Donnerstag, 10. September 2009
Beethoven: Piano Concertos Nos. 2 & 4; Mikhail Pletnev (Deutsche Grammophon)
"Beethoven-Aufführungen wirken oft wie ein Mausoleum, ein monumentales Denkmal. Vermutlich behandelt man den Komponisten aus großer Ehrfurcht so, aber diese Haltung hat auch etwas Negatives", meint Mikhail Pletnev. Mit dem von ihm gegründeten Russischen Nationalorchester ging er daran, alle Sinfonien und Klavierkonzerte des Titanen einzuspielen. Und was hier zu hören ist, das überrascht. Zum einen deshalb, weil die Konzerte nicht pathetisch zelebriert werden, sondern klingen wie improvisiert - sie wirken frisch und lebendig. Auch faszinieren Pletnevs sangliche Gestaltung, und sein perfektes Zusammenspiel mit dem Orchester. So macht Beethoven Spaß - diese CD möchte man immer wieder hören...
Montag, 10. August 2009
amor profano - Vivaldi Arias - Simone Kermes (Deutsche Grammophon)
Nach "amor sacro", einer CD mit Motetten von Vivaldi, legt Simone Kermes nun ein weiteres Album vor mit durchaus weltlichen Arien des Venezianers. Obwohl auch sie vom Venice Baroque Orchestra unter Andrea Marcon begleitet wird, unterscheidet sich diese Einspielung grundlegend von der Kozenas. Die Kermes beginnt furios, steigert sich, angefeuert durch das Orchester, bald zum Orkan, und zeigt nur in einigen wenigen Stücken, dass sie auch spannungsvolle, langsame Tempi durchaus zu gestalten vermag. In diesen Arien ist sie stark. Zwar gelingen ihr auch die schnellsten Koloraturen bestechend sauber. Doch mit der Strahlkraft der melodischen Stücke können die rasanten nicht durchweg mithalten. Man mag nicht hören, dass Singen Arbeit ist - und nicht daran denken, dass es tausender Stunden Tonleiterstudien bedarf, bis die Töne in einem solchen Tempo treffsicher perlen. Ein gewisses metallisches Timbre in der Höhe mag als Gestaltungsmittel durchgehen. -- Die stärkste CD der Kermes ist dies ganz sicher nicht.
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