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Montag, 14. November 2016

Virgins, Vixens & Viragos (Onyx)

Mit extremen weiblichen Emotionen konfrontiert Susan Graham die Zuhörer auf dieser CD. Die Sängerin zeigt Frauen in den verschiedensten Rollen – von der Heiligen Jungfrau, die ihren Sohn vermisst, und den Zwölfjährigen schließlich im Tempel wiederfindet, wo er mit den Schrift- gelehrten diskutiert, bis hin zur mörderischen Lady Macbeth. Das Programm, das sie gemeinsam mit dem erfahrenen Liedpianisten Malcolm Martineau präsentiert, reicht von Henry Purcell bis zu Joseph Horovitz und von Hector Berlioz, vertreten mit La mort d'Ophélie, bis hin zu Cole Porters The Physician.  Sehr spannend sind  übrigens die verschiedenen Vertonungen der Lieder der Mignon aus Goethes Wilhelm Meister

Donnerstag, 28. Juli 2016

Scene! - Christiane Karg (Berlin Classics)

Wenn besondere Stimmen bedeutende Komponisten inspirierten, dann sind oftmals Konzertarien entstanden, Nachfolgerinnen der Solo-Kantate, wenn man so will – allerdings wesentlich dramatischer, exaltierter. „Nach meiner CD mit Mozart- und Gluck-Arien hielt ich es für richtig, einen Schritt über die Klassik hinaus und etwas weiter im Fach zu gehen, ohne dass ich nun eine Isolde werden möchte“, erläutert Christiane Karg im Beiheft zu dieser CD ihre Hinwen- dung zu diesem anspruchsvollen Repertoire. „Ich bin Mitte Dreißig und will nicht bei den leichten Damenrollen hängenbleiben. Dass es mit anderen Farben weitergeht, ist ganz normal.“ 
Nach dem grandiosen Strauss-Liederalbum „Heimliche Aufforderung“ ist die vierte CD der Sopranistin wieder eine Orchesteraufnahme. Neben ihrem bewährten Klavierbegleiter Malcolm Martineau hat daran das Ensemble Arcangelo unter Jonathan Cohen mitgewirkt, und die Geigerin Alina Pogostkina. Sie gestaltet ein ausdrucksstarkes Violinsolo für die Konzert- arie Infelice pensier von Felix Mendelssohn Bartholdy, auf dieser CD zu hören in der Londoner Erstfassung. Mit all diesen Partnern ist Christiane Karg bestens vertraut, was offenbar eine gute Basis für die gemeinsame Arbeit an den virtuosen Stücken geschaffen hat. 
Einmal mehr hat die Sängerin ein faszinierendes Programm zusammen- gestellt, diesmal gruppiert um Ludwig van Beethovens Ah, perfido!, uraufgeführt 1796 in Leipzig von der Prager Star-Sopranistin Josepha Duschek. Ergänzt wird es zudem durch Konzertarien von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. 
Was sie an diesen Arien fasziniert? „Riesige Emotionen auf kleinstem Raum und im Mittelpunkt verlorene Gestalten – Verlorenheit, die auch in Hass umschlagen kann. Darum geht es, und das will ich zeigen.“ Gelungen ist das Christiane Karg exzellent. Sie singt beeindruckend, farbenreich und mit einer gehörigen Portion Theatralik. Dass die Sopranistin für diese CD nun mit einem Echo Klassik ausgezeichnet wird, ist nur angemessen. Gratulation! 

Samstag, 2. März 2013

Schubert: Schwanengesang; Thomas Oliemans (Etcetera)

"Und so steckt dieser ganze Zyklus bis in die winzigsten Details voller Kontraste und unerwarteter Far- ben, welche die Spannung erhal- ten. Tatsächlich darf man bei Schubert niemals der ersten Asso- ziation vertrauen - und vielleicht ist er eben deshalb der Aller- größte", begeistert sich Thomas Oliemans für das Liedwerk des Komponisten. Der niederländische Bariton hat bei Etcetera gemein- sam mit dem Pianisten Malcolm Martineau den Schwanengesang von Franz Schubert eingespielt. 
Man hört den beiden gern zu, weil sie Hörgewohnheiten in Frage stellen, und ihre Interpretation auf eine detailgenaue Analyse des Notentextes gründen. Oliemans singt mit sonorer Tiefe und strahlen- der, warmer Höhe, exzellenter Textverständlichkeit. Seine Liedge- staltung ist wohlüberlegt und präzise, getragen vom souveränen Klavierspiel Martineaus. Dieser Schwanengesang gefällt mir, weil es nicht die hundertste Kopie ist, sondern eines der wenigen Originale. Bravi!