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Dienstag, 25. Juni 2013

Glenn Gould plays Bach (Idis)

Der kanadische Pianist Glenn Gould (1932 bis 1982) wurde durch seine Einspielung der Goldberg-Varia- tionen für Columbia Records im Jahre 1955 berühmt. Er ging nur einige Jahre auf Konzertreisen; dann zog sich der Musiker, der als exzentrisch galt, ins Studio zurück. Das Label Idis hat nun Konzertmit- schnitte aus den 50er und 60er Jahren auf zwei CD vorgelegt, bei denen Gould mit Werken Bachs zu hören ist. 
Der Pianist spielt auch hier Bachs Musik geradezu mathematisch exakt, ausgesprochen rhythmusbetont und strikt kontrapunktisch – wobei ihm das Kunststück gelingt, mit- unter jeder Stimme eine andere Klangfarbe zu geben. Gern überrascht der Pianist zudem durch das gewählte Tempo. 
Das ist, wenn man so will, die auf die Spitze und in die Konsequenz ge- triebene spätromantische Version des Musizierens, die dem Musiker, zumal dem Solisten, sehr weitreichende Spielräume für eine individu- elle Interpretation zugesteht. Gould jedenfalls scheut Extreme nicht, was gelegentlich zu verblüffenden Klangeffekten führt. So wirkt sein Spiel mitunter, als imitierte Gould ein Cembalo. Manchmal hört man den Pianisten mitsingen, was nicht besonders bereichert. Aber wer einen Künstler diesen Formats erleben will, der muss auch seine Marotten hinnehmen. 

Donnerstag, 31. Januar 2013

Ida Presti & Alexandre Lagoya, Vol. 2 (Idis)

Da wir gerade über Ida Presti geschrieben haben - bei Idis sind auch Aufnahmen wiederver- öffentlicht worden, die sie im Duo mit Alexandre Lagoya (1927 bis 1999) eingespielt hat. Der Ehe- mann der Gitarristin war ein Schüler von Andrés Segovia. 
Das Paar musiziert ausgesprochen harmonisch; Presti und Lagoya spielen wie aus demselben Ge- danken und dem gleichen Atem- zug. Wer diese Aufnahmen gehört hat, der ahnt, warum die beiden großartigen Musiker als Gitarrenduo ebenso berühmt waren, wie zuvor als Solisten. 

The Art of Ida Presti (Idis)

Ida Presti - eigentlich hieß sie Ida Yvette Montagnon - (1924 bis 1967) war eine legendäre Gitarri- stin. Sie stammte aus Frankreich, und erhielt den ersten Unterricht auf diesem Instrument bereits im Vorschulalter. Ihr Vater war ihr Mentor und ihr Lehrer, bis er 1938 starb. Sie soll auch durch Mario Maccaferri unterrichtet worden sein. Ihr offizielles Debüt gab Ida Presti 1934 - und wurde dafür euphorisch gefeiert; die Presse pries sie als "weiblichen Mozart". In den 50er Jahren gab sie ihre Solokarriere auf, und bildete statt dessen gemeinsam mit ihrem Ehemann Alexandre Lagoya das erste Gitarrenduo von Weltruf. Leider starb sie viel zu früh am Lungen- krebs.
Auf dieser CD ist Ida Presti mit Studioaufnahmen zu hören, die sie in den Jahren 1938 bis 1956 eingespielt hat. Es erklingen Werke von Robert de Visée, Johann Sebastian Bach und Niccolò Paganini, aber auch beispielsweise von Isaac Albéniz, Fedrico Moreno Torrobo, Fernando Sor, Heitor Villa-Lobos oder Emilio Pujol. Die Technik der Gitarristin erweist sich als überragend, und die Auswahl sowie die Gestaltung der eingespielten Werke lässt auf einen ausgeprägten Sinn für Qualität schließen. Dieses Wunderkind ist nicht verglüht wie so manche andere Sternschnuppe, die nur kurz am Musikerhimmel zu bewundern ist. Presti trotzte den widrigen Zeitumständen, und beeindruckt uns noch heute durch ihr meisterhaftes Gitarrenspiel.

Freitag, 16. November 2012

The young Salvatore Accardo (Idis)

"Il mio iter di studi è stato asso- lutamente normale, solo che ho fatto tutto molto prima", bemerkte der Geiger Salvatore Accardo einmal. Üblicherweise dauert das Studium an einem italienischen Konservatorium zehn Jahre, mit Prüfungen nach dem fünften, dem achten und dem letzten Unter- richtsjahr. Accardo, Jahrgang 1941, absolvierte die erste Prüfung 1951, die zweite 1953 und das Ab- schlussexamen 1956. Zwei Jahre später gewann er den Internatio- nalen Violinwettbewerb Premio Paganini in Genua. 
Diese CD bringt - sorgsam remastert - einige ganz frühe Aufnahmen Accardos, die er in den Jahren 1959/60 im Studio eingespielt hat, am Klavier begleitet von Antonio Beltrami. Der Hörer erlebt kein dres- siertes Wunderkind, sondern einen jugendlichen Künstler, der sich bereits durch jene Sorgfalt und Finesse auszeichnet, die sein Spiel auch später prägt. Und noch eines wird klar: Alle Geiger, die Werke von Paganini vortragen wollen, müssen sich an diesen Aufnahmen messen lassen. Dieses Niveau will erst einmal erreicht sein. 

Sonntag, 25. März 2012

Vása Príhoda plays Mozart & Bach (Idis)

Vása Príhoda (1900 bis 1960) ge- hörte zu den großen Violinvirtuo- sen der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Sein Vater, der ebenfalls Musiker war, hatte in Prag eine Musikschule gegründet. Er unterrichtete seinen Sohn bis zu dessen 10. Lebensjahr, danach ging Vása Príhoda aufs Konservatorium. Der Geiger debütierte als Zwölfjäh- riger mit Mozarts D-Dur-Konzert; ein Jahr später konzertierte er erstmals im Prager Mozarteum - und zwar mit Beethovens Früh- lingssonate und Tartinis Teufelstriller-Sonate.
Parallel zu seiner Solistenkarriere unterrichtete Príhoda in Prag, in Salzburg und ab 1951 als Professor an der Musikhochschule in Wien. Die vorliegende CD enthält Aufnahmen, die Príhoda 1957 im Studio in Turin eingespielt hat. Es handelt sich dabei um Mozarts G-Dur-Kon- zert KV 216 und das D-Dur-Konzert KV 218, sowie Bachs Doppel- konzert, das er gemeinsam mit Franco Novello spielt. Zu hören ist zudem das Orchestra Sinfonica di Torino della RAI; es dirigiert Ennio Gerelli. Die sorgsam remasterten Aufnahmen vermitteln einen guten Klangeindruck vom Ton und von der Gestaltungskraft des Geigers zum Ende seiner Laufbahn. In seinen letzten Lebensjahren soll er zunehmend unter gesundheitlichen Problemen gelitten haben; im April 1960 gab er sein letztes Konzert, und im Juli erlag er einem Herzleiden. 

Montag, 27. Februar 2012

Glenn Gould plays Bach (Idis)

Mit einer Einspielung der Gold- berg-Variationen für Columbia Records sorgte Glenn Gould (1932 bis 1982) 1955 weltweit für Auf- sehen. Hört man diese Rundfunk- aufnahmen des Musikers aus den frühen 50er Jahren heute an, so wirken seine Bach-Interpreta- tionen jedoch eher visionär als beunruhigend. Der Pianist, der als exzentrisch galt, zelebrierte "sei- nen" Bach strikt kontrapunktisch, dabei sehr rhythmusbetont und gestochen scharf artikuliert. Derart vorgetragen, wirken die Stücke klanglich beinahe, als imitierte Gould ein Cembalo. Und man muss sagen, dass diese Aufnahmen auch heute noch beeindrucken. 

Montag, 27. Juni 2011

Beethoven: Piano Sonatas vol. 4; Gieseking (Idis)

Walter Wilhelm Gieseking (1895 bis 1965) gehört zu den Pianistenle- genden des vergangenen Jahrhun- derts. Unterwiesen wurde er am Städtischen Konservatorium Hannover durch Karl Leimer. Seine einzigartige Technik gab er später auch selbst als Professor an der Hochschule für Musik Saar an seine Meisterschüler weiter. 
Giesekings Klavierspiel zeichnete sich durch eine stupende Technik, einen außerordentlich nuancierten Anschlag und ein überaus reiches Spektrum an Klangfarben aus. Das machte ihn zu einem legendären Interpreten insbesondere impressionistischer Musik. Sein Repertoire war jedoch sehr umfangreich; Gieseking soll über grandiose Fertig- keiten im Blattspiel  verfügt haben, und über ein phänomenales Ge- dächtnis.
Seine Beethoven-Interpretationen sind eher umstritten; so soll Claudio Arrau gesagt haben, Giesekings Ton passe nicht zu den Sona- ten des Komponisten. In jedem Falle beeindrucken die Mitschnitte aus dem Jahre 1949, die hier auf zwei CD vorliegen, durch die unge- heure Leichtigkeit, mit der der Pianist Beethovens Werke spielt.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Rudolf Serkin plays Beethoven (Idis)

Eine Pianistenlegende ist hier zu hören: Rudolf Serkin (1903 - 1991) war ein Schüler Schönbergs. Sein erstes Konzert gab er als Zwölf- jähriger in Wien; er spielte Men- delssohns Klavierkonzert g-Moll. 1920 ging er nach Berlin, wo er als Solist bald sehr gefragt war. 
1933 emigrierte er in die USA, wo er viele Jahre lang am Curtis Institute of Philadelphia unter- richtete, aber auch sehr erfolg- reich als Konzertpianist auftrat. Auf dieser CD ist er mit Beetho- vens  Klavierkonzerten Nr. 1 in C-Dur op. 15 und Nr. 4 in G-Dur op. 58 in zwei Aufnahmen aus dem Jahre 1958 zu erleben. 
Diese Einspielungen zeigen, dass Serkin vollkommen frei von pianisti- scher Exzentrik dicht am Notentext spielt. Er nimmt die Tempi oft erstaunlich ruhig, die Phrasen meistens sanglich, aber nicht über- mäßig legato - und baut so enorme Spannungsbögen. Das macht die Aufnahme hörenswert, auch wenn das Orchester streckenweise grauslig klingt.

Montag, 26. Juli 2010

Franco Gulli plays Paganini (Idis)

Wer den Namen "Franco Gulli" googelt, der wird kaum Repertoire finden - statt dessen aber wahre Heerscharen dankbarer Schüler aus den unterschiedlichsten Ländern. Gulli, 1926 geboren in Trieste, erhielt ersten Geigen- unterricht von seinem Vater, und studierte dann unter anderem bei Otakar Sevcik am Prager Konser- vatorium. Er ist häufig und in vielen namhaften Konzertsälen aufgetreten - aber Spuren hinter- lassen hat er vor allem als Lehrer; erst an der Accademia Chigiana in Siena, dann am Konservatorium Luzern und schließlich an der Indiana University, Bloomington/USA.
Umso mehr freut man sich, ihn auf dieser CD endlich einmal selbst zu hören. Sie enthält Live-Mitschnitte von zwei Konzerten - zum einen spielte Gulli 1960 mit dem Orchestra Sinfonica di Roma della RAI unter Mario Rossi Paganinis Violinkonzert Nr. 5 in a-Moll, zum anderen mit dem Orchestra Allesadro Scarlatti di Napoli della RAI unter Nino Sanzogno 1961 das Violinkonzert Nr. 1 in D-Dur.
Die Aufnahmen zeigen ihn als einen exzellenten Techniker, der eher zurückhaltend gestaltet und sich weder zu übermäßigem Vibrato noch zu allzu viel Schmelz hinreißen ließ. Er spielt Paganini eher mit einem Augenzwinkern, und beeindruckt mit seinen brillanten Kadenzen, perfekt gespielten Springbogenattacken und fröhlichen daherhüpfenden Flageoletten.
Das Konzert Nr. 5 ist nur sehr selten zu hören; von Paganinis Musik ist wohl nur der Violinpart erhalten, und die Orchesterbegleitung wurde neu dazu komponiert. Mario Rossi am Pult macht seinem Spitznamen "Karajan der RAI-Orchester" mit einer sehr eleganten, klar struktu- rierten Auffassung alle Ehre.

Dienstag, 30. März 2010

Sviatoslav Richter plays Franz Schubert / Oistrakh plays Beethoven, Leclair, Paganini (Idis)

Entdeckungen im Archiv: Hier sind zwei CD mit schönen alten Aufnah- men der russischen Ausnahme- musiker Swjatoslaw Teofilowitsch Richter und David Fjodorowitsch Oistrach. Aus dem Beiheft erfährt man wenigstens, wann und wo sie entstanden sind - und das wars auch schon. 
Richter spielt die Schubert-Sona- ten  in c-Moll D 958 (Budapest, 1958) und in a-Moll D 845 (Moskau, 1957) erstaunlich ver- halten-poetisch; eigentlich ist man ein kraftvolles bis romantisches Spiel von ihm gewohnt. 
Die Aufnahme des Beethoven-Violinkonzertes D-Dur op. 61 mit David Oistrach stammt aus dem Jahre 1960; er musiziert hier mit dem Orchestra Sinfonica di Milano della RAI unter Vittorio Gui. Außerdem enthält die CD Sonaten von Leclair, Locatelli und Paganini, aufge- zeichnet im Studio 1955 bzw. 1951, jeweils mit Wladimir Jampolski am Klavier. Diese Aufnahmen sind nicht Oistrachs "Best of", aber sie zeigen doch den typischen Oistrach-Ton - schlank, aber zugleich voll Wärme - und seine brillante Technik, die jedoch niemals Selbstzweck war. Ein faszinierendes Dokument, das Sammler erfreuen wird.