Posts mit dem Label Gutmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gutmann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 31. Januar 2020

1st Chopin Festival Hamburg 2018 (Naxos)

Klängen aus der Vergangenheit zu lauschen, und sie mit dem Sound moderner Instrumente zu vergleichen – dazu lädt das Chopin Festival Hamburg ein. Es wird von der Chopin-Gesellschaft Hamburg & Sachsenwald e.V. veranstaltet, und bietet neben erstklassigen Konzerten für das interessierte Publikum auch Meisterkurse für angehende Pianisten. 
Es ist das erste und einzige Festival, das die Klangwelten moderner und historischer Flügel in den Wettbewerb schickt – und die Jury sind die Zuhörer. Auf dieser CD wurden Höhepunkte aus dem ersten Festivaljahrgang 2018 zusammengefasst . Zu hören sind Werke von Chopin, Debussy, Dussek, Gutmann, Liszt und Schubert, gespielt von Elisabeth Brauß, Tobias Koch, Alexei Lubimov, Ewa Pobłocka, François-Xavier Poizat und Hubert Rutkowski. 
„Einzigartig an diesem Klassik-Festival ist, dass sie Werke auf original historischen Intrumenten spielen und dazu im Vergleich – und in derselben Vorstellung – auch auf einem Flügel der Gegenwart“, erklärt Rutkowski, der dieses musikalische Ereignis als Festival-Intendant mit konzipiert hat. 
Die Möglichkeit dazu bietet die Sammlung Musikinstrumente im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg mit ihren Beständen, so dass die Auswahl an Instrumenten von jenen der Meister des 19. Jahrhunderts, wie Broadwood, Pleyel, Brodmann oder historischem Steinway, bis hin zu modernen Flügeln von Shigeru Kawai und Steingraeber reicht. Ein hochspannendes Unterfangen, dokumentiert auf einer CD, die zum Ausflug in ein längst verklungenes Klavier-Universum einlädt. 

Mittwoch, 16. März 2011

Schumann: Musique de chambre; Martha Argerich & friends (EMI Classics)

Martha Argerich, Jahrgang 1941, spielt seit vielen Jahren und immer wieder Schumann. Diese 3-CD-Box ist eine Sammlung mit Aufnahmen, die die Künstlerin im Rahmen des Lugano Festivals und im nieder- ländischen Nimwegen über mehre- re Jahre hinweg eingespielt hat - gemeinsam mit Freunden, denn die wenigsten dieser Werke sind "reine" Klavierstücke. So musiziert Arge- rich gemeinsam mit Kollegen wie Marie-Louise Neunecker, Mischa Maisky, Natalia Gutmann, Renaud und Gautier Capucon, Noboko Imai und vielen anderen.
Es ist erstaunlich, dass die CD trotzdem durchweg in erster Linie durch die Hand"schrift" der Pianistin geprägt sind - die Kollegen setzen zumeist eher Farbtupfer als eigene Akzente. Argerich spielt einen schönen, zwar romantischen, aber zugleich auch sehr tempera- mentvollen Schumann. Schon die Kinderszenen sind spannend, obwohl sie gerade eben so dem Klischee entkommen. Es sind auch hier winzige Details, die aus "normalem" Muszieren große Kunst machen. Und solche atemberaubenden Momente finden sich auf diesen drei CD einige - aus der Flut an Klaviereinspielungen zum Schumann-Jahr 2010 ragen diese Aufnahmen mit Kammermusik ohne Zweifel wie ein Solitär heraus. 

Dienstag, 4. Januar 2011

Pupils of Chopin (Naxos)

"Wenn dieser Kleine reisen wird, kann ich meine Bude schließen", soll Franz Liszt einst über Carl Filtsch gesagt haben. Der Sohn eines Pfarrers aus Siebenbürgen erhielt schon mit drei Jahren Klavierunterricht von seinem Vater. 
Als er sieben Jahre alt war, kam er zur weiteren Ausbildung nach Wien, wo ihn u.a. Friedrich Wieck unterrichtete. Drei Jahre später gab er sein Debüt bei Hofe, und ging alsdann gemeinsam mit seinem Bruder nach Paris, um bei Frédéric Chopin weiter zu lernen; auch Liszt gab ihm zeitweise Unterricht.
Die Presse feierte den jungen Musiker, er wurde mit Mozart vergli- chen. Doch die geplanten Konzertreisen musste er absagen - Filtsch erkrankte an Tuberkulose, und starb 1845 im Alter von fünfzehn Jahren in Venedig. Er hinterließ einige eigene Kompositionen; sechs davon sind auf dieser CD zu hören.
Sie enthält zudem Werke von drei weiteren Schülern des berühmten Pianisten. Adolf Gutmann (1819 bis 1882) stammte aus Heidelberg; er ging 1834 nach Paris, um Stunden bei Chopin zu nehmen, und wurde dessen Freund und Vertrauter. Er war einer der wichtigsten Kopisten von Chopins Werken, und wachte auch bei ihm, als er krank wurde und starb. Die drei Stücke auf dieser CD sind interessant, aber vom Vorbild Chopins hörbar beeinflusst.
Das gilt auch für die Werke von Karol Mikuli (1819 bis 1897). Er stammte aus der Bukowina, und kam eigentlich 1839 nach Wien, um Medizin zu studieren. 1844 ging er nach Paris, und blieb vier Jahre, um als Schüler und bald auch Freund Chopins seine pianistischen Fertigkeiten zu verbessern. 1847 begann er, Konzerte zu geben - und er war so erfolgreich, dass er 1858 zum Direktor des Galizischen Musikvereins in Lemberg gewählt wurde. Er veröffentlichte die erste Gesamtausgabe der Werke Chopins.
Thomas Dyke Ackland Tellefsen (1823 bis 1874) kam 1842 aus Norwegen nach Paris, wo er zunächst durch Friedrich Kalkbrenner unterrichtet wurde. Im November 1844 lernte er Chopin kennen, und nahm daraufhin bei ihm bis Mai 1847 regelmäßig Stunden. Nach Chopins Tod übernahm er einige seiner Schüler, und erwarb sich einen guten Ruf als Klavierlehrer und als Virtuose. Wie Chopin die Musik seiner polnischen Heimat, so integrierte Tellefsen Melodien und Motive aus der norwegischen Volksmusik in seine Werke. Man bemerkt zudem, dass er mit Barockmusik ziemlich vertraut gewesen sein muss. Von den vier Chopin-Schülern, deren Werke auf der vor- liegenden CD zusammengetragen wurden, zeigt er die eigenständigste Handschrift.
Der Pianist Hubert Rutkowski hat bereits mehrfach Musik aus dem Umfeld Chopins eingespielt. Und selbst, wenn manches, was hier zu hören ist, "nur" das Format eines reizenden Salonstückes hat, so gestaltet er dennoch jedes einzelne dieser Werke sorgsam - und sein Spiel ist in der Tat brillant. Ausgebildet an der Uniwersytet Muzyczny Fryderyka Chopina in Warschau, lehrt Rutkowski mittlerweile selber an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Und man darf sehr gespannt darauf sein, was er, nach Julian Fontana und Theodor Leschetitzky, in Zukunft vorstellen wird.