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Donnerstag, 31. März 2011
Bach: Johannes-Passion; Forster (EMI Classics)
Eine Aufnahme aus dem Jahre 1962 - historisch korrektes Musi- zieren ist da nicht zu erwarten. Karl Forster nähert sich Bachs Werk vielmehr mit dem spät- romantischen Blick, und sehr viel Sinn für Dramatik. Dass diese Einspielung trotzdem auch heute noch begeistert, das liegt in erster Linie an dem grandiosen Solisten- ensemble. Zu hören sind Fritz Wunderlich als (hervorragender) Evangelist, Dietrich Fischer-Dieskau als Jesus, sowie Elisabeth Grümmer, Sopran, und Christa Ludwig, Alt, die ihre Arien mit anrührender Innigkeit und beeindruckender Intensität gestalten, Josef Traxel, der mit seinem messerscharf geführten Tenor nicht ganz das Niveau der anderen Sänger erreicht, und Karl Christian Kohn, Bass. Es singt der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin - der damals weltweit einen ausgezeichneten Ruf hatte -, und es spielen die Berliner Symphoniker. EMI Classics legt diese historische Einspielung nun als Bestandteil der Electrola Collection wieder vor - sehr ordentlich re- mastert, Kompliment! Freunde schöner Stimmen dürfen sich freuen.
Mittwoch, 23. März 2011
Brahms: Ein deutsches Requiem; Klemperer (Ica Classics)
Majestätisch. Mir fällt kein anderes Wort ein, das diese Aufnahme ähnlich angemessen beschreiben könnte. Wenn das Ohr den ersten Schock überwunden und man sich an die Misstöne gewöhnt hat, die aus dem Stand der Aufnahmetech- nik Mitte der 50er Jahre herrühren, dann beginnt das Staunen.
Denn Otto Klemperer lässt Brahms' Werk wuchtig daherkommen, irdisch, ja erdverbunden - und konterkariert so den Hinweis auf die Wohnungen des Herrn Zebaoth, bei denen ja doch eher eine himmlisch-ideelle Bauart zu vermuten sein dürfte. Hier wird niemand vertröstet; diese Musik kommt über den Hörer mit enormer Energie, und plötzlich ist das Leid fort. Und man hört Brahms berühmtes Stück, als wäre es zum ersten Male; man hört plötzlich Instrumente mit Melodien, die einem nie zuvor aufgefallen sind. Und man freut sich an den exzellenten Sängern - Elisabeth Grümmer und der jugendliche Hermann Prey, die die Werkauffassung Klemperers kongenial aufnehmen und mittragen. Der Chorklang hingegen, so engagiert der Kölner Rundfunkchor sich auch in dieses Projekt hineinbegibt, ist nicht mehr das, was man sich heutzutage anhören möchte.
Einen Kontrast bietet Mozarts Serenata notturna in D-Dur, KV 239, die Semesterabschlussmusik für die Salzburger Studentenschaft aus dem Jahre 1776, in der, bei aller Grazie der Streicher, doch recht deutlich auch die Streiche der Paukanten zu vernehmen sind. Und weil noch ein bisschen Spielzeit übrig war, ergänzt das Label dieses Programm noch um gut zweieinhalb Minuten Brahms-Probenmit- schnitt. Auch das muss man einmal gehört haben.
Denn Otto Klemperer lässt Brahms' Werk wuchtig daherkommen, irdisch, ja erdverbunden - und konterkariert so den Hinweis auf die Wohnungen des Herrn Zebaoth, bei denen ja doch eher eine himmlisch-ideelle Bauart zu vermuten sein dürfte. Hier wird niemand vertröstet; diese Musik kommt über den Hörer mit enormer Energie, und plötzlich ist das Leid fort. Und man hört Brahms berühmtes Stück, als wäre es zum ersten Male; man hört plötzlich Instrumente mit Melodien, die einem nie zuvor aufgefallen sind. Und man freut sich an den exzellenten Sängern - Elisabeth Grümmer und der jugendliche Hermann Prey, die die Werkauffassung Klemperers kongenial aufnehmen und mittragen. Der Chorklang hingegen, so engagiert der Kölner Rundfunkchor sich auch in dieses Projekt hineinbegibt, ist nicht mehr das, was man sich heutzutage anhören möchte.
Einen Kontrast bietet Mozarts Serenata notturna in D-Dur, KV 239, die Semesterabschlussmusik für die Salzburger Studentenschaft aus dem Jahre 1776, in der, bei aller Grazie der Streicher, doch recht deutlich auch die Streiche der Paukanten zu vernehmen sind. Und weil noch ein bisschen Spielzeit übrig war, ergänzt das Label dieses Programm noch um gut zweieinhalb Minuten Brahms-Probenmit- schnitt. Auch das muss man einmal gehört haben.
Sonntag, 27. Februar 2011
Wagner: Lohengrin (EMI Classics)
Wer diese Aufnahme hört, der vergisst, dass sie 1962/63 im Theater an der Wien aufgezeichnet worden ist. Was für eine Besetzung! Gottlob Frick als König Heinrich der Vogler, Otto Wiener als Herald, Christa Ludwig als Ortrud und Dietrich Fischer-Dieskau als Friedrich von Telramund - und Elisabeth Grümmer als wunderbar mädchenhafte Elsa von Brabant.
Wenn sie ihr "Einsam in trüben Tagen" anstimmt, glaubt man ihr jedes Wort. Schöner, inniger und sensibler war diese Partie wohl nie zu hören. Und auch die Szenen, in denen Elsa und Ortrud aufeinandertreffen, gehören ohne Zweifel zu den Höhepunkten dieser Einspielung. Jess Thomas als Lohengrin singt sehr gut, aber nicht überragend, und dass er Amerikaner ist, das ist leider unüberhörbar.
Eine wichtige Rolle in dieser Oper Wagners spielen Chor und Orche- ster. Hier singt der Wiener Staatsopernchor, und es musizieren die Wiener Philharmoniker - beide sind, wie zu erwarten, exzellent. Und Rudolf Kempe (1910 bis 1976) erweist sich als ein großartiger Wag- ner-Dirigent. Gänzlich uneitel, verzichtet er auf vordergründige Effekte, und macht statt dessen erstaunlich viele Details hörbar. Eine grandiose Aufnahme, nach wie vor unübertroffen.
Wenn sie ihr "Einsam in trüben Tagen" anstimmt, glaubt man ihr jedes Wort. Schöner, inniger und sensibler war diese Partie wohl nie zu hören. Und auch die Szenen, in denen Elsa und Ortrud aufeinandertreffen, gehören ohne Zweifel zu den Höhepunkten dieser Einspielung. Jess Thomas als Lohengrin singt sehr gut, aber nicht überragend, und dass er Amerikaner ist, das ist leider unüberhörbar.
Eine wichtige Rolle in dieser Oper Wagners spielen Chor und Orche- ster. Hier singt der Wiener Staatsopernchor, und es musizieren die Wiener Philharmoniker - beide sind, wie zu erwarten, exzellent. Und Rudolf Kempe (1910 bis 1976) erweist sich als ein großartiger Wag- ner-Dirigent. Gänzlich uneitel, verzichtet er auf vordergründige Effekte, und macht statt dessen erstaunlich viele Details hörbar. Eine grandiose Aufnahme, nach wie vor unübertroffen.
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