Die Orgelsonaten BWV 525-530 von Johann Sebastian Bach sind seltsame Musikstücke. Sie haben drei Sätze, wie ein Konzert; Kirchensonaten hingegen hatten typischerweise vier Sätze. Sie sind mit großer Sorgfalt gearbeitet, und erscheinen eher übersichtlich. Es ist bekannt, dass Bachs Schüler sie im Unterricht spielten; so berichtet Bachs Biograph Johann Nikolaus Forkel, sie seien ursprünglich als Lehrstücke für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann Bach bestimmt gewesen.
Einigen Sätzen kann man zudem in anderen Werken erneut begegnen, beispielsweise als Sinfonia in einer Kantate. Es wird daher vermutet, dass diese Sonaten Bearbeitungen verloren gegangener Triosonaten sein könnten. Wie diese einst geklungen haben könnten, erkunden auf dieser CD die Tempesta di Mare Chamber Players.
Arrangiert hat die Stücke dafür Richard Stone, der Lautenist des Ensembles. Er nahm sich dabei alle Freiheiten, die auch zu Bachs Zeiten üblich waren. Hört man die Bearbeitungen, so wird man feststellen, dass sie überall dort gut klingen, wo die beiden Diskantstimmen Instrumenten zugewiesen worden sind, die sich in Oktavlage und Lautstärke ähneln. Das gilt beispielsweise für Geige und Flöte. Sehr hörenswert ist auch die Version der Sonate BWV 528 für Laute und Cembalo. Weniger geschickt erscheint die Kombination von Traversflöte und Viola da gamba. Eine Oboe beispielsweise passt auch in die Zeit – und hätte zusätzliche Klangfarben eingebracht. Lobenswert ist allerdings die Spielfreude der Interpreten. Die Tempesta di Mare Chamber Players musizieren mit Schwung und Eleganz.
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Samstag, 10. Januar 2015
Sonntag, 18. November 2012
Fasch: Orchestral works Vol. 3 (Chaconne)
Das Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra hat erneut eine CD mit Orchesterwerken von Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758) veröffentlicht. Dabei ge- lingen dem Ensemble, das durch die Flötistin Gwyn Roberts und den Lautenisten Richard Stone geleitet wird, erneut einige Entdeckungen. So sind vier der sechs Konzerte und Ouvertüren auf dieser CD in Ersteinspielung zu hören.
Es erklingt ein Lautenkonzert, das Fasch möglicherweise für den berühmten Dresdner Lautenisten Sylvius Leopold Weiss (1687 bis 1750) geschrieben hat. Auch ein Blockflötenkonzert, das stilistisch an die Werke Vivaldis erinnert, haben die Musiker aufgespürt und ein- gespielt. Der Konzertsatz in F-Dur hingegen klingt wie eine Parodie des galanten Stils, so lehrbuchmäßig folgt der Komponist hier der damaligen Mode.
Ansonsten sind die Konzerte sehr häufig typisch Fasch; sein höchst individueller Stil, der stets Überraschungen bereithält, ist klar zu erkennen. Leider wird bei dieser CD nicht deutlich, wo die Musiker die einzelnen Werke gefunden haben. Das ist durchaus eine interessante Frage, denn Fasch, Kapellmeister in Zerbst, stand zeitlebens in regem Austausch mit Kollegen und Freunden. Wer also unveröffentlichte Werke sucht, der sollte diesem Netzwerk nachspüren. Das lohnt sich, wie hier zu hören ist. Und man darf gespannt bleiben, was Tempesta di Mare in den nächsten Folgen dieser Reihe vorstellen wird.
Es erklingt ein Lautenkonzert, das Fasch möglicherweise für den berühmten Dresdner Lautenisten Sylvius Leopold Weiss (1687 bis 1750) geschrieben hat. Auch ein Blockflötenkonzert, das stilistisch an die Werke Vivaldis erinnert, haben die Musiker aufgespürt und ein- gespielt. Der Konzertsatz in F-Dur hingegen klingt wie eine Parodie des galanten Stils, so lehrbuchmäßig folgt der Komponist hier der damaligen Mode.
Ansonsten sind die Konzerte sehr häufig typisch Fasch; sein höchst individueller Stil, der stets Überraschungen bereithält, ist klar zu erkennen. Leider wird bei dieser CD nicht deutlich, wo die Musiker die einzelnen Werke gefunden haben. Das ist durchaus eine interessante Frage, denn Fasch, Kapellmeister in Zerbst, stand zeitlebens in regem Austausch mit Kollegen und Freunden. Wer also unveröffentlichte Werke sucht, der sollte diesem Netzwerk nachspüren. Das lohnt sich, wie hier zu hören ist. Und man darf gespannt bleiben, was Tempesta di Mare in den nächsten Folgen dieser Reihe vorstellen wird.
Sonntag, 13. Mai 2012
Fasch: Orchestral Works, Volume 2 (Chaconne)
Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758), Kapellmeister in Zerbst, muss ein fleißiger Briefschreiber gewesen sein. Denn er stand in regem Austausch mit Kollegen und Freunden, die er teilweise noch aus seinen Leipziger Jahren kannte. So sammelte Christoph Graupner, Kapellmeister zu Darmstadt, die Werke des Komponisten, dessen Präfekt er einst an der Thomas- schule gewesen war. Auch in Dresden blieb eine erfreulich große Anzahl seiner Stücke erhalten, die einst Johann David Heinichen und der Konzertmeister Johann Georg Pisendel - Studienfreunde aus Leipziger Tagen - zusammengetragen hatten.
Aus den Schätzen, die im legendären "Schranck No: II." der Sächsi- schen Landes-und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden aufgefun- den und in jüngster Vergangenheit auch erschlossen und digitalisiert wurden, hat das Tempesta di Mare, Philadelphia Baroque Orchestra diese CD mit Ersteinspielungen zusammengestellt. Sie ist Teil einer Serie, die Faschs Orchesterwerke, so sie überliefert sind, erstmals komplett auf CD vorstellen soll. Das amerikanische Ensemble, das von der Flötistin Gwyn Roberts und dem Lautenisten Richard Stone geleitet wird, musiziert klangschön und temperamentvoll. Insofern darf man sich auf die Fortsetzung freuen.
Aus den Schätzen, die im legendären "Schranck No: II." der Sächsi- schen Landes-und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden aufgefun- den und in jüngster Vergangenheit auch erschlossen und digitalisiert wurden, hat das Tempesta di Mare, Philadelphia Baroque Orchestra diese CD mit Ersteinspielungen zusammengestellt. Sie ist Teil einer Serie, die Faschs Orchesterwerke, so sie überliefert sind, erstmals komplett auf CD vorstellen soll. Das amerikanische Ensemble, das von der Flötistin Gwyn Roberts und dem Lautenisten Richard Stone geleitet wird, musiziert klangschön und temperamentvoll. Insofern darf man sich auf die Fortsetzung freuen.
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