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Montag, 28. Dezember 2020

Bach Cantatas (Accentus)


 Seine erste CD als Leiter des Leipziger Thomanerchores widmete Gotthold Schwarz Kantaten von Johann Sebastian Bach. Der Sänger und Kirchenmusiker, der mit den Thomanern schon seit vielen Jahren als Stimmbildner und vertretungsweise auch als Chorleiter arbeitete, wurde 2016 zum 17. Thomaskantor nach Bach berufen. 

In der Beschäftigung mit Bachs Kantaten, die nach wie vor für das Repertoire des berühmten Leipziger Knabenchores von zentraler Bedeutung sind, sieht Schwarz „eine lebenslange und wunderschöne Aufgabe und Herausforderung“. Für diese CD hat er drei Kompositionen ausgewählt, die sich mit dem besonderen Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen auseinandersetzen: Allein zu dir, Herr Jesu Christ BWV 33, Wer Dank opfert, der preiset mich BWV 17, und Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 99. Die Thomaner sowie Solisten musizieren dabei gemeinsam mit dem Sächsischen Barockorchester.


Montag, 12. Januar 2015

Telemann: Luther Cantatas (cpo)

Kantaten von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) hat Gotthold Schwarz mit dem Sächsischen Barockorchester und dem Bach Consort Leipzig eingespielt. Das kleine, ausgeglichen besetzte Sängerensemble wird dabei in den Chören verstärkt durch Ripienisten. 
Die CD beweist einmal mehr, dass Telemann von seinen Zeitgenossen zu Recht überaus geschätzt wurde. Seine Musik ist sorgsam gearbeitet, und nahe am vertonten Text, den er zudem stets mit Sorgfalt ausgewählt hat. Auch das zeigen die fünf Kantaten auf dieser CD. So vertonte Telemann etliche Texte von Erdmann Neumeister, einem bedeutenden geistlichen Dichter jener Zeit. Immer wieder zitierte er zudem die Lieder Luthers, so auch in den Kantaten, die Schwarz für dieses Programm zusammengestellt hat. Es erklang anlässlich der Magdeburger Telemanntage 2012 in der Schlosskirche von Torgau; dort wurde es mitgeschnitten.  

Mittwoch, 8. Februar 2012

Telemann: Germanicus (cpo)

Musikhistorisch gesehen, ist diese Aufnahme eine Sensation. Denn bislang galten die "etlichen und zwantzig Opern", die Georg Philipp Telemann in seinen Jugendjahren für das Leipziger Opernhaus kom- poniert haben will, als verloren. In jüngster Vergangenheit jedoch ha- ben sich von einigen der 74 Opern, die in der Messestadt an der Pleiße im Zeitraum von der Gründung bis zur Pleite der Oper 1720 aufge- führt worden sind, Fragmente angefunden. Im Falle des Germanicus spürte Michael Maul, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv, in der Frankfurter Universitätsbibliothek 40 Arien auf, die bislang als Werke von Gottfried Grünewald galten - und er konnte nachweisen, dass es sich um jene Version der Telemann-Oper handeln muss, die 1710 zur Michaelismesse erklungen ist. Er fand zudem heraus, dass das Libretto, das vollständig erhalten ist, von der Pfarrersfrau Christine Dorothea Lachs, einer Tochter des Gründers der Leipziger Oper Nikolaus Adam Strungk, stammt, die auch noch weitere Texte für Telemann geschaffen hat. Weil aber die Rezitative, anders als die Arien, nicht zu rekonstruieren waren, ergab sich für die vorliegende Einspielung ein Problem.
Experte Maul hat die Leerstellen mit Sprechertexten gefüllt, die die Handlung zusammenfassen. So wird die Oper wieder aufführbar, quasi als Singspiel. Gotthold Schwarz hat sie mit dem Sächsischen Barock- orchester sowie Olivia Stahn und Elisabeth Scholl, Sopran, Thomaner Friedrich Praetorius, Knabensopran, Matthias Rexroth, Altus, Albrecht Sack, Tenor, und Henryk Böhm und Tobias Berndt, Bass, zu den Telemann-Festspielen 2010 in Magdeburg erstmals wieder zum Klingen gebracht. Im Nachgang ist dann zudem die vorliegende 3-CD-Box entstanden. 
Selbst bei diesem Frühwerk, das Telemann als Student geschaffen hat, ist schon erkennbar, wie versiert der Komponist die Klangrede einsetzt, um Personen und Situationen plastisch zu schildern. An einzelnen Teilen wird zudem deutlich, wie sich innerhalb weniger Jahre - die Urfassung entstand 1704, da war Telemann noch Student, die überarbeitete Version hingegen schrieb er 1710 bereits als Kapellmeister in Eisenach - sein musikalisches Ausdrucksvermögen gesteigert hat. Für den Musikhistoriker mag das eine Offenbarung bedeuten. Beim Opernfreund aber dürfte diese Aufnahme in erster Linie Ratlosigkeit hinterlassen. Denn um sie wirklich genießen zu können, reicht die Substanz nicht aus. Und auch die Zwischentexte tragen nach Kräften dazu bei, dass sich Langeweile ausbreitet. Schade.