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Sonntag, 26. August 2018

Sinfonie Concertanti (Tudor)

Eine schöne Aufnahme, eigentlich älteren Datums, ist bei Tudor wieder verfügbar: Das Flötenduo Anne Utagawa und Dominique Hunziker hatte 1978 gemeinsam mit dem Orchestre de Chambre Paul Kuentz Sinfonie concertante von Federigo Fiorillo, Giuseppe Cambini und ein Concerto für zwei Flöten und Orchester von Domenico Cimarosa eingespielt. Es sind durchweg anspruchsvolle und ansprechende Werke, die den Solisten Gelegenheit bieten, sowohl Virtuosität als auch musikalisches Gestaltungsvermögen unter Beweis zu stellen. Das Flötisten-Ehepaar musiziert zudem auch in den turbulentesten Passagen perfekt aufeinander abgestimmt. 

Sonntag, 30. Juli 2017

Haydn 2031 - No. 4 - Il distratto (Alpha)

Mit Blick auf das bevorstehende Haydn-Jubiläum – im Jahre 2032 jährt sich der Geburtstag des Komponisten zum 300. Male – hat Giovanni Antonini mit seinem Ensemble Il Giardino Armonico sowie dem Kammerorchester Basel eine Gesamteinspielung sämtlicher Sinfonien gestartet. Die Joseph Haydn Stiftung Basel, unter deren Dach das Projekt organisiert wird, konnte als Partner dafür das renommierte Label Alpha gewinnen. Gestaltet werden die Publikationen zudem unter Mitwirkung von Foto- grafen der Agentur Magnum. 
Mittlerweile sind, jeweils auf CD und auf Vinyl, die ersten Folgen dieser Edition erschienen. Antonini ordnet die Sinfonien dabei nicht chrono- logisch, sondern inhaltlich – und ergänzt Haydns Werke stets auch um Musik seiner Zeitgenossen.  Im Mittelpunkt von CD Nummer vier, beispielsweise, steht die Sinfonie Nr. 60 in C-Dur mit dem vielsagenden Titel „Per la Commedia intitolata Il Distratto“
„Der theatralische Charakter der Sinfonien Haydns voller Überraschun- gen und plötzlicher Stimmungswechsel ist wohlbekannt“, merkt Antonini an. „Doch die Sinfonie Nr. 60 ,Il distratto' (zu Deutsch: ,Der Zerstreute') porträtiert nicht nur einige Situationen und Figuren aus der gleich- namigen Komödie Jean-François Regnards (..), sie präsentiert das Orchester selbst als den Schauspieler.“ 
Der Komponist hat Vergnügen am geistreichen Scherzen: „Schon im eröffnenden Presto beginnen die Musiker plötzlich eine ganze Passage der Sinfonie Nr. 45 (der ,Abschiedssinfonie') zu spielen: Sie sind ,zerstreut' und spielen das falsche Stück“, erläutert der Dirigent im Beiheft. „Oder wenige Takte nach dem Beginn des letzten Satzes (der vielleicht bekanntesten Stelle der Sinfonie): Die Violinen setzen aus, stimmen die vierte Saite, was sie zuvor vergessen hatten, um den von vorne zu beginnen.“ 
Dazu passt ganz vorzüglich Il Maestro di cappella von Domenico Cimarosa (1749 bis 1801), das musikalische Bild einer Orchesterprobe, in welcher der Kapellmeister – gesungen wird diese Partie hier vom Bariton Riccardo Novaro – einige Mühe damit hat, seine undisziplinierten Truppen zu bändigen. Und dann muss er plötzlich allein weitersingen; wahrscheinlich ist die Probenzeit abgelaufen. Eine ebenso kuriose wie realistische Situation, das gibt es noch heute, wirklich. 
Komplettiert wird die CD durch Haydns Sinfonie Nr. 12, inklusive Zitat aus Pergolesis Oper La serva padrona, sowie die Sinfonie Nr. 70, die zur Grundsteinlegung des neuen Opernhauses im Schloss Eszterháza erstmals erklungen ist – und das Öffnen der Vorhänge musikalisch schon einmal vorwegnimmt. 
Musiziert wird sehr präzise, aber immer mit Esprit, klangvoll, schwung- voll. Eine gelungene Aufnahme, die Lust macht auf die Fortsetzungen. Davon wird es wohl noch etliche geben; Haydn hat 107 Sinfonien kompo- niert. 

Samstag, 20. Juli 2013

Portraits - The Clarinet Album; Ottensamer (Deutsche Grammophon)

Kann es sein, dass viele Menschen heutzutage besser sehen als hören können? Im Februar 2013 nahm die Deutsche Grammophon Andreas Ottensamer exklusiv unter Vertrag – als ersten Solo-Klarinettisten überhaupt. Natürlich beherrscht der Österreicher sein Instrument exzellent, er ist schließlich Solo-Klarinettist bei den Berliner Phil- harmonikern.
Doch um zu einem Debütalbum bei einem Major zu kommen, sollte man offenbar zusätzlich jung und attraktiv sein – und nichts dagegen haben, auch so beworben zu werden. Hervorragende Klarinettisten gibt es etliche. Was also zeichnet den Musiker Ottensamer aus?
Da wäre ganz sicher seine Experimentierlust zu nennen. Ottensamer spielt nicht nur Klarinettenkonzerte – neben Klassikern von Spohr und Cimarosa ist hier auch ein interessantes Stück von Aaron Copland zu hören –, er präsentiert auch Musikstücke, die ursprünglich für ganz andere Instrumente entstanden sind. Drei Arrangements dafür hat ihm sein Jugendfreund Stephan Koncz geschrieben, der als Cellist bei den Berliner Philharmonikern musiziert.
Das hat Konsequenzen: „Dieses Album stellt den Interpreten vor die Herausforderung, zwischen verschiedenen Stilen und Spieltechniken zu wechseln“, erläutert Ottensamer; „gleichzeitig habe ich aber großen Wert darauf gelegt, immer meine persönliche Interpretation und meinen Klang zu bewahren.“ Der ist in der Tat ziemlich eigen, denn Ottensamer spielt eine Wiener Klarinette, die eine weitere Bohrung hat als deutsche Instru- mente – und das macht ihren Klang wärmer, dunkler und voluminöser. The Rotterdam Philharmonic Orchestra begleitet ihn unter der Leitung von Yannik Nézet-Séguin.

Mittwoch, 23. November 2011

Italia - Heinrich-Albert-Duo (MDG)

Das Heinrich-Albert-Duo hat be- reits diverse CD mit Werken seines Namenspatrons, einem Vertreter der deutschen Romantik, mit Gitarrenduos aus der Frühklassik sowie mit spanischer Gitarren- musik eingespielt. Da ist es nur konsequent, wenn sich Joachim Schrader und Jan Erler nunmehr der Musik italienischer Komponi- sten zuwenden. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf die Werke aus dem "Goldenen Zeitalter der Gitar- re", als Solisten wie Ferdinando Carulli (1770 bis 1841), Mauro Giuliani (1781 bis 1829) oder Matteo Carcassi (1792 bis 1853) das Instrument in ganz Europa populär machten.
Auch Vorgänger, die die Musik dieser Virtuosen entscheidend präg- ten - wie Domenico Scarlatti, Domenico Cimarosa und Gioacchino Rossini haben sie in cleveren - teilweise eigenen - Arrangements mit berücksichtigt. Und natürlich darf auch Niccolò Paganini (1782 bis 1840) nicht fehlen, der ja das Publikum nicht nur als Violinist beein- druckte, sondern auch exzellent Gitarre spielte. Schrader und Erler musizieren mit Temperament, Witz und überragender Spielkultur. Phantastisch! 

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Cimarosa: Requiem (Naxos)

Domenico Cimarosa (1749 bis 1801) stammte aus einfachen Ver- hältnissen. Sein Vater, ein Stein- metz, kam durch einen Sturz vom Gerüst ums Leben. Daher verding- te sich seine Mutter als Wäscherin in einem Kloster. Der Organist der Klosterkirche, Padre Polcano, be- merkte, dass der kleine Domenico musikalisch ist. Er unterrichtete den Jungen und sorgte dafür, dass er das Konservatorium von Santa Maria di Loreto besuchen konnte. 
Dort erhielt er eine ausgezeichnete Ausbildung. 1772 schuf er seine erste Oper; viele weitere folgten, und dazu Kantaten und Kirchenmusik. 1787 lud Zarin Katharina II. den Musiker an ihren Hof ein. Cimarosa blieb vier Jahre in St. Petersburg; 1791 wurde er dann als Nachfolger Antonio Salieris Hofkomponist in Wien. Dort schrieb er sein bekanntestes Werk, die Oper  Il matrimo- nio segreto
Das Requiem hat Cimarosa in St. Petersburg komponiert; es wird ver- mutet, dass es 1787 für die Beisetzung der Gattin des französischen Botschafters entstanden ist - vier Jahre vor Mozarts legendärem Werk, und in enorm kurzer Zeit. Es ist hübsche Musik, mit schönen Melodien, aber kein übermäßig großer Wurf. Zu hören sind hier - in einer grundsoliden Einspielung aus der Slowakei - die Solisten Adriana Kucerová, Terézia Kruzliaková, Ludovít Ludha und Gustáv Belácek sowie der Lúcnica Slovak National Chorus und die Capella Istropolitana unter Kirk Trevor. 

Samstag, 22. Januar 2011

Flute Friends (Acte Préalable)

Flötisten aus ganz Europa kamen zum Internationalen Flöten- festival im Februar 2010 an die Ignacy Jan Paderewski Academy of Music nach Poznan. In Kursen unterrichteten berühmte Flötisten den musikalischen Nachwuchs - und fanden auch selbst noch Zeit, eine CD einzuspielen: Flute Friends enthält etliche klangvolle Werke, die aus unerfindlichen Gründen aber selten gespielt werden. Da finden sich Konzerte von Vivaldi, Stamitz und Cimarosa neben der Rigoletto-Fantaisie von Franz und Karl Doppler, und zum Abschluss gibt's sogar noch ein Werk für fünf Flöten, Comme cinq flutes qui bourdinnent, in bester Virtuosentradition komponiert von Martial Nardeau. Es musizieren Ewa Murawska, Gro Sandvik, Gudrun Sigridur Birgisdottir, Ashildur Haraldsdottir, Martial Nardeau, Andrzej Le- gowski und das Kammerorchester Collegium F unter Marcin Sompo- linski.