Wieder einmal lädt Naxos ein zu einer Entdeckung: Jenö Zádor (1894 bis 1977), geboren im ungarischen Dörfchen Bátaszék, war ein Schüler Max Regers. Nach seinem Studium in Wien und Leipzig promovierte Zádor in Münster bei Fritz Volbach mit einer Arbeit über „Wesen und Form der symphonischen Dichtung von Liszt bis Strauss“.
Ab 1921 lehrte er auch selbst am Neuen Wiener Konservatorium. Er war als Professor für Komposition und Orchestration ebenso erfolgreich wie als Komponist; in ganz Europa wurden seine Werke von bedeutenden Orchestern unter Dirigenten wie Furtwängler, Schuricht, Stokowski, Ormandy oder Knappertsbusch gespielt. Doch dann marschierten die Deutschen in Österreich ein. Noch am selben Tage floh Zádor nach Budapest, und ein knappes Jahr später entschloss er sich, eine Stelle am New York College of Music anzunehmen.
1940 zog er dann um nach Kalifornien, um Filmmusik für MGM zu schreiben und zu orchestrieren. Im amerikanischen Exil nannte sich Jenö bald Eugene Zádor – und diesem Namen behielt der Komponist bis zu seinem Tod bei.
In Hollywood war Zádor hochgeschätzt. Insbesondere mit Miklós Rósza verband ihn eine enge Zusammenarbeit; Zádor schuf aus den Ideenskizzen des Komponisten in Windeseile Orchesterpartituren. So hat er Filme wie El Cid, Ben Hur, Quo vadis?, Julius Cäsar und viele andere mitgestaltet. Und nebenher komponierte er seine eigenen Werke, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurden.
Auf dieser CD werden Kompositionen vorgestellt – zumeist in Welterst- einspielung – die Zádor in den letzten 20 Jahren seines Lebens geschaffen hat. Sie beeindrucken durch überaus farbenreiche Orchesterklänge. Zádor erweist sich als ein Meister, den zu entdecken sich wirklich lohnt. Es ist freilich nicht zu überhören, wie sehr er Ungarn zeitlebens verbunden geblieben ist. Nicht nur die Elegie The Plains of Hungary, sondern auch die Fantasia Hungarica mit Zsolt Fejérvári als Kontrabass-Solisten oder die Rhapsodie for Cimbalom and Orchestra, den Solopart am Zymbal spielt Kálmán Balogh, berichten von seiner großen Sehnsucht nach der Heimat. Das Budapest Symphony Orchestra MÁV unter Leitung von Mariusz Smolij erweist sich als engagierter Interpret der Musik des Komponisten – was diesen ganz sicher erfreut hätte.
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Dienstag, 23. Oktober 2018
Sonntag, 26. November 2017
Spohr: Symphony No. 4 (Naxos)
Der renommierte Violinvirtuose Louis Spohr (1785 bis 1859) war auch als Komponist, Dirigent und als Musikpädagoge überaus gefragt und weithin berühmt. Allerdings sind seine Werke, mit Ausnahme vielleicht seiner Violinschule, nach seinem Tode der Vergessenheit anheim gefallen.
Dass dies bedauerlich ist, beweisen mittlerweile einige Aufnahmen. So ist bei dem Label Marco Polo in den 1980er und 1990er Jahren der erste vollständige Spohr-Sinfonienzyklus auf CD erschienen, eingespielt durch die Budapester Symphoniker bzw. die Slowakische Staatsphilharmonie unter Leitung des 2004 verstorbenen Dirigenten Alfred Walter. Diese Gesamtaufnahme, die auch heute noch erstaunlich frisch und inspiriert wirkt, ist nun bei Naxos wieder erhältlich.
Dass dies bedauerlich ist, beweisen mittlerweile einige Aufnahmen. So ist bei dem Label Marco Polo in den 1980er und 1990er Jahren der erste vollständige Spohr-Sinfonienzyklus auf CD erschienen, eingespielt durch die Budapester Symphoniker bzw. die Slowakische Staatsphilharmonie unter Leitung des 2004 verstorbenen Dirigenten Alfred Walter. Diese Gesamtaufnahme, die auch heute noch erstaunlich frisch und inspiriert wirkt, ist nun bei Naxos wieder erhältlich.
Montag, 23. Mai 2011
Liszt: The Piano Concertos (Capriccio)
Als Franz Liszt (1811 bis 1886) 1842 nach Weimar ging, hatte er große Pläne. Ein musikalisches Zentrum wollte er aus der Stadt Goethes und Schillers machen. Doch Bürger und Hof waren für die Neudeutsche Schule nur bedingt zu begeistern. Und auch dem Klavier- virtuosen, der in Weimar so manches zu Papier brachte, was er zuvor nur skizziert hatte, wurde die Ruhe in dem thüringischen Städtchen bald zuviel. Zwar hielt er dort etliche Jahre mit Fürstin Carolyne von Sayn-Wittgenstein in der Altenburg aus; komponierte, dirigierte und unterrichtete etliche Schüler. Doch diese Beziehung ging 1861 in die Brüche. Liszt reiste wieder viel, und in seinen letzten Lebensjahren schrieb er vor allem geistliche Musik.
In Weimar beschäftigte sich Liszt intensiv mit dem Orchester. Dabei entstanden Werke wie seine beiden Klavierkonzerte. Jenö Jandó hat sie gemeinsam mit dem Budapest Symphony Orchestra unter András Ligeti eingespielt. Die Drei-CD-Box aus dem Hause Capriccio enthält zudem noch die Fantasie über Ungarische Volksthemen für Klavier und Orchester, die Wandererfantasie, die Fantasie über Beethovens "Ruinen von Athen", die Grande Fantaisie symphonique über Berlioz' Lélio, die Malédiction, die Polonaise brillante und die Fantasie über Webers Freischütz sowie den Totentanz für Klavier und Orchester. Die Interpretationen haben Stärken und Schwächen, wobei ich den Solisten deutlich besser finde als das Orchester.
In Weimar beschäftigte sich Liszt intensiv mit dem Orchester. Dabei entstanden Werke wie seine beiden Klavierkonzerte. Jenö Jandó hat sie gemeinsam mit dem Budapest Symphony Orchestra unter András Ligeti eingespielt. Die Drei-CD-Box aus dem Hause Capriccio enthält zudem noch die Fantasie über Ungarische Volksthemen für Klavier und Orchester, die Wandererfantasie, die Fantasie über Beethovens "Ruinen von Athen", die Grande Fantaisie symphonique über Berlioz' Lélio, die Malédiction, die Polonaise brillante und die Fantasie über Webers Freischütz sowie den Totentanz für Klavier und Orchester. Die Interpretationen haben Stärken und Schwächen, wobei ich den Solisten deutlich besser finde als das Orchester.
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