Posts mit dem Label Weill werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Weill werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 29. Juni 2018

Lost in Temptation - Alliage Quintett (Sony)

„The only way to get rid of tempta- tion is to yield to it“, notierte einst Oscar Wilde. An dieses Zitat musste ich beim Anhören der aktuellen CD des Alliage Quintetts denken. Die Musiker spielen nicht nur inhaltlich mit Verlockungen, die bekanntlich schon so manchen Helden vom rechten Wege hinweg geführt haben. Auch klanglich hat diese Reise durch die Musikgeschichte ganz enorme Reize. Ob Songs aus Kurt Weills Dreigroschenoper oder die Suite aus The Fairy Queen von Henry Purcell – das Alliage Quintett zeigt, wie abwechslungsreich vier Saxophone und ein Klavier bzw. ein Cembalo in geschickten Arrangements kombiniert werden können. Auch klanglich sind diese Blasinstrumente unglaublich flexibel. Insofern ist diese CD in der Tat eine Versuchung, der man unbedingt nachgeben sollte. Es lohnt sich! 

Montag, 19. März 2018

Unvergänglichkeit - Michaela Schuster (Oehms Classics)

Unvergänglichkeit nannte Erich Wolfgang Korngold seinen Liederzyklus, und Michaela Schuster wählt Zyklus und Idee zum Kern des Programmes für ihre zweite CD, die jüngst bei Oehms Classics erschienen ist. Die Mezzosopranistin hat offenbar ein Faible für das große Thema Zeit – ihre erste CD mit dem Titel Morgen! und mit Liedern von Johannes Brahms, Robert Schumann, Max Reger und Richard Strauss begeisterte ebenfalls bereits durch ein kluges Konzept. 
Nun folgt also das zweite Album, und hier sind Lieder von Gustav Mahler, Max Reger Kurt Weill in Korngolds Zyklus quasi hineingeflochten. Sie ergänzen diese Liederfolge, und setzen mitunter nachdenkliche, mitunter auch kecke Akzente. Dieses Programm ist rundum schlüssig, und zugleich überraschend und extravagant. Ähnliches lässt sich über den Liedvortrag von Michaela Schuster sagen. 
Die Sängerin gestaltet jedes einzelne Lied mit großer Sorgfalt, und mit brillanter Technik und Artikulation. Man versteht wirklich jedes Wort, und man kann jeden musikalischen Gedanken nachvollziehen. Das macht diese CD zum Erlebnis – und in Matthias Veit hat die Mezzosopranistin zudem einen exzellenten Liedbegleiter an ihrer Seite. Großartig!