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Dienstag, 17. Dezember 2013

Bach: Advent and Christmas Cantatas; Karl Richter (Deutsche Grammophon)

Endlich sind sie wieder erhältlich – die Bach-Kantaten, mit denen Karl Richter einst großes Aufsehen erregt hat, legt die Deutsche Grammophon nun in Form einer Box mit 26 CD dem Musikfreund unter den Tannenbaum. Die limitierte Edition umfasst den gesamten Kantatenzyklus, den Richter mit dem von ihm gegründeten Münchener Bach-Chor und -Orchester zwischen 1968 und 1976 für die Archiv-Produktion aufgenommen hat. 
Eine weitere Box mit vier CD umfasst 14 Kantaten, die Bach für die Zeit vom ersten Adventssonntag bis zum Fest Mariä Reinigung geschaffen hat – und man staunt, wie glutvoll und vital diese Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren noch immer wirken. Exzellente Solisten, handverlesene Instrumentalisten und ein inspiriert singender Chor machen jede einzelne Kantate zu einem Hörvergnügen. 
Richter war bei drei großen Kantoren in die Lehre gegangen – bei Karl Straube und Günther Ramin in Leipzig sowie bei Rudolf Mauersberger in Dresden. Das prägte seine Musizierauffassung: Richter ging es nicht um Inszenierung, sondern ausschließlich um Inhalte. Das Ensemble überzeugt daher durch eine Intensität des Ausdrucks, wie sie später kaum noch erreicht worden ist. Diese Bach-Einspielungen sind noch immer ein Erlebnis; sie werden wohl für alle Zeiten zu den Referenz- aufnahmen zählen. Grandios! 

Montag, 27. Februar 2012

Strauss: Der Rosenkavalier (Glyndebourne)

Über das Opernereignis Glynde- bourne Festival ist in diesem Blog schon mehrfach berichtet worden. Das Unternehmen legt schrittweise Mitschnitte von Aufführungen aus seiner grandiosen Vergangenheit vor - in diesem Falle handelt es sich um eine Aufzeichnung von Richard Strauss' Rosenkavalier, aufgenommen am 30. Mai 1965. 
Das Ensemble ist exzellent - so ist als Feldmarschallin Montserrat Caballé zu erleben, als Octavian die polnische Mezzosopranistin Teresa Zylis-Gara, als Sophie die junge Edith Mathis, und als Baron Ochs auf Lerchenau Otto Edelmann. Auch die weniger gewichtigen Partien sind gut besetzt, und die Aufführung sprüht geradezu vor komödiantischem Geist. Das London Philharmo- nic Orchestra spielt unter John Pritchard; er betont die theatrali- schen Akzente der Handlung. Da verzeiht man gerne manchen derben Ton insbesondere der Blechbläser. Köstlich!