonsten sehr akzeptablen Aufnahme.
Alexander Schmalcz begleitet den Sänger durch Müllers Verse - und lässt den Flügel hingebungsvoll plätschern, flüstern, rauschen, strudeln und murmeln, so dass man ganz verwundert lauscht. Es ist doch verblüffend, wieviel verschiedene Möglichkeiten dieser Schubert erdacht hat, dem Wasser des Mühlbächleins eine Stimme zu geben. Und letztendlich flüchtet der unglückliche Müllerbursche in die Wellen - Romantik ist nicht immer nett. Aber wie Jarnot und Schmalcz dieses Finale ins Piano verklingen lassen, das ist schon großes Kino. Schließlich ist es unendlich schwierig, angesichts der Vielzahl der Einspielungen der Schönen Müllerin noch neue Ideen aufzuspüren, wie man den Liederzyklus gestalten könnte. Jarnot und Schmalcz haben da eine intelligente Lösung gefunden.
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