Lautenmusik aus Englands Goldenem Zeitalter präsentiert Dorian/Sono Luminus auf dieser CD. Gespielt wird diese phantasti- sche Musik von Ronn McFarlane und William Simms. Eine bessere Besetzung ist für Lautenduette kaum denkbar.
McFarlane startete als Autodidakt auf einer "cranky sixteen-dollar steel-string guitar". Er spielte Blues und Rockmusik, doch zugleich studierte er "klassische" Gitarre - bis er die Laute für sich entdeckte. Simms gehört zu den etablierten Early Music-Spezialisten; er spielt Laute ebenso wie Theorbe und Gitarre, und hat, insbesondere auch im Continuo, an zahlreichen Projekten im Bereich der "Alten" Musik mitgewirkt.
Die Werke, die auf dieser CD erklingen, charakterisiert McFarlane wie folgt: "Elizabethan lute duets yield the most companionable and friendly kind of music-making for the players. In equal duets each lutenist plays nearly the same music, alternating playing the melody and the harmonic accompaniment. It feels like a conversation, with each lutenist posing musical questions and answers throughout. Each player is free to improvise upon the written part, so the con- versation can be very individual and spontaneous! On the other hand, in the treble-ground style of lute duet, one lutenist plays a single line melodic part (usually including some virtuosic passages) while the second lutenist plays a chordal accompaniment. Some- times the chordal accompaniment is very simple and repetitive, and it is likely that a skilled player would vary his part to make a more musically satisfying accompaniment. In this recording, the continuo background and improvising skills of William Simms come to the fore, as two- and three-cord accompaniments become highly ima- ginative counterparts to the single-line melody."
Besser könnte das auch der Kritiker nicht beschreiben. Zu ergänzen bleibt, dass es sich hier nicht nur um faszinierende Musik, sondern darüber hinaus auch um eine wundervolle Einspielung handelt. Die beiden Lautenisten harmonieren exzellent miteinander, und ihre Musizierlust spürt selbst der Zuhörer. Kein Zweifel: Dies ist eine der besten Lauten-CD des Jahres 2012!
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Samstag, 13. Oktober 2012
Donnerstag, 11. August 2011
The Art of Vivaldis Lute (Sono Luminus)
Das Washingtoner Originalklang-Ensemble The Bach Sinfonia, geleitet von Daniel Abraham, hat sich in mehreren Programmen mit der Musik Antonio Vivaldis (1678 bis 1741) auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt dieser Einspielung steht die Laute, hörenswert ge- spielt von Ronn McFarlane.
Den Rahmen bilden zwei Ripieno-Konzerte, die Sinfonie in d-Moll
RV 127 und die Sinfonia in g-Moll RV 157 - Konzerte ohne Solisten; das andere formale Extrem folgt sofort: Das Konzert für zwei Violinen und Laute in D-Dur RV 93 er- fordert nur Solisten, und kein Orchester.
Zwei Trios für Violine und Laute, RV 85 und 82, geleiten die Motette In turbato mare irato RV 627, die aber leider unerträglich schlecht gesungen wird. Als vorletzes Stück erklingt schließlich ein "normales" Konzert für Viola d'Amore, Laute, Streicher und Basso continuo in
d-Moll RV 540.
Es ist durchaus spannend, Vivaldis Experimente mit der Form "Kon- zert" zu beobachten. Der Komponist sorgte mit seinem Schaffen, das zahlreiche Musiker aus ganz Europa zum Vorbild nahmen, für eine weite Verbreitung und starke Dominanz des Konzertes in seiner drei- sätzigen Form. Leider gehörte die Laute eher nicht zu seinen Lieb- lingsinstrumenten, so dass das Repertoire ziemlich beschränkt ist.
Den Rahmen bilden zwei Ripieno-Konzerte, die Sinfonie in d-Moll
RV 127 und die Sinfonia in g-Moll RV 157 - Konzerte ohne Solisten; das andere formale Extrem folgt sofort: Das Konzert für zwei Violinen und Laute in D-Dur RV 93 er- fordert nur Solisten, und kein Orchester.
Zwei Trios für Violine und Laute, RV 85 und 82, geleiten die Motette In turbato mare irato RV 627, die aber leider unerträglich schlecht gesungen wird. Als vorletzes Stück erklingt schließlich ein "normales" Konzert für Viola d'Amore, Laute, Streicher und Basso continuo in
d-Moll RV 540.
Es ist durchaus spannend, Vivaldis Experimente mit der Form "Kon- zert" zu beobachten. Der Komponist sorgte mit seinem Schaffen, das zahlreiche Musiker aus ganz Europa zum Vorbild nahmen, für eine weite Verbreitung und starke Dominanz des Konzertes in seiner drei- sätzigen Form. Leider gehörte die Laute eher nicht zu seinen Lieb- lingsinstrumenten, so dass das Repertoire ziemlich beschränkt ist.
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