Zur Unterhaltung der Herrschaft in privatem Rahmen erklang einst die Kammermusik. Der kunstsinnige Adel wirkte sogar mit, wenn etwa Triosonaten oder Kammerkantaten vorgetragen wurden – so ist beispielsweise bekannt, dass Friedrich der Große, nachdem er Dresden im Siebenjährigen Krieg kampflos eingenommen hatte, gern mit Johann Adolph Hasse und seiner Ehefrau, der Sängerin Faustina Bordoni, musizierte.
Werke, die damals erklungen sein könnten, hat das Ensemble Le Musiche Nove unter der Leitung von Claudio Osele auf dieser CD in einem attraktiven Programm zusammengefasst. Neben Kantaten und Arien, gesungen von Sopranistin Veronika Kralova, sind auch eine Flöten- und eine Cembalosonate sowie eine Sinfonia a violoncello solo zu hören. Dabei handelt es sich fast durchweg um Weltersteinspielungen. Die Noten- editionen dafür hat Claudio Osele nach Handschriften erstellt, die sich heute in Mailand, Wien und Berlin befinden.
Johann Adolph Hasse (1699 bis 1783) schrieb gleich ein ganzes Kapitel Musikgeschichte. Geboren in Bergedorf bei Hamburg, war er in Neapel ebenso präsent wie in Dresden, Wien oder Venedig – und seine Musik war erstaunlich wandlungsfähig. Von frühen Werken, nach dem Vorbild seines Lehrers Alessandro Scarlatti, bis hin zu seinen immer noch innovativen letzten Kompositionen, beinahe schon im Stile der Frühklassik, reicht diese Entwicklung.
Diese CD macht deutlich, dass Hasse stets herrliche Melodien geschaffen hat; er entführt seine Hörer in idyllische Landschaften, und lässt sie Leidenschaften und Emotionen direkt miterleben. Hasse war ein großer Meister der opera seria – und ihre Mittel verwendet er auch in seinen Konzertarien und Kammerkantaten.
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Montag, 18. November 2019
Mittwoch, 16. März 2011
Colori d'Amore - Simone Kermes (Sony)
Mit dieser CD beweist Simone Kermes erneut, dass sie derzeit die beste Koloratursopranistin der Welt ist. Die Sängerin, die aus Leipzig stammt und dort auch studiert hat, leistet Grandioses - und auf dieser CD erhält sie Gele- genheit, die ganze Palette ihrer künstlerischen Ausdrucksmittel vorzuführen. So zeigt Kermes in Giovanni Bononcinis Frondi tenere... Ombra mai fu - Händel gefiel das Stück so gut, dass er seine eigene Version 40 Jahre später an diesem Vorbild ausrichtete - ihre Fähigkeit, ein scheinbar "einfaches" Stück mit kluger, schlanker Stimmführung und der ent- sprechenden Phrasierung so zu gestalten, dass es ungeheure Inten- sität und Ausdruckskraft erhält. Und gleich im Anschluss daran schmettert sie in Scarlattis Ondeggiante, agitato im Duett mit einer höllisch anspruchsvollen Trompetenstimme einen hochvirtuosen Schlachtgesang, bei dem der Zuhörer rätselt, wie es möglich ist, solche Tonleitern und Triller zu singen - und wann die Diva denn nun endlich Luft holt.
Sämtliche Stücke auf dieser CD, mit Ausnahme der Arie Cara tomba von Alessandro Scarlatti, sind Weltersteinspielungen. Das Ensemble Le Musiche Nove unter seinem Gründer Claudio Osele begleitet Simone Kermes zuverlässig durch dieses - überaus attraktiv präsen- tierte - Wechselbad der Gefühle und der Leidenschaften.
Sämtliche Stücke auf dieser CD, mit Ausnahme der Arie Cara tomba von Alessandro Scarlatti, sind Weltersteinspielungen. Das Ensemble Le Musiche Nove unter seinem Gründer Claudio Osele begleitet Simone Kermes zuverlässig durch dieses - überaus attraktiv präsen- tierte - Wechselbad der Gefühle und der Leidenschaften.
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