Antike Sagengestalten stehen im Mittelpunkt dieser CD der Bamberger Symphoniker. Die Auswahl der Musik für ein solches Programm fällt sicherlich nicht leicht, denn schon für die allerersten Opern wählten die Komponisten Stoffe aus der griechi- schen oder römischen Mythologie. Dirigent Karl-Heinz Steffens prä- sentiert mit den Bamberger Sym- phonikern Werke aus dem 18. und
19. Jahrhundert. Die CD beginnt mit der Ouvertüre zu Iphigenie in Aulis von Christoph Willibald Gluck (1714 bis 1787) – in einer Bearbeitung von Richard Wagner. Aus Mozarts Oper Ideomeneo erklingt ebenfalls die Ouvertüre, sowie die abschließende Ballettmusik, die die Krönung Idaman- tes in Form einer Pantomime in Szene setzen soll.
Luigi Cherubini (1760 bis 1842) stammte aus Florenz. 1787 ging er nach Paris, und dort überlebte er die Revolution und die Schreckensherrschaft der Jakobiner. Im März 1797 stellte er dann seine Oper Médée vor. Dass die grausige Geschichte um die Zauberin Medea bis zum heutigen Tage ihren Platz auf der Opernbühne behauptet, ist auch das Verdienst von Maria Callas, die diese Partie einst phänomenal gesungen hat. Die Bamberger Symphoniker spielen die Ouvertüre, die bereits den Furor der Heldin ankündigt.
Deutlich ruhiger gestaltet hat Ludwig van Beethoven die Eröffungsmusik zu Die Ruinen von Athen, einem Huldigungs-Opus zur Eröffnung des Theaters im ungarischen Pest. Mit knapp fünf Minuten ist dies die kürzeste Ouvertüre des Komponisten überhaupt; sie ist knapp, aber reizvoll, und lässt das dazugehörige Stück aus der Feder von Kotzebue nicht vermissen, in dem Göttervater Zeus höchstpersönlich eine Büste des österreichischen Kaisers Franz I. aufstellt.
Shakespeares Sommernachtstraum stand Pate bei der romantischen Oper Oberon, die Carl Maria von Weber (1786 bis 1826) schwerkrank in seinen letzten Lebensmonaten geschaffen hat. Die Handlung soll ein wenig verwirren – aber wenn die Musik insgesamt so ist wie das, was die Bamberger Symphoniker auf dieser CD vorstellen, dann könnte man vielleicht sogar über Schwächen des Textbuches hinwegsehen und dem Opus eine zumindest konzertante Wiederauferstehung wünschen.
Und da wir einmal bei Puck, Oberon und Titania sind – die CD endet mit dem Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Bamberger Symphoniker beweisen einmal mehr, dass sie zu den besten Orchestern Deutschlands gehören; musiziert wird mit Präzision und Esprit. Steffens erweist sich als Klangmagier, er vergisst aber auch nicht, hier und da mit einer Prise Dramatik zu würzen. Diese Einspielung ist ein kleines Juwel, hier passt einfach alles.
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Freitag, 29. April 2016
Donnerstag, 21. Juni 2012
Cherubini: Arias and Ouvertures from Florence to Paris (Hyperion)
Luigi Cherubini (1760 bis 1842) stammte aus Florenz, feierte seine größten Erfolge jedoch in Paris, wo er seit 1788 lebte. Auf diese Tat- sache spielt auch der Titel dieser CD an. Seine Ouvertüren sind von sinfonischem Format; sie sind bei den Auser Musici unter Carlo Ipata in guten Händen, wie man das von Hyperion nicht anders erwartet hätte.
Die Arien erweisen sich als außer- ordentlich anspruchsvolle Stücke, wenn sie auch nicht an die vokalen Feuerwerke heranreichen, die Zeitgenosse Rossini auf die Bühne brachte. Sie sind zumeist reich an Koloraturen, doch zeigen die aus- gewählten Beispiele auch Cherubinis zunehmende Abkehr vom Ideal der Opera seria. Sopranistin Maria Grazia Schiavo wird dennoch bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert. Nicht alles, was da zu hören ist, klingt erfreulich. Schade.
Die Arien erweisen sich als außer- ordentlich anspruchsvolle Stücke, wenn sie auch nicht an die vokalen Feuerwerke heranreichen, die Zeitgenosse Rossini auf die Bühne brachte. Sie sind zumeist reich an Koloraturen, doch zeigen die aus- gewählten Beispiele auch Cherubinis zunehmende Abkehr vom Ideal der Opera seria. Sopranistin Maria Grazia Schiavo wird dennoch bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert. Nicht alles, was da zu hören ist, klingt erfreulich. Schade.
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