Weihnachtliche Stimmung kam kurz auf beim Anhören dieser Einspielung von Tschaikowskis berühmtem Nussknacker. Das lag weniger daran, dass dieses Ballett typischerweise in der Vorweih- nachtszeit auf die Bühnen dieser Welt kommt.
Diese CD ist vielmehr wie ein Ge- schenk an alle, die Tschaikowskis Musik lieben, denen die traditio- nellen russischen Aufnahmen aber zu zuckrig und die westlichen zu steif und distanziert sind. Michail Pletnev legt hier mit dem Russischen Nationalorchester eine farben- reiche Interpretation vor, die sich nicht schämt, gelegentlich roman- tisch zu werden, aber die dennoch nie ausschließlich süßlich klingt. Und statt Klangbrei serviert der Maestro ein mild gewürztes Menü, das durch viele Details erfreut. Meine Empfehlung!
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Sonntag, 2. Oktober 2011
Freitag, 16. April 2010
Tchaikovsky: Swan Lake; Pletnev (Ondine)
Das Ballett Schwanensee nach der ausdrucksstarken Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und in der Choreographie von Marius Petipa gehört zum Standardrepertoire eines jeden Tänzers; es steht exemplarisch für die weltweit verehrte und kopierte russische Tanztradition.
Darüber vergisst man leicht, dass Tschaikowskis Auftraggeber seinerzeit mit dem Werk ziemlich unglücklich waren. Zu ungewöhn- lich war die Musik; den Tänzern erschien sie zu dramatisch, und auch das Publikum fand sie "wagnerianisch". Ballettmusik ist in der Tat ein Balanceakt. Librettist und Komponist wollen eine Geschichte erzählen; der Choreograph und die Tänzer aber müssen sie in Bewegung umsetzen. Und die Solisten haben obendrein meist ganz eigene Vorstellungen davon, wie sie sich präsentieren möchten.
Das Resultat ist oftmals ein Kompromiss; deshalb werden Ballett- musiken im Konzertsaal üblicherweise in Form von Suiten zusammengefasst, die die "schönen Stellen" bringen - und die zwar funktional notwendigen, aber musikalisch oft weniger ansprechenden Teile ausklammern. Michail Pletnev spielt mit seinem Russischen Nationalorchester die komplette Partitur Tschaikowskis, wie aus Marmor gemeißelt und auf Hochglanz poliert, perfekt und ein bisschen langweilig. Am stärksten ist diese Einspielung dort, wo sie dramatisch wird - wobei Pletnev jegliches Pathos meidet. Das ist schade, denn eine Bühnenmusik verkraftet hier und da durchaus auch ein Augenzwinkern und ein bisschen Ironie.
Donnerstag, 10. September 2009
Beethoven: Piano Concertos Nos. 2 & 4; Mikhail Pletnev (Deutsche Grammophon)
"Beethoven-Aufführungen wirken oft wie ein Mausoleum, ein monumentales Denkmal. Vermutlich behandelt man den Komponisten aus großer Ehrfurcht so, aber diese Haltung hat auch etwas Negatives", meint Mikhail Pletnev. Mit dem von ihm gegründeten Russischen Nationalorchester ging er daran, alle Sinfonien und Klavierkonzerte des Titanen einzuspielen. Und was hier zu hören ist, das überrascht. Zum einen deshalb, weil die Konzerte nicht pathetisch zelebriert werden, sondern klingen wie improvisiert - sie wirken frisch und lebendig. Auch faszinieren Pletnevs sangliche Gestaltung, und sein perfektes Zusammenspiel mit dem Orchester. So macht Beethoven Spaß - diese CD möchte man immer wieder hören...
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