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Donnerstag, 31. Januar 2013

Ida Presti & Alexandre Lagoya, Vol. 2 (Idis)

Da wir gerade über Ida Presti geschrieben haben - bei Idis sind auch Aufnahmen wiederver- öffentlicht worden, die sie im Duo mit Alexandre Lagoya (1927 bis 1999) eingespielt hat. Der Ehe- mann der Gitarristin war ein Schüler von Andrés Segovia. 
Das Paar musiziert ausgesprochen harmonisch; Presti und Lagoya spielen wie aus demselben Ge- danken und dem gleichen Atem- zug. Wer diese Aufnahmen gehört hat, der ahnt, warum die beiden großartigen Musiker als Gitarrenduo ebenso berühmt waren, wie zuvor als Solisten. 

Donnerstag, 15. März 2012

Ensemble Consolazione (Ars Produktion)

Musik für Flöte und Gitarre er- freute sich zur Zeit des Bieder- meier großer Beliebtheit. Insbe- sondere in den Wiener Salons wetteiferten nicht nur die höheren Töchter, sondern auch etliche Virtuosen um die Gunst des Publikums. Einige ihrer Werke haben Karel Valter, Traversflöte, und Jan Tulácek, Gitarre, auf dieser CD zusammengetragen. 
Es erklingen das Gran Duetto Concertante op. 52, die Serenade op. 127 und das Gran Duetto Concertante op. 85 von Mauro Giuliani (1781 bis 1829), zwei der
Six Duos op. 104 von Ferndinando Carulli und die Grande Serenate op. 67 von Anton Diabelli. 

Die beiden jungen Musiker haben bereits während ihres Studiums am Prager Konservatorium die "Alte" Musik für sich entdeckt, und treten seit 1995 gemeinsam als Ensemble Consolazione auf. Fast noch interessanter als das Repertoire, das sie mit der vorliegenden Aufnahme präsentieren, erscheinen die wunderbaren Instrumente, auf denen sie spielen: Karel Valter benutzt die Kopie einer Flöte, die der berühmte Dresdner Flötenbauer August Grenser um 1790 geschaffen hat. Das Original ist aus Ebenholz. Die Kopie hat Martin Wenner in Singen 2005 aus Grenadillholz angefertigt. Jan Tulácek spielt eine Gitarre in alter Mensur von Johann Michael Rudert, Wien 1814. Dieses faszinierende Instrument ist komplett im Original- zustand erhalten; sie wurde von dem Vogtländer, der 1813 nach Wien ging, nach italienischem Vorbild gebaut. 
Dank dieser beiden Instrumente erhalten wir einen Eindruck vom originalen Klang dieser sehr speziellen Art von Salonmusik - und das macht diese Aufnahme interessant. Denn wir können hier diese Un- terhaltungsmusik in ihrer ursprünglichen klanglichen Ausgewogen- heit erleben. Und so wirkt sie wirklich bezaubernd. 

Mittwoch, 23. November 2011

Italia - Heinrich-Albert-Duo (MDG)

Das Heinrich-Albert-Duo hat be- reits diverse CD mit Werken seines Namenspatrons, einem Vertreter der deutschen Romantik, mit Gitarrenduos aus der Frühklassik sowie mit spanischer Gitarren- musik eingespielt. Da ist es nur konsequent, wenn sich Joachim Schrader und Jan Erler nunmehr der Musik italienischer Komponi- sten zuwenden. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf die Werke aus dem "Goldenen Zeitalter der Gitar- re", als Solisten wie Ferdinando Carulli (1770 bis 1841), Mauro Giuliani (1781 bis 1829) oder Matteo Carcassi (1792 bis 1853) das Instrument in ganz Europa populär machten.
Auch Vorgänger, die die Musik dieser Virtuosen entscheidend präg- ten - wie Domenico Scarlatti, Domenico Cimarosa und Gioacchino Rossini haben sie in cleveren - teilweise eigenen - Arrangements mit berücksichtigt. Und natürlich darf auch Niccolò Paganini (1782 bis 1840) nicht fehlen, der ja das Publikum nicht nur als Violinist beein- druckte, sondern auch exzellent Gitarre spielte. Schrader und Erler musizieren mit Temperament, Witz und überragender Spielkultur. Phantastisch! 

Sonntag, 14. Februar 2010

Giuliani Carulli Schubert - Music for Flute and Guitar (VMS)

Virtuoses für Gitarre und Flöte - und zwar für beide Instrumente gleichermaßen - präsentieren Eugen Bertel, Flöte, und Gitarrist Alexander Swete. Das Duo Con- certant e-Moll op. 25 von Mauro Giuliani entstand ursprünglich für Violine und Gitarre. Das vier- sätzige, durchaus anspruchsvolle Werk dürfte seinerzeit, in den Wie- ner Salons, das Publikum schwer beindruckt haben. Es ist aber ziemlich gefällig, und das schreibe ich hier nicht als Kompliment. 
Die Serenade Nr.3 C-Dur von Ferdinando Carulli zitiert im ersten Satz, Largo, den Marsch der Priester aus Mozarts Zauberflöte. In anschließenden Rondo übernehmen Gitarre und Flöte abwechselnd Melodie und Begleitung. Das ist anspruchsvoll - und sehr reizvoll.
Die Sonate a-Moll "Arpeggione" von Franz Schubert wurde eigentlich für ein Instrument geschrieben, das man sich wie eine Kreuzung aus Gitarre und Violoncello vorstellen kann - es hatte sechs Saiten und Bünde, wurde aber mit dem Bogen gestrichen. Diese Innovation aus der Werkstatt des Wiener Instrumentenbauers Johann Georg Staufer war jedoch ausgesprochen kurzlebig. Sie verschwand binnen weniger Jahre aus dem Musikleben, und wäre heute längst vergessen - wenn nicht dieses Stück wäre, an dem sich nunmehr Cellisten und Bratscher versuchen. 
Diese CD beweist, dass auch die Flöte sich als Alternative zur "guitarre d'amour" ganz exzellent eignet. Die Gitarre übernimmt in diesem Falle den Part des Klaviers. Wenn sie so souverän gespielt wird, wie durch Alexander Swete, dann bringt das Klangfarben, die zu dem Stück durchaus ebenso gut passen wie jene des (Hammer-) Klaviers der Schubert-Zeit. Und auch Eugen Bertel beherrscht seine Flöte brillant, keine Frage. So darf sich der Hörer entspannt zurücklehnen und an diesen musikalischen Kabinettstückchen erfreuen - auch ohne Salon.