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Freitag, 20. Dezember 2019

Leipziger Disputation (Carus)

Und gleich noch einmal Musik aus der Zeit der Renaissance. Sie sollte ebenfalls beeindrucken – wenn auch in einem gänzlich anderen Umfeld: Vom 27. Juni bis zum 16. Juli 1519 trafen im Leipzig die führenden Vertreter der Reformation – Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchton – auf Johannes Eck, einen ganz entschieden papsttreuen Theologen. Ihr mit aller Vehemenz geführtes Streitgespräch, bei dem wesentliche Unterschiede zwischen katholischer und reformatorischer Lehre offenbar wurden, ist als „Leipziger Disputation“ in die Geschichte eingegangen. 
Das von der Universität Leipzig organisierte Ereignis fand in Anwesenheit Herzogs Georg von Sachsen – ein entschiedener Gegner Luthers – in der Hofstube der Leipziger Pleißenburg statt. Nach der Begrüßung gingen alle Beteiligten zunächst gemeinsam zur Messe in die Thomaskirche, wo natürlich auch der Thomanerchor unter der Leitung des damaligen Thomaskantors Georg Rhau zu hören war. 
Welche Musik damals erklungen ist, mit dieser Frage haben sich nun zwei renommierte A-Cappella-Formationen aus Leipzig beschäftigt: Sowohl Amarcord als auch das Calmus Ensemble haben ihre Ursprünge im Thomanerchor. Miteinander gesungen hatten sie zuvor noch nie. Doch dieses Aufnahmeprojekt haben sie nun gemeinsam verwirklicht – und sie mussten sich zusätzlich Verstärkung dazuholen. 
Denn im Mittelpunkt des Programmes steht die Messe Et ecce terrae motus von Antoine Brumel (um 1460 bis nach 1513). Sie beruht auf den ersten sieben Tönen der gleichnamigen Oster-Antiphon, und gibt auch musikalisch einen Eindruck von diesem Erdbeben. Dieses Werk ist unglaublich kunstvoll, ebenso unglaublich in seiner Wirkung – und es ist zwölfstimmig, hohe Stimmen inklusive, so dass die beiden jeweils fünfköpfigen Ensembles noch die Sopranistinnen Anja Kellnhofer und Isabel Schicketanz mit vor die Mikrophone gebeten haben. 
Komplettiert wird die Messe auf der Carus-CD durch das ebenfalls zwölfstimmige Agnus Dei aus der Missa Tempore Paschali von Nicolas Gombert, sowie Werken von  Johann Walter Thomas Stoltzer, Cipriano de Rore, Josquin des Préz und gregorianischen Gesängen. Mehr als eine Stunde lang lauscht man gebannt dem Gesang, und die beiden Leipziger Vokalensembles geben dazu auch allen Anlass. Ob meditativ-schlichte Gregorianik oder die enorm komplexen Kompositionen von Brumel und Gombert – die Sängerinnen und Sänger beeindrucken durch ihren stets homogenen, traumhaft ausgewogenen Gesang, individuelles Gestaltungsvermögen und sagenhafte Präzision. Ein musikalisches Ereignis! 

Mittwoch, 28. November 2018

Gott ist unsere Zuversicht (Rondeau)

Der Stadtsingechor Halle/Saale ist ein renommiertes Ensemble mit einer ganz enormen Tradition. Seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1116, zur Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes Neuwerk, zurück. 1565 schlossen sich die Hallenser Pfarrschulen zum lutherischen Gymnasium zusammen. So entstand auch ein Schulchor, der unter anderem Gottesdienste in den drei Hauptkirchen Unser Lieben Frauen, St. Ulrich und St. Moritz musikalisch auszugestalten hatte. Er wurde später Stadtsingechor genannt, und wirkte im Laufe der Jahrhunderte mit zahlreichen hervorragenden Kantoren und Organisten zusammen, wie Samuel Scheidt, Friedrich Wilhelm Zachow, Daniel Gottlob Türk oder Wilhelm Friedemann Bach. Seit 2014 wird der Chor von Clemens Flämig geleitet. Er ist heute in den Franckeschen Stiftungen beheimatet; die Sänger lernen am Landesgymnasium Latina, und absolvieren zudem ein umfangreiches Pensum an Musikunterricht, Proben und Konzerten. 
Die neue CD mit dem Titel „Gott ist unsre Zuversicht“ bietet Chormusik vom 16. bis zum 21. Jahrhundert; das Programm ist auf den 46. Psalm ausgerichtet. Sein Text wurde von Martin Luther zu einem Lied umge- arbeitet: Ein feste Burg ist unser Gott gilt bis heute als ein Symbol der Reformation. 
So reicht denn auch dieses Programm von der Reformation bis in die Moderne. Die Anforderungen an die jungen Chorsänger sind hoch, doch sie singen mit hoher Präzision und mit Engagement. Allerdings erfolgte die Aufnahme so ungeschickt, dass der überaus hallige Kirchenraum alles dominiert. Wer auch immer für die Tontechnik verantwortlich war – eine Glanzleistung ist das leider nicht. 

Mittwoch, 2. Mai 2018

Walter: Geystliches Gesangk Buchleyn (cpo)

Eyn geystlich Gesangk Buchleyn von Johann Walter (1496 bis 1570), im Druck erschienen 1524, steht am Be- ginn der Tradition protestantischer Choralbearbeitungen. Der Komponist war ein enger Vertrauter Martin Luthers. Er stammte aus dem thüringischen Kahla, studierte in Leipzig, und wollte dann mit diesem Chorbuch eine Karriere als Sänger und Komponist am ernestinischen Hof in Torgau starten. 
Leider starb sein Dienstherr, Kurfürst Friedrich der Weise, schon 1525 – und sein Nachfolger, Johann der Beständige, löste 1526 die Hofkantorei auf. Daraufhin gründete Walter die Stadtkantorei, die aus Torgauer Schülern und Bürgern bestand, und den Gottesdienst an der Marienkirche mit der neuartigen Kirchenmusik gestaltete. Damit wurde er zum „Urkantor“ der protestantisch-lutheri- schen Kirche. 
Ein Schulkantorat für die muskalische Ausbildung der Schüler kam bald hinzu. Und ab 1536 gab es vom neuen Kurfürsten, Johann Friedrich dem Großmütigen, sogar Geld dafür. Im Schmalkaldischen Krieg fiel Torgau dann an die albertinische Linie. Kurfürst Moritz ernannte Walter zum Kapellmeister der Hofkantorei. Doch Querelen verleideten dem Musiker diesen Posten. 1554, nach der Weihe der neuen Dresdner Hofkapelle, ließ er sich pensionieren und kehrte nach Torgau zurück. 
Auf dieser CD stellt das Ensemble Weser-Renaissance unter Leitung von Manfred Cordes eine Auswahl an Liedsätzen aus dem Geistlichen Gesangbüchlein Walters vor. Musikalisch orientierte sich Walter für seine Kompositionen am (weltlichen) Tenorlied, einer genuin bürgerlichen Gattung. Die vierstimmigen Liedsätze, bei denen die Melodie in der Tenorstimme liegt, werden von den Vokalisten und Instrumentalisten klanglich ausgesprochen abwechslungsreich und technisch versiert vorgetragen. So wird Musikgeschichte zum Hörgenuss! 

Sonntag, 26. November 2017

Spohr: Symphony No. 4 (Naxos)

Der renommierte Violinvirtuose Louis Spohr (1785 bis 1859) war auch als Komponist, Dirigent und als Musikpädagoge überaus gefragt und weithin berühmt. Allerdings sind seine Werke, mit Ausnahme vielleicht seiner Violinschule, nach seinem Tode der Vergessenheit anheim gefallen. 
Dass dies bedauerlich ist, beweisen mittlerweile einige Aufnahmen. So ist bei dem Label Marco Polo in den 1980er und 1990er Jahren der erste vollständige Spohr-Sinfonienzyklus auf CD erschienen, eingespielt durch die Budapester Symphoniker bzw. die Slowakische Staatsphilharmonie unter Leitung des 2004 verstorbenen Dirigenten Alfred Walter. Diese Gesamtaufnahme, die auch heute noch erstaunlich frisch und inspiriert wirkt, ist nun bei Naxos wieder erhältlich. 

Montag, 12. Juni 2017

Luther Collage (Carus)

Luther-Choräle stehen im Mittelpunkt der neuen CD des Leipziger Calmus Ensembles. „Die Luther Collage ist die zweite CD, die wir zum 500jährigen Reformationsjubiläum vorlegen“, schreibt Bariton Ludwig Böhme. Das Album sei „eine in ihrer Besetzung sehr reduzierte, beinahe minimalistische Auseinandersetzung mit den Liedern Martin Luthers.“ 
Dem Kirchenjahr folgend, erklingen sieben Choräle, von Ein feste Burg ist unser Gott bis zu Verleih uns Frieden gnädiglich. Die Sänger haben diesen bekannten Melodien die unterschied- lichsten Versionen aus gut 600 Jahren Musikgeschichte zur Seite gestellt. Zu hören sind beispielsweise die (gregorianischen) Originale, Choralvor- spiele von Max Reger (1873 bis 1916) und von Carl Piutti (1846 bis 1902), und Chorsätze von Heinrich Schütz, Sethus Calvisius, Johann Hermann Schein, Michael Praetorius, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, oder auch zeitgenössischen Komponisten wie Gunnar Eriksson (*1936) oder Arvo Pärt (*1935). So entsteht rings um jedem Choral ein musikalischer Mikrokosmos, auf den Spuren Martin Luthers. 
Aufgenommen wurde diese Produktion in der Leipziger Thomaskirche. An diesem ganz besonderen Ort dürfen natürlich auch Werke Johann Sebastian Bachs nicht fehlen. Das Vokalquintett erweist sich dabei durch- aus als experimentierfreudig: „Wir übertragen den Luftstrom, der die vielen Register einer Orgel zum klangprächtigen Schwingen bringt auf unsere Stimmen und vokalisieren Orgelmusik“, so Böhme. „Wir reflektieren ebenso den katholischen Ursprung der Choräle, die Martin Luther aus dem Lateinischen in für jedermann verständliches Deutsch übertragen hat, indem wir gregorianische Gesänge einflechten, die lange vor Luthers Zeit entstanden.“ 
Und all das singt das Calmus Ensemble wirklich großartig. Auch technisch ist die Aufnahme ausgezeichnet; die besondere Atmosphäre jener Spät- sommernächte, in denen das Quintett in dem berühmten Kirchenraum gesungen hat, wird so tatsächlich hörbar. 

Dienstag, 14. Februar 2017

Da Pacem - Echo der Reformation (Deutsche Harmonia Mundi)

Zum 500. Jubiläum der Reformation ist nun eine ganz besondere CD erschienen. Der Rias Kammerchor hat sich dazu mit der Capelle de la Torre zusammengetan; es dirigiert Florian Helgath, ein erfahrener und etablierter Chorleiter. Er hat auch mit dem Rias Kammerchor bereits mehrfach zusammengearbeitet, und ist daher mit dem leistungsstarken Ensemble bestens vertraut – was nicht schaden kann, wenn man sich einem Repertoire zuwendet, das zwar prächtig klingt, aber seine Tücken hat. Denn zum einen liegt Musik aus dem 16. Jahrhundert üblicherweise nicht besonders häufig auf dem Pult eines Profi-Chorsängers. Zum anderen lebt das mehrchörige Musizieren nicht zuletzt von der Präzision, mit der alle Beteiligten zusammenwirken. Helgath freilich navigiert mit sicherer Hand durch die Klangfluten beispielsweise der Magnificat-Kompositionen von Giovanni Gabrieli und Michael Preatorius. 
Der Rias Kammerchor singt hinreißend, so als wäre er auf „Alte“ Musik spezialisiert. Und die Sängerinnen und Sänger gestalten auch die Soli bestens – man höre nur das Kleine geistliche Konzert SWV 285 von Heinrich Schütz, das von der Sopranistin Anja Petersen wunderbar vor- gestellt wird. Die Musiker der Capelle de la Torre um Katharina Bäuml leisten ebenfalls einen beeindruckenden Beitrag zur Klangpracht. 
Die ausgewählten Werke bedeutender Komponisten, wie Orlando di Lasso, Heinrich Schütz, Claudio Monteverdi oder Luca Marenzio verdeutlichen, dass auch nach der Reformation eigentlich die Gemeinsamkeiten deutlich stärker waren als das Trennende. Ob italienische oder deutsche Musiker, ob katholisch oder evangelisch – auf die Noten wirken sich diese Unter- schiede kaum aus. Wie prophetisch und dringlich die Bitte der Sänger um Frieden an der Schwelle zum 17. Jahrhundert war, das zeigte sich leider sehr bald. Denn mit dem Prager Fenstersturz im Jahre 1618 begann ein verheerender Krieg, der 30 Jahre dauerte, und ganz Mitteleuropa ver- wüstete.

Freitag, 27. November 2015

Martin Luther - Ein feste Burg ist unser Gott (Rondeau)

Dem Reformator Martin Luther waren Lieder wichtig – und deshalb schrieb er selbst fürs Kirchenvolk mehr als 30 Lieder – nach Psalmversen, nach liturgischen Stücken, zur Unterweisung der Gläubigen und zur Erbauung. Gemeinsam mit Johann Walter, dem evangelischen Urkantor, schuf Luther durch die neue Ordnung des Gottesdienstes auch Raum für eine neue Kirchenmusik – und gleich noch das passende Gesangbuch dazu. 
Luther wollte eine singende Gemeinde, die nicht nur im Gottesdienst munter anstimmte, sondern auch in der häuslichen Andacht, oder aber zur Tröstung der Kranken und Sterbenden. Bis zum heutigen Tage sind insbesondere die Luther-Choräle in der evangelischen Kirche lebendig und beliebt. Auf dieser CD stellen der Kammerchor der Frauenkirche Dresden und die Instrumenta Musica unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert sieben Lieder Luthers vor. Dabei wird zugleich deutlich, wie breit und differenziert die Ideen des Reformators in der Zeit nach der Reformation aufgegriffen wurden. Denn die Choräle, die Martin Luther geschaffen hat, wurden von Heinrich Schütz, Hans Leo Hassler, Michael Praetorius und vielen anderen namhaften Musikern bearbeitet. 
Nun komm, der Heiden Heiland, Vom Himmel hoch, da komm ich her, Gelobet seist du, Jesu Christ, Christ lag in Todesbanden, Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, Vater unser im Himmelreich sowie der heimliche Hymnus der protestantischen Kirche, Ein feste Burg ist unser Gott, erklingen jeweils in verschiedenen Versionen. Den Anfang macht jeweils ein Orgelchoral von Samuel Scheidt aus dem Görlitzer Tabulaturbuch von 1650. Es folgen Choralsätze, Motetten, Bicinien oder Geistliche Konzerte; zum Abschluss erklingt dann zudem noch einmal eine Choralbearbeitung für die Orgel. Für jeden Choral Martin Luthers hat Grünert genau fünf Varianten ausgewählt; eine davon stammt immer von Michael Praetorius, ebenso wie die Zwischenmusiken, für die der Kantor Tanzsätze aus Praetorius' Terpsichore (1612) herausgesucht hat. 

Montag, 17. August 2015

Armarium (Raumklang)

„Claustrum sine armario quasi castrum sine armamentario“, diesen Spruch soll einst ein französischer Augustiner-Chorherr geprägt haben. Bücher galten als die Waffen des Mönches im Kampf gegen den Teufel. Und deshalb hatte jedes Kloster seine Bibliothek – auch St. Thomas zu Leipzig, 1212 durch Markgraf Dietrich von Meißen gestiftet. In jenem Jahr begann auch die Geschichte des Thomanerchores. Denn zu dem Kloster gehörte eine Lateinschule, deren Schüler unter anderem auch im Gesang unterwiesen wurden. Eine der Aufgaben der Scholaren war der Chorgesang im Gottesdienst. Daran hat sich auch durch die Reformation und den anschließenden Erwerb des Thomasklosters durch die Stadt Leipzig nichts geändert – bis zum heutigen Tage gestalten die Thomaner Gottesdienste.
Das Ensemble Amarcord hat seine Wurzeln im Thomanerchor. Wolfram und Martin Lattke sowie Robert Pohlers, Tenor, Frank Ozimek, Bariton und Daniel Knauft sowie Holger Krause, Bass haben schon verschiedent- lich in historischen Notenschätzen des berühmten Knabenchores gestö- bert. So haben sie auf einer CD bereits Musik aus dem Thomas-Graduale vorgestellt. 
Zwei Sequenzen aus diesem Codex vom Beginn des 14. Jahrhunderts bilden auch den musikalischen Rahmen für dieses Programm, in dem die Sänger A-Cappella-Musik aus dem Notenschrank der Thomaner zusammengestellt haben, vom Mittelalter bis zu Heinrich Schütz. Auf der CD finden sich Werke von großen Meistern wie Orlando di Lasso, Thomas Stoltzer oder Johann Walter sowie den einstigen Thomaskantoren Sethus Calvisius und Johann Hermann Schein, neben jenen weniger bekannter Komponisten aus jener Zeit; vieles davon wurde in Sammelbänden wie Florilegium selectissimum hymnorum, Leipzig 1666, oder Florilegium Musici Porten- sis, Leipzig 1621, überliefert. Amarcord singt all diese Stücke aus dem reichen musikalischen Erbe der Thomaner gekonnt, stets durchhörbar und ausgewogen – und mit einem beneidenswert homogenen Ensembleklang. Sehr gelungen!  

Montag, 27. Februar 2012

Quantz: Flötenkonzerte (Berlin Classics)

Johann Joachim Quantz (1697 bis 1773) spielte ursprünglich als Oboist und Geiger in der Polni- schen Kapelle am Dresdner Hof. Doch schon bald erkannte er, dass die Traversflöte ein Instrument mit Zukunft ist. Er nahm bei Pierre Gabriel Buffardin, dem ersten Flötisten der Hofkapelle, Unter- richt, und begann zudem, für die Querflöte zu komponieren. 
Denn für dieses innovative Instru- ment, das gerade erst an die Stelle der Blockflöte trat, gab es zu jener Zeit kaum Literatur. So schuf allein Quantz etwa 300 Flötenkonzerte, dem italienischen Vorbild folgend, aber auch durch Elemente aus der französischen und der deutschen Musiktradition bereichert. 
Auch der preußische Kronprinz zeigte sich bei einem Besuch in Dresden schwer beeindruckt. Dabei blieb es nicht: 1741 ging Quantz als Flötenlehrer und Hofkomponist an den Hof Friedrichs II., den er bereits seit 1728 im Flötenspiel unterwiesen hatte. Er war möglicher- weise der einzige Mensch in Preußen, der den König kritisieren durfte. 
Quantz' Konzerte vereinen herrliche melodische Linien mit virtuoser Brillanz. Friedrich soll sie fast 30 Jahre lang bei seinen täglichen Soireen gespielt haben. Johannes Walter hat für diese CD vier Flöten- konzerte - Nummer 109, 132, 161 und 187 - ausgewählt. Zwei davon sind sehr bekannt, zwei Raritäten. Und obwohl die Aufnahmen aus den Jahren 1985 und 1986 stammen, ist bis heute nichts Vergleich- bares zu bekommen. Johannes Walter musiziert mit den Dresdner Kammersolisten wirklich wundervoll; wer die Konzerte hören möchte, der sollte daher diese CD wählen.