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Sonntag, 26. August 2018

Sinfonie Concertanti (Tudor)

Eine schöne Aufnahme, eigentlich älteren Datums, ist bei Tudor wieder verfügbar: Das Flötenduo Anne Utagawa und Dominique Hunziker hatte 1978 gemeinsam mit dem Orchestre de Chambre Paul Kuentz Sinfonie concertante von Federigo Fiorillo, Giuseppe Cambini und ein Concerto für zwei Flöten und Orchester von Domenico Cimarosa eingespielt. Es sind durchweg anspruchsvolle und ansprechende Werke, die den Solisten Gelegenheit bieten, sowohl Virtuosität als auch musikalisches Gestaltungsvermögen unter Beweis zu stellen. Das Flötisten-Ehepaar musiziert zudem auch in den turbulentesten Passagen perfekt aufeinander abgestimmt. 

Freitag, 28. Juli 2017

Duo Praxedis (Ars Produktion)

Harfe und Klavier? Diese Kombina- tion, die uns heutzutage eher exotisch erscheint, gehörte in den musikali- schen Salons des frühen 19. Jahrhun- derts offenbar zu den Standards. Sowohl die Harfe als auch das Klavier erfreuten sich seinerzeit beim Adel und beim vermögenden Bürgertum großer Beliebtheit. Das Duo Praxedis erweckt diese Praxis zu neuem Leben. 
Praxedis Hug-Rütti, Harfe, und Praxedis Geneviève Hug am Klavier präsentieren auf gleich zwei CD Originalkompositionen aus jener Zeit für die beiden Instrumente. Und man reibt sich erstaunt die Augen, welches spieltechnische Können diese Werke voraussetzen. Die meisten der ausgewählten Stücke sind keineswegs Musik für Dilettanten. Das Mutter-Tochter-Duo überzeugt mit einem abwechslungsreichen Programm und brillantem Spiel. Auch klanglich ist diese Duoformation durchaus attraktiv.

Montag, 15. August 2011

Zwischen Kerker und Krone (Coviello Classics)

Das Horn und die Violine waren die bevorzugten Instrument von Jan Václav Stich (1746 bis 1803). Der Titel dieser CD spielt auf seinen Lebensweg an: Leider hatte der Musiker, der ein berühmter Horn- virtuose werden sollte, das Pech, als Leibeigener auf die Welt zu kommen. Sein Herr, Graf Thun, erkannte das musikalische Talent des Sohnes seines Kutschers, und ließ Stich junior ausbilden. Dazu sandte er ihn nach Prag, Dobris und Dresden. Doch der Jüngling verspürte anschließend offenbar wenig Lust darauf, bis ans Ende seiner Tage in der Hofkapelle seines Herrn aufzuspielen, und ansonsten in Livree Dienst zu tun. 
1768 flüchtete Stich. Der Graf ließ ihn per Steckbrief suchen. Um den Häschern zu entrinnen, nannte sich der Musiker bald Giovanni Punto. Er musizierte für Persönlichkeiten wie den Kurfürsten von Mainz und den Fürstbischof von Würzburg; 1781 ging er nach Frankreich, wo er für den Grafen Artois spielte, den späteren König Karl X. Zusätzlich zu diesen festen Anstellungen ging der Hornist viel auf Reisen. Seine Tourneen führten ihn durch ganz Europa. Mozart kannte Punto, und seiner Freundschaft mit dem jungen Beethoven verdanken wir dessen einzige Bläsersonate. 
Die Compagnia di Punto - ein Kölner Ensemble, in dem Streicher und Bläser gemeinsam auf historischen Instrumenten musizieren - hat auf dieser CD Werke aus dem Umfeld Puntos eingespielt. "Das hat eher mit Puntos Schwächen zu tun", begründet Christian Binde, der Hor- nist des Ensembles, diese Auswahl: "Er war Hornist, Geiger, Konzert- meister und Kapellmeister, aber als Komponist war er nicht beson- ders geschätzt, was man bei aller Bewunderung auch nachvoll- ziehen kann. Aber er hat mit einem feinen Gespür arrangiert, und das Quintett  von Fiorillo auf dieser Aufnahme ist ein Arrangement von Punto. Johann Andreas Amon war Schüler Puntos und daher dürften die Werke seines Lehrers Vorbild für seine Quintette gewesen sein. Johann Michael Mettenleitner war der Nachfolger von Amon in Oettingen-Wallerstein und auf diese Weise stehen alle Werke auf unserer CD in Verbindung mit Giovanni Punto." 
Horn, Traversflöte, Violine, Viola und Violoncello - das ist klanglich eine spannende Besetzung. Doch Werke dafür dürften Raritäten sein. Es wird sehr spannend sein, welchem Repertoire sich die exzellent ausgebildeten jungen Musiker in Zukunft zuwenden wollen - und ob die Compagnia di Punto bestand hat.