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Montag, 21. November 2011

Can you hear the Christmas? (Acte Préalable)

Studentenchöre haben es schwer. Jedes Jahr kommen neue Sänger dazu, die in den Chor integriert werden müssen - und alljährlich geht ein Jahrgang verloren, der mit der Gesangskultur bestens vertraut war, die die "Novizen" erst kennen- lernen müssen. Das führt dazu, dass solche Ensembles oftmals in jeder Hinsicht auf Sparflamme musizie- ren. 
Auf den Chór Akademicki Uniwer- sytetu im. Adama Mickiewicza w Poznaniu trifft das ganz und gar nicht zu, wie die vorliegende CD beweist. Dieses Ensemble gehört zu den besten Chören Europas - und jeder Profi-Chor im Westen wäre stolz, wenn er solche Stimmen in seinen Reihen hätte. Der Akademi- sche Chor aus Poznan verfügt über Soprane, die schier jede Höhe mühelos meistern ebenso wie über richtige, tiefe Bässe. Und sie singen stets homogen und blitzsauber. Diese Sänger meistern jede Herausforderung, als gäbe es das Wort "schwierig" gar nicht. 
Der Akademische Chor lädt mit dieser CD zu einer weihnachtlichen Weltreise ein. Es erklingen Klassiker und Traditionals aus Amerika und aus Westeuropa ebenso wie Volkslieder aus Polen - der größte Teil davon in ebenso anspruchsvollen wie ansprechenden Arrange- ments von Jacek Sykulski. Er leitet den Chor seit 1996 - und präsen- tiert hier einen unvergleichlichen Chorklang, inklusive einer exzel- lenten Solistenschar. Unbedingt anhören! Wahnsinn!! 

Samstag, 22. Januar 2011

Flute Friends (Acte Préalable)

Flötisten aus ganz Europa kamen zum Internationalen Flöten- festival im Februar 2010 an die Ignacy Jan Paderewski Academy of Music nach Poznan. In Kursen unterrichteten berühmte Flötisten den musikalischen Nachwuchs - und fanden auch selbst noch Zeit, eine CD einzuspielen: Flute Friends enthält etliche klangvolle Werke, die aus unerfindlichen Gründen aber selten gespielt werden. Da finden sich Konzerte von Vivaldi, Stamitz und Cimarosa neben der Rigoletto-Fantaisie von Franz und Karl Doppler, und zum Abschluss gibt's sogar noch ein Werk für fünf Flöten, Comme cinq flutes qui bourdinnent, in bester Virtuosentradition komponiert von Martial Nardeau. Es musizieren Ewa Murawska, Gro Sandvik, Gudrun Sigridur Birgisdottir, Ashildur Haraldsdottir, Martial Nardeau, Andrzej Le- gowski und das Kammerorchester Collegium F unter Marcin Sompo- linski. 

Montag, 27. Dezember 2010

Tansman: Les jeunes au piano (Acte Préalable)

Paris war einst eine der euro- päischen Musikmetropolen, ein Zentrum der Avantgarde. Auch Aleksander Tansman, geboren 1897 in Lodz, siedelte dorthin über. Denn der junge Musiker, der in Warschau studierte, hatte zwar 1919 mit seinen Werken den Natio- nalen Polnischen Kompositions- wettbewerb gewonnen. Doch die Kritiker lehnten seine Stücke ab. 
In Paris konnte sich Tansman, der auch ein exzellenter Pianist war und dirigierte, bald etablieren. 1932/33 ging er auf eine große Konzertreise, unter anderem durch die USA, wo er schnell zum Liebling des Publikums und der Kritiker wurde. 
Als die Nazis in Frankreich einmarschierten, floh der polnische Jude mit dem französischen Pass über Lissabon nach Amerika. Er ging nach Hollywood, wo er Filmmusik schrieb und etliche Freundschaf- ten schloss. So lernte er unter anderem Igor Strawinski kennen, der ihn sehr beeindruckt und beeinflusst hat - und dessen Biograph er später werden sollte. 1946 kehrte Tansman nach Paris zurück, wo er 1986 starb. "Natürlich verdanke ich Frankreich eine Menge", schrieb er einmal. "Aber niemand, der jemals meine Stücke gehört hat, wird daran zweifeln, dass ich immer ein polnischer Komponist war, bin und sein werde."
Tansman hat immer wieder Stücke für Kinder komponiert. Dabei war es sein erklärtes Ziel, für den musikalischen Nachwuchs eine Brücke zwischen den Etüden, die für den Unterricht notwendig sind, und der "richtigen" Literatur, den Werken der großen Meister, zu schaffen. Sein Zyklus Les jeunes au piano, den Elzbieta Tyszecka auf der vorliegenden CD exemplarisch eingespielt hat, besteht aus vier Teilen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad. Das erste Notenheft, gewidmet Tansmans Tochter, besteht aus zwölf Stücken - und der Titel verrät, worum es geht: Mireille et les animaux schildert in entzückenden Miniaturen Tiere wie Schnecke, Schmetterling oder ein Kätzchen, das nach einer Fliege hascht. Das zweite Heft, Marianne devant le kiosque à journaux, ist ebenfalls einer Tochter Tansmans gewidmet, und charakterisiert mit musikalischen Mitteln acht Pariser Zeitungen. Das dritte Heft, L'autobus imaginaire, lädt zu einer kleinen Rundreise durch Paris ein. Und das vierte und letzte Heft, Au telescope, entführt den jungen Musiker und seine Zuhörer dann in die Weiten des Welt- raumes.