Zwölf seiner Werke hat Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) zu Lebzeiten drucken lassen – Konzerte, Sonaten und Triosonaten für Violine, Oboe und Flöte. Es sind berühmte Sammlungen darunter: Il Cimento dell'Armonia e dell'Inventione mit den bekannten Vier Jahreszeiten, L'Estro Armonico, La Stravaganza und La Cetra. Diese Notenausgaben waren sehr gefragt und weit verbreitet; sie bewirkten, dass Vivaldis Musik in ganz Europa große Beachtung fand.
Federico Guglielmo hat mit seinem Ensemble L'Arte dell'Arco zwischen 2010 und 2014 diese Werke Vivaldis komplett neu eingespielt. An diesem Projekt beteiligt waren zudem der Cellist Francesco Galligioni, der Oboist Pier Luigi Fabretti und der Flötist Mario Folena. Musiziert wird historisch-informiert, aber ohne Manieris- men; zwar sind die Tempi zumeist flott und die Artikulation ist energisch und pointiert, doch es wird nicht übertrieben, und am olympischen Wettstreit mit dem Ziel schneller-krasser-individueller beteiligt sich Guglielmo erfreulicherweise nicht. Den Musikern war es vielmehr wichtig, einen homogenen Klangeindruck zu erzielen.
Das Ergebnis ist eine grundsolide, zeitlos gültige Interpretation, die dennoch nicht langweilig wird. Als Notenmaterial nutzten die Musiker ausschließlich die neuesten kritischen Ausgaben des Istituto Italiano Antonio Vivaldi der Fondazione Giorgio Cini in Venedig; einige Varianten sind hier daher in Ersteinspielung zu hören. Im Beiheft finden sich ausführliche Erläuterungen von Federico Guglielmo zu den einzelnen Werken. Die Box mit immerhin 20 (!) CD enthält als Bonus sechs Cello-Sonaten Vivaldis, die 1740 ohne Opuszahl in Paris veröffentlicht worden sind.
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Donnerstag, 11. August 2016
Mittwoch, 27. April 2016
Vivaldi: La Stravaganza (MDG)
Das Barockensemble Armonioso aus dem italienischen Asti veröffentlicht sein Debütalbum bei Dabringhaus und Grimm – und was für eines! Die Musiker um Francesco Cerrato haben dafür die zwölf Violinkonzerte op. 4 von Antonio Vivaldi ausgewählt, bekannt unter dem Titel La Strava- ganza.
Auch wenn der Einsatz eines Kontra- basses bei diesem Opus nicht un- umstritten ist, so zelebrieren die Musiker die Extravaganzen des Venezianers mit hinreißender Spiel- freude, und perfekt aufeinander abgestimmt. Man glaubt es kaum, aber Armonioso wurde erst 2012 gegründet. Und in La Stravaganza fordert Vivaldi nicht nur vom Solo-Geiger vollen Einsatz. Harmonische Kühnheiten sind ebenso zu meistern wie technische Herausforderungen; gern fügt Vivaldi zur Solo-Violine weitere Soloinstrumente hinzu, oder gibt einzelnen Stimmgruppen unge- wöhnliche Aufgaben.
Diese Konzerte sind daher unglaublich abwechslungsreich, aber sie haben Vivaldis Zeitgenossen auch sehr verwirrt und sind bis heute weniger populär als beispielsweise ihr Vorgänger L'Estro armonico. Bei Armonioso sind die kapriziösen Werke in besten Händen. Und die Aufnahme selbst klingt so prägnant, als säße der Zuhörer vor dem kleinen Orchester.
Auch wenn der Einsatz eines Kontra- basses bei diesem Opus nicht un- umstritten ist, so zelebrieren die Musiker die Extravaganzen des Venezianers mit hinreißender Spiel- freude, und perfekt aufeinander abgestimmt. Man glaubt es kaum, aber Armonioso wurde erst 2012 gegründet. Und in La Stravaganza fordert Vivaldi nicht nur vom Solo-Geiger vollen Einsatz. Harmonische Kühnheiten sind ebenso zu meistern wie technische Herausforderungen; gern fügt Vivaldi zur Solo-Violine weitere Soloinstrumente hinzu, oder gibt einzelnen Stimmgruppen unge- wöhnliche Aufgaben.
Diese Konzerte sind daher unglaublich abwechslungsreich, aber sie haben Vivaldis Zeitgenossen auch sehr verwirrt und sind bis heute weniger populär als beispielsweise ihr Vorgänger L'Estro armonico. Bei Armonioso sind die kapriziösen Werke in besten Händen. Und die Aufnahme selbst klingt so prägnant, als säße der Zuhörer vor dem kleinen Orchester.
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